Neuer Pfarrer in Bad Godesberg, Pfarrvikar in Bonn-Nord ins Amt eingeführt

Festlicher Deckenschmuck
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Erste Morgenmesse im Rheinviertel 

Es ist Donnerstag, der 19. September 2019. Soeben hat Pfarrer Edward Balagon seinen ersten Gottesdienst in der Kirche St. Andreas im Rheinviertel zelebriert. Dieser Einstand ist geglückt, denn von den anwesenden Gläubigen waren am Ende der morgendlichen Messfeier nur positive Stimmen zu vernehmen!

Rückblick: Einführung von Pfarrer Balagon

Am Sonntag, den 15. September 2019 war Edward Balagon in Bad Godesbergs zentraler Kirche St. Marien in einer bunt gestalteten Messe feierlich eingeführt worden.

Sage und schreibe 41 Hauptamtliche verschiedener Konfessionen wirkten dabei rund um den Altar mit, unter ihnen viele Gäste aus Balagons Düsseldorfer Gemeinde, in der er als Kaplan gewirkt hat. Aus dieser Gemeinde sowie aus der vorherigen Wirkungsstätte Balagons Kaarst waren auch zahlreiche Gläubige angereist, um seine Einführung mitzuerleben. Unzählige Ministrantinnen und Ministranten gaben Pfarrer Balagon gleich einen Eindruck davon, dass es in Bad Godesberg nicht wie andernorts an Nachwuchs mangelt.

Durchgeführt wurde das katholische Zeremoniell von Stadtdechant Dr. Wolfgang Picken. Durch ihn erfolgte auch die offizielle Begrüßung der Gäste zu Beginn der Feier. Applaus gab es, als laut wurde, dass Pfarrer Balagon die Ökumene am Herzen liege. (Seine Reaktion auf die spätere Ansprache des evangelischen Pfarrers Jan Gruzlak sprach zumindest nicht dagegen.)

Für den Vater von Edward Balagon war nicht nur ein besonderer Tag, weil sein Sohn leitender Pfarrer über rund 27.000 Katholiken wurde, sondern auch deshalb, weil er Geburtstag hatte, zu dem Stadtdechant Picken gratulierte.

Weitere neue Gesichter in Bad Godesberg

Neben Pfarrer Edward Balagon präsentierte sich auch Pater Charles Odwar Lekamoi AJ, der als Ordensoberer der Apostel Jesu nun auch Pater Innocents Lyimos Stelle als Pfarrvikar übernommen hat. – Möge Gott Pater Innocent in der bevorstehenden Zeit seiner krankheitsbedingten Zwangspause begleiten, beschützen und ihn genesen lassen!

Neu in Bad Godesberg (Schwerpunkt: Rheinviertel) ist auch Pastoralassistentin Schwester Cäcilia Nguyen (Schwesternkongregation von der Liebe zum Heiligen Kreuz). Stadtdechant zeigte sich beglückt, eine Schwester ihrer Kongregation in Bad Godesberg zu wissen, war es ihm doch vor Jahren nicht gelungen, diesen Orden nach Bad Godesberg zu holen.

Konzentriert und mit angemessener Haltung: Pfarrer Balagon

Nach dem Verlesen der von Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki unterzeichneten Ernennungsurkunde durch Stadtdechant Picken und dem Treueversprechen des Neupfarrers Balagon folgten die beiden Lesungen aus dem 1. Brief des Apostels Paulus an Timotheus bzw. aus dem Buch Exodus – unterbrochen von einem Chor-Zwischengesang mit dem prägnanten Text „So Much Stronger, So Much Wiser“ im Refrain.

Im Anschluss wurde Pfarrer Balagon das Evangeliar mit dem Auftrag der Wort Gottes-Verkündigung vom Stadtdechanten übergeben, der – ob Zufall oder nicht – Anklänge an seinen eigenen Primizspruch dabei verwandte, der „ob gelegen oder ungelegen“ zur Verkündigung der Schriftworte auffordert.

Verlesen wurde das lukanische Evangelium dann vom Diakon des Burgviertels! Da verstehe einer die Katholiken... ;-)

Auf die Predigt von Pfarrer Balagon zum Thema „Suchen und Finden“ war der Godesberger KGV bereits durch das erste Vorwort des neuen Pfarrers in den Pfarrnachrichten eingestimmt. Mit Bezug zu seinem Primizbild, das die Mitfeiernden auf den Bänken vorfanden, sprach Balagon über die Begegnung mit Gott als Geschenk. Nach einem gemeinsamen Gebet aller, einem Zwischengesang und den Fürbitten wurde der Neupfarrer am Altar zur Feier der Eucharistie beauftragt.

Altmodische Beichte?

Der Ritus der Beauftragungen scheint ein Update erfahren zu haben: Zum zweiten Mal in kurzer Folge gab es bei der Einführung eines Pfarrers, die ich besucht habe, keine Beauftragung zum Hören der Beichte. Wäre das Übergeben einer violetten Stola nicht eine passende symbolische Handlung, die sich überall durchführen ließe? Meiner Meinung nach ist dieser Auftrag auch für einen leitenden Pfarrer kein altes Eisen.

Edward Balagon nahm auch die Beauftragung zur Durchführung der Eucharistiefeier mit dem gebotenen Ernst entgegen und feierte diese anschließend mit den ihm nun anvertrauten Gläubigen und den Gästen.

Die Kommunion wurde zu Musik des Gospelchores „Spirit Of Gospel“ ausgeteilt. Unter der bewähren Leitung von Michael Langenbach-Glintenkamp wirkte der Chor intensiv an der Einführungsfeier mit.

Mehrfach bewiesen: Sinn für Humor

Nach dem Empfang der Eucharistie zogen auch „die Kleinen der Gemeinde“ – wie die Kita-Kinder sich in ihrem Lied besangen – mit bunten Luftballons in die Kirche ein und überreichten ein Geschenk. Pfarrer Balagon spielte mit selbstironischem Witz auf seine geringe Körpergröße an. Er machte deutlich, sich bei den Kleinen in guter Gesellschaft zu wissen. Offenbar versteht Pfarrer Balagon es, Kindern auch unabhängig vom Körpermaß auf Augenhöhe zu begegnen, denn die Chemie zwischen ihnen stimmte spürbar.

Unter dem Schutz der Gottesmutter

Marianisch wurde es im Anschluss, als Pfarrer Balagon am Altar der Gottesmutter und Patronin von St. Marien eine Kerze entzündete für sowie mit den Gläubigen betete und „Segne du, Maria“ sang.

Unter den folgenden Ansprachen stachen die des Bezirksbürgermeisters Christoph Jansen und die bereits erwähnte Ansprache des evangelischen Pfarrers Jan Gruzlak (Johannes-Kirchengemeinde) hervor. Bei beiden scheinen beste Voraussetzungen für eine fruchtbare Zusammenarbeit mit Pfarrer Balagon gegeben zu sein. Bezirksbürgermeister Jansen schlug dem Neupfarrer vor, mit ihm an Karneval um die Häuser zu ziehen. „Ich verspreche, dass ich mich nicht als Priester verkleiden werde“, sicherte Jansen mit Humor zu. Dies war bei Pfarrer Balagon wohl hängengeblieben, als er sich am Ende der Feier in St. Marien versehentlich bei „Pfarrer Jansen“ bedankte, worüber Balagon selbst lachen musste.

Eine langer, festlicher Gottesdienst wurde in fröhlicher Stimmung beendet. Im Anschluss wurde zum Empfang geladen.

Sonntagsmesse, Familien- und Ehrenamtsfest in und um St. Andreas

Am 22. September 2019 feierte das Bad Godesberger Rheinviertel rund um die Kirche St. Andreas ein Familien- und Ehrenamtsfest. Das Fest begann mit der sonntäglichen Messfeier, deren Hauptzelebrant Pfarrer Edward Balagon war. Damit begrüßte ihn das Rheinviertel noch einmal eigens in besonderer Weise. Die Begrüßung durch das Südviertel wird am Sonntag, den 6. Oktober um 10.00 Uhr erfolgen. Die Familienmesse anlässlich des Erntedankfestes mit Pfarrer Balagon wird in der Lannesdorfer Herz Jesu-Kirche stattfinden.

Einführung von Pfarrvikar Dr. Peter Rieve

Auch die Gemeinde St. Petrus im Bonner Norden hatte am 22. September Gründe für eine besonders festliche Sonntagsmesse: Pfarrverweser Dr. Wolfgang Picken wurde in der Stiftskirche noch einmal durch den Pfarrgemeinderat von allen Gemeindemitgliedern willkommen geheißen; Dr. Peter Rieve wurde in sein Amt als Pfarrvikar der Gemeinde durch Dr. Picken in seiner Funktion als Stadtdechant eingeführt.

Pfarrvikar Rieve setzte mit der theologischen Tiefe seiner Predigt einen richtungsweisenden Akzent. Insgesamt reagierte die Gemeinde freundlich, aber mit gesunder Zurückhaltung auf die neue Kirchenleitung. Dass Vorschusslorbeer auf Anforderung zu verteilen nicht Stil der Gemeinde ist, merkte man an ihrem zögerlichen Applaus.

Was in der Festmesse am stärksten beeindruckte, war die Ansprache seitens des Pfarrgemeinderates, die keinen Zweifel an den Erwartungen der Gemeinde ließ: Pfarrverweser Dr. Picken und Pfarrvikar Dr. Rieve wurde Offenheit für die neuen Geistlichen signalisiert, jedoch auch unmissverständlich Unterstützung für den Petrusweg der Gemeinde gefordert. – Chapeau!

Wie man Dr. Peter Rieves sinngemäße Äußerung, er sei mit Petrus als Namenspatron ja auch auf einem Petrusweg unterwegs gewesen, zu verstehen hatte, wird sich noch zeigen.

„Lukas ist an der Seite von St. Petrus.“ Mit diesen eindeutigen Worten zeigte sich Pfarrer Michael Schäfer von der evangelischen Lukaskirchengemeinde solidarisch mit den Katholiken im Bonner Norden. Er erwähnte, dass die dritte ökumenische Fronleichnamsprozession in Planung sei, und man hoffe, dass sie auch durchgeführt werden könne.

Für eine festliche Atmosphäre des Einführungsgottesdienstes, in dem auch rund 30 Kinder aus den Kirchen des Bonner Norden ihr Lied von der einen Welt darboten, sorgte die Choralschola. Im Anschluss an die Messfeier kam man im Alleechen zur Begegnung zusammen.

(dcbp, 26.09.2019)

Autor:

Damiana C. Bauer-Püschel aus Bonn

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