Pfarrer Mike Kolb in Bad Godesberg: Fastenpredigt und Worte zur Vakanz

Mittelgang mit Blick zum verhüllten Kreuz über dem Altar
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Am fünften Fastensonntag (07.04.2019) sprach Pfarrer Mike Kolb in der Bad Godesberger Herz-Jesu-Kirche (Beethovenallee) im Rahmen der diesjährigen Fastenpredigtreihe „Randfiguren der Passion“ zum angekündigten Thema „Ein Verbrecher – verbindlich“. Direktor Pfarrer Mike Kolb ist Leiter der Hauptabteilung Seelsorge-Personal im Erzbischöflichen Generalvikariat Köln und stellvertretender Generalvikar. Unter anderem war Kolb zehn Jahre lang als Diözesanjugendseelsorger tätig; daher zeigte er sich besonders erfreut mit jungen Leuten – Firmanden und Ministranten – in Bad Godesberg Gottesdienst feiern zu können.

Unter dem Motto „Ein Verbrecher – verbindlich“ stand die Predigt laut Vorankündigung. Das Attribut „verbindlich“ fand sich in der Predigt jedoch nicht wieder. Kolb begann seine Predigt mit dem Hinweis auf zwei Menschen, die etwas gebrochen haben. Von einer Ehebrecherin berichtete das Evangelium (Joh 8,1-11); die Predigt stand zudem im Zeichen des „guten Schächers“, der vor dem Kruzifix bildlich dargestellt war. Die halbtransparente Reproduktion des Bildes „Christus und der gute Schächer“ von Tizian (Tiziano Vecellio, 1488-1576) illustrierte die Predigt. Der dargestellte Verbrecher habe das Gesetz in einer Weise gebrochen, dass er mit dem Tod durch die besonders grausame Hinrichtungsart der Kreuzigung bestraft wurde. In den Augen der jüdischen Bevölkerung habe ein so Hingerichteter damals als verflucht gegolten, erklärte Pfarrer Kolb. Als „gut“ wird die Figur des Verbrechers bezeichnet, weil er seine Fehler einsieht, Gott in Jesus erkennt und ihn um sein Gebet bittet (vgl. Lk 23,39-43).

Der Prediger beleuchtete, auf welch vielfältige Art Menschen etwas brechen können: ein Versprechen, eine andere Person... Er betrachtete die Ehebrecherin im Evangelium und den Verbrecher am Kreuz als Bilder für unsere Fähigkeit, Brüche zu begehen. Pfarrer Kolb stellte in Anbetracht solcher Vergehen die Frage: „Warum ist das überhaupt so, denn [...] jeder von uns will doch eigentlich gut und im Glück leben?“ Warum es negative Erfahrungen im Leben gibt, die einer beim anderen verursacht, warum es letztlich den Tod gibt, machte Mike Kolb am Buch Genesis und am Sündenfall fest und führte seinen Gedankengang bis zur Erlösung durch Christi Tod am Kreuz fort; der Verbrecher am Kreuz hatte Christi Werk und Wirkung Kolbs Predigt zufolge erkannt.

Von Interesse war für die Gemeinde, dass laut Aussage des Personalchefs Kolb Ende Mai/Anfang Juni die Bekanntgabe eines neuen Pfarrers erfolgen soll, der ab 1. September seine Aufgabe in Bad Godesberg antreten wird.

Daniel Kirchmann an der Orgel und Klarinettistin Julia Föllmer machten den Gottesdienst mit Werken wie „Aria“ von Eugène Joseph Bozza (1905-1991) zu einer erhebenden Feier.

(dcbp, 09.04.2019)

Autor:

Damiana C. Bauer-Püschel aus Bonn

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