Von Verrat und Vergebung: Kaplan Edward Balagon in der Godesberger Fastenpredigtreihe

Passionstafel: Judas verrät Jesus
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Unter dem Titel „Judas – zerbrechlich“ war am dritten Fastensonntag, 24.03.2019, der zweite Teil der Fastenpredigtreihe im Rahmen des 18.00 Uhr-Gottesdienstes in der Bad Godesberger Herz-Jesu-Kirche (Rheinviertel) zu hören. Gastprediger war an diesem Sonntag Kaplan Edward Balagon, der auf Einladung von Pastoralreferentin Carmela Verceles nach Bad Godesberg kam, wie man am Ende der Hl. Messe erfuhr. Der „kölsche Jung mit philippinischen Wurzeln“, wie er sich selbst bezeichnete, war von jenseits der Benrather Linie aus Düsseldorf angereist, wo er im Seelsorgebereich Düsseldorf-Unter- und Oberbilk, Friedrichsstadt und Eller-West den priesterlichen Dienst auf seiner zweiten Kaplanstelle versieht. Ein lockerer Spruch über die Beschimpfung „Du Judas!“ und seine Tätigkeit als Kölner (Geburtsort: Frechen) ausgerechnet in Düsseldorf gewann Kaplan Balagon sofort Sympathiepunkte.

Für ortsunkundige Leser: Mit dem historisch begründet angespannten Verhältnis der beiden Städte zueinander wird heute vielfach gefrotzelt. Sooo schlecht ist das Verhältnis nicht, auch wenn sich manch einem nicht erschließt, wie man statt Kölsch (oder Bönnsch) Altbier trinken kann! ;-) Spaß beiseite und zurück zum Thema:

Passend zum Evangelium der Passionsgeschichte, das den Verrat Jesu durch Judas schildert, ist in dieser Woche am Herz-Jesu-Kreuz das Bild einer Passionstafel zu sehen, die den Judas-Kuss zeigt (s. Fotos).

Kaplan Edward Balagon ging zunächst auf die Figur des Judas und auf verschiedene theologische Ansichten dazu ein. Ihm hätten all diese Theorien die Person Judas nicht näher bringen können, räumte der Kaplan ein; Verständnis für ihn oder gar Mitleid mit Judas könne er angesichts der Schwere seines Verrats nicht aufbringen. Der offizielle Titel der Predigt „Judas – zerbrechlich“ hatte eine andere Position des Predigers suggeriert.

Balagon predigte lebensnah und ging auf Verrat in zwischenmenschlichen Beziehungen und mögliche Reaktionen darauf ein. Judas konnte mit seiner Tat, die er hinterher bereute, nicht mehr weiterleben; dabei hätte er die Möglichkeit gehabt, Jesus um Vergebung zu bitten. Von dieser Option war der Priester in seiner Predigt überzeugt. Judas habe die Vergebung nicht verstanden, obwohl er Jesus so nah stand, so Balagons Meinung.

Auch für uns sind Reue, Umkehr und Vergebung ein empfohlener Weg zum Frieden, ob es zwischenmenschliche Beziehungen oder unsere Gottesbeziehung betrifft. Seine Vergebung müssen wir nur annehmen, um inneren Frieden zu erlangen.

Kaplan Balagons warmherzige und in sich schlüssige Predigtworte, denen kaum etwas hinzuzufügen war, begleiteten die Gläubigen in die neue Woche.

Beeindruckt zeigte sich der Gast nach eigener Aussage von den vielen Messdienern und der vergleichsweise hohen Anzahl der Gottesdienstbesucher. In Balagons Gemeinde feiere er mit nur zwei oder drei Ministranten vor 40 oder 50 Personen Sonntagsmessen. Nun, solche Zahlen sind relativ. Andernorts würde man sich sicherlich über 40, 50 Gottesdienstbesucher freuen; die Bad Godesberger Predigtreihe habe ich noch nie so leer wie am Sonntag gesehen, auch wenn das immer noch „gut besucht“ bedeutet. Zur Vorwoche, in der alle Firmanden des Seelsorgebereichs und nicht nur diejenigen aus dem Rheinviertel – einem von drei Bezirken – Anwesenheitspflicht hatten, war ein deutlicher Unterschied zu sehen. (Dass die Jugendmesse der letzten Woche auf ein Datum mit Besucherzählung fiel, war bestimmt kein Zufall.)

Carmela Verceles wandte sich mit motivierenden Worten des Danks unter anderem an die Gemeinde, welche die Veränderungen im Seelsorgebereich mittrage.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst in bewährter und immer wieder gerne gehörter Weise vom Chor „Rheinvierteltakt“ unter Leitung von Ludger Brück.

Man darf gespannt auf den nächsten Teil der Predigtreihe am kommenden Sonntag (Beginn: 18.00 Uhr) sein, in dem es um folgende „Randfigur der Passion“ geht: die des Petrus. Daniel Kirchmanns „Junger Chor“ wird für die musikalische Gestaltung sorgen.

(dcbp, 26.03.2019)

Autor:

Damiana C. Bauer-Püschel aus Bonn

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