Jubiläum der Houverather Eifeldombläser
Großartiges Jubiläumskonzert im Eifeldom und Auszeichnungen durch Walter Link

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Jubiläum der Houverather Eifeldombläser

Großartiges Jubiläumskonzert im Eifeldom (St. Thomas) / Grußworte von Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian und Pfarrer Christian Hermanns / Hohe Auszeichnungen durch Vorsitzenden des Volksmusikerbundes NRW Walter Link

Von Manfred Görgen

Bad Münstereifel-Houverath.

„Es ist schön, hier vorne zu stehen und Sie alle zu sehen. Und ich freue mich, dass wesentlich mehr interessierte Zuhörer gekommen sind, als ich zu erwarten gewagt hätte.“ Das sagte am ersten Mai-Feiertag Dietmar Frings 1. Vorsitzender des Jubiläumsvereins „Houverather Eifeldombläser“ in der sehr gut besuchten Kirche St. Thomas, liebevoll auch „Eifeldom“ genannt. Vorsitzender Frings zu Beginn des fast dreistündigen Konzertes: „Wir sind erst 20 Jahre alt. Nichts gegenüber dem 106 Jahre alten ehrwürdigem Eifeldom.“

Die Eifeldombläser haben sich vor 20 Jahren nach dem Gotteshaus benannt. Alle Gerüchte, Namensgeber sei die ehemalige Gaststätte „Zum Eifeldom“ gewesen, seien falsch. Obwohl Frings:“ Wir sind gerne auch dort gewesen, wo wir unseren ersten Übungsraum hatten.“ Der Name Eifeldombläser war stets Programm: Rund um den Eifeldom wurden alle Anlässe im Ort musikalisch begleitet, die im Jahreskreis um den Kirchturm herum stattfanden. Über die Jahre haben die Musiker ihren Wirkungskreis vergrößert. Was lag aber näher, als zum 20-jährigen Gründungsjubiläum zum Eifeldom zurückzukehren, um dort das Jubiläumskonzert zu veranstalten. Habe man sich für ein Konzert zum Jubiläum entschieden, um Freunden und Mitgliedern, aber auch der gesamten Bevölkerung zu präsentieren, wie sich der Musikverein entwickelt habe. Ging es jüngst um ein musikalisches Dankeschön der Eifeldombläser an das Publikum für 20 Jahre Treue zu den Eifeldombläsern.

Als man auf den Tag genau, so Frings, „und damit heute vor 20 Jahren den ersten öffentlichen Auftritt zur Maibegrüßung am Maibaum hatten, waren manche Töne schief. Aber es wurde geübt und weitergemacht. Unser Dirigent Stefan Frings hat die Eifeldombläser musikalisch weiterentwickelt.“ Das Repertoire ist über die Jahre reichhaltiger geworden. Es wäre vermutlich ein leichtes Spiel gewesen, aus den vorhandenen Liedern ein Programm für ein Konzert zusammenzustellen. Aber das war den Musikinnern und Musiker um Stefan Frings nicht genug. Alle wollten zeigen und beweisen, wie vielfältig Blasmusik sein kann. Für das fast dreistündige Konzert hatten sie über 20 Stücke vorbereitet. Dreizehn davon neu einstudiert. Das erforderte in den letzten Monaten viel Arbeit. Stefan Frings gelang es, alle Werke auf die vorhandene Instrumentenbesetzung anzupassen. Klar, das zu Beginn alle Akteure mächtig aufgeregt waren, aber ihr Bestes gaben. Bei einem Jubiläum werden oft wichtige Meilensteine und Ereignisse aus dem Vereinsleben angesprochen. Die Eifeldombläser hatten sich aber für ein Konzert entschieden und nicht für einen Festkommerz.

Insbesondere ging der Gruß vom 1.Vorsitzenden an Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian, weil sie ein treuer Fan der Eifeldombläser sei. Ebenso wie Pfarrer Christian Hermanns. Besonders stolz hob Dietmar Frings hervor, ein für das Publikum neues Gesicht in den Reihen der Eifeldombläser zu haben. Walter Link, ein Multitalent in Sachen Musik: Ehemaliger 1.Trompeter der Bigband der Bundeswehr, Vorsitzender des Volksmusikerbunds NRW, Kreisverband Euskirchen, Kreisdirigent und nicht zuletzt aktiver Musiklehrer von Dirigent Stefan Frings. Walter Link hat mit seiner Frau Thea die Eifeldombläser schon mehrfach zu Auftritten beim Oktoberfest in Calella, Spanien, begleitet. Walter Link war es auch, der im Verlauf des Konzerts mit Vorsitzenden Dietmar Frings einige Ehrungen vornahm. Nach kurzen Grußworten von Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian und Pfarrer Hermanns, gab es folgende Ehrungen durch Walter Link an Dirigent (seit 1999) Stefan Frings, die auch im Vorstand seit 1999 tätigen Martina Nücken und Christoph Krings, sowie den seit 20 Jahren aktiv spielenden Helmut Henn und die seit 10 Jahren aktiven Karl Fussel und Heinz Weischede. Seit 15 Jahren dabei Hilla Zimmer, Gero Zimmer und Dietmar Zimmer. Gerne erwähnt wurden auch die Ehrenmitglieder Matthias Bauerfeind und Hermann Schneider.

Hatten die über die Grenzen hinaus bekannten Musikerinnen und Musiker der Blaskapelle „Eifeldombläser“ somit jüngst großen Grund zum Feiern. Durften sich die Besucher auf ein reichhaltiges musikalisches Repertoire freuen, dass zum guten Schluss nach fast drei Stunden Musik vom Feinsten mit Standing Ovation gefeiert wurde. Vom Ergebnis waren auch der bis zum Schluss fasziniert zuhörende Pfarrer Hermanns und Bürgermeisterin Preiser Marian aus dem Häuschen. Und die Bürgermeisterin beim „Stääne“ Lied zu Tränen gerührt. Dass die Eifeldombläser Houverath zu einer Blaskapelle herangereift sind, die heute ein breites Repertoire auf hohem musikalischem Niveau darbietet, ist nicht zuletzt Dirigent Stefan Frings zu verdanken, der zu begeistern und motivieren weiß. Somit präsentierten sich die Musiker jüngst unter anderem mit reichlich „Wir-Gefühl“ und „Will Follow Him“, einem Filmklassiker Sister Act mit Whoopie Goldberg in der Hauptrolle von 1992. Mit dem Bekenntnis der Nonnen „Ich will ihm – also Jesus - folgen“, passte das Lied hervorragend auch in das Konzert in dieser Kirche. Folgten „Brennende Herzen“, im Slowrock für Soloposaune. Und da die Eifeldombläser keine reinen Posaunenspieler im Orchester haben, hatte Stefan Frings das Stück umgeschrieben, um es nun erstmals aufzuführen zu können. Präsentieren die Musiker dann fetzig mit „American March Highlights“ ein Potpourri populärer amerikanischer Märsche. Neu, das jüngst bei den Eifeldombläsern Dorothee Frings ein Potpourri der Lieder von Connie Francis sang. Conny Francis feierte in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre ihre größten Erfolge. Die Amerikanerin konnte zwar kein Deutsch, sang aber auf Deutsch erfolgreiche Melodien, wie „Paradiso“, „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ oder „Schöner fremder Mann“. Ebenfalls etwas fürs „Gefühl“ war das Stück „Drei Nüsse für Aschenbrödel.“ Seit Jahren gehört der 1973 als ČSSR-/DDR-Koproduktion entstandene und gleichnamige Märchenfilm zum festen Bestandteil des Weihnachtsprogramms der öffentlich-rechtlichen Sender. Wurde es danach feierlich, denn „Highland Cathedral“ stand auf dem Programm. Es handelt sich eigentlich um eine Dudelsackmelodie. Die Kölner Kultband Bläck Fööss coverte 2008 „Highland Cathedral“ unter dem Titel „Du bess die Stadt“ als Hommage an die Stadt Köln in Kölner Mundart. Auf den Dudelsack musste im Eifeldom leider verzichtet werden. Dafür erlebten die Zuhörer, dass sich ein „Dudelsack“-Feeling auch mit Hörnern und Trompeten herbeizaubern lässt.

Wurde sich auch beim lieben Gott bedankt mit dem Alfred Bösendorfer Stück in „Canto Ambrosiano“, das berühmte ökumenische Kirchenlied „Großer Gott, wir loben dich“. Frings: „Wir haben dieses Stück für unser Konzert auch gewählt, wohlwissend, dass es Pfarrer Hermanns besonders gut gefällt. Mit „So schön ist Blasmusik“ ging es weiter. Somit kehrten auch die Eifeldombläser zu den Ursprüngen der musikalischen Entwicklung zurück. Die Polka, den Walzer und Marsch. Die Polka Stari Bunar, gehört zum Grundrepertoire eines Blasorchesters. Natürlich muss ein Musikverein auch Walzer „können“: Tanz mit Johann Strauss war daher eine Zusammenstellung, auch Medley genannt, von bekannten und beliebten Melodien des österreichisch-deutschen Kapellmeisters und Komponisten Johann Strauss der als „Walzerkönig“ international geschätzt wird. Viele Märsche gehören zum Standardrepertoire der Eifeldombläser. Die beliebten wie Weekend, Holiday, Silver Bird oder Silver Moon erklingen immer noch regelmäßig, wenn die Kirmes in Houverath oder die Junggesellen bei der Kirmeseröffnung begleitet werden. Da sich die Melodien der Märsche sehr ähneln, sei schon vorgekommen, dass ein Trompeter (Name wurde nicht genannt) den Marsch Silver Moon spielte und das andere Orchester Silver Bird. Der besagte Trompeter, so Dietmar Frings, sei übrigens bis heute der Meinung, dass er richtig und die anderen falsch gespielt hätten.“ Nach „Bruder Jakob, Schläfst du noch? folgten auf diese Erstaufführung „Tulpen aus Amsterdam“, ein Walzer aus dem Jahr 1956. Danach erwartete die Zuhörer wieder ein besonderes musikalisches Highlight: Dorothee und Stefan Frings verwandeln sich in Henry Valentino und Uschi. Als Duett präsentierten beide „Im Wagen vor mir". Es wurde von zahlreichen Künstlern parodiert, unter anderem 1987 sogar von den Toten Hosen.
Winnetou & Old Shatterhand: Das Titelthema zum Karl-May-Film "Der Schatz im Silbersee" - die "Old Shatterhand-Melodie", führte 1962 über 17 Wochen lang die Charts in Deutschland an. Mit seiner Musik für die Karl-May-Filme avancierte Martin Böttcher in den 1960er Jahren zum erfolgreichsten deutschen Filmkomponisten. Wer die Augen schloss, dürfte Schlagzeuger Gero Zimmer mit entsprechend nachgeahmten Hufe klappern vor geistigem Auge die Pferde erkennen, die mit ihren Reitern über die Weiten der Prärie galoppierten. Vom Wilden Westen ging es in den Wilden Osten. „Das ist die Berliner Luft“ gilt als inoffizielle Hymne der Stadt Berlin und wird häufig bei Auftritten von Militärkapellen gespielt. Das Lied hat eine lange Tradition und entstand 1904. Zum Schluss des Jubiläumskonzertes präsentierten die Musiker die Abendhymne-Serenadenmusik mit Zapfenstreichcharakter. Und zum guten Schluss gerührt vom Applaus und Standing Ovation als kleine Zugabe „Stääne“. Ein Titel, der zu den meistgespielten Kölschen Hits zählt. Er stammt aus der Feder der Klüngelköpp, einer der inzwischen begehrtesten kölschen Bands. Und damit es nicht nur instrumental zu hören war, sangen Dorothee und Stefan das Lied mit. Ließen sich die ergriffenen Zuhörer gemeinsam verzaubern und dachten beim Text „DOM“ sicherlich einige auch an den Houverather „Eifeldom“. Der kurze Refrain: Wenn am Himmel die Stääne danze - Un dr Dom sing Jlocke spillt (Eifeldom) - Jo dann weiß ich dat ich doheim bin - Jo doheim bin heh am Ring (Rheinland/Eifel) Text / Fotos: Manfred Görgen / MaGö / mg

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Autor:

Manfred Görgen aus Bad Münstereifel

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