Asche auf mein Haupt“ gehört zu den biblischen Sprüchen.
Na dann mal „Asche auf mein Haupt“

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Von Manfred Görgen

Bad Münstereifel-Houverath. Wohl fast jeder kennt die Redewendung „na dann mal Asche auf mein Haupt“, oder ?

Und genau diese Bezeichnung „Asche auf mein Haupt“, kam erstmals statt des sonst bei den katholischen Christen gewohnten Aschenkreuzes für viele schon überraschten Besucher zur Geltung. Und erstmals nicht, wie in all den Jahren zuvor üblich, mit dem Daumen das schwarze Aschenkreuz auf die Stirn gezeichnet, sondern die Asche ins Haar gerieselt. So auch in Houverath am Mittwochabend zur späteren als gewohnter Stunde im „Eifeldom“ von St. Thomas.

Somit, wenngleich der Karneval in diesem Jahr wegen der Pandemie wenig spektakulär und ausgelassen gefeiert wurde – wenn überhaupt – folgt die Fastenzeit nun trotzdem.

Die Christen beginnen bekanntlich am Aschermittwoch die Vorbereitungszeit auf Ostern. Normalerweise – aber was ist schon in Zeiten von Corona normal - zeichnet in den katholischen Gottesdiensten ein Seelsorger ein Aschenkreuz auf die Stirn der Gläubigen. Dieses Ritual fiel in diesem Jahr den Hygiene- und Abstandsregeln zum Opfer. Stattdessen wurde die Asche aufs Haupt gestreut. Man folge damit der Empfehlung des Kölner Erzbischofs und maßgeblich der Liturgiekongregation aus Rom, teilte auch in Houverath der Geistliche mit.

Das bedeutete jüngst, dass der Priester im Altarraum die Asche segnete und mit Weihwasser besprengte. Dann reinigte er sich die Hände und setzte sich einen Mund-Nasen-Schutz auf. Statt das Kreuz auf die Stirn der Gläubigen zu zeichnen, streute er Asche auf den Kopf. Gesprochen wird dabei nicht. Die Fastenzeit bis Ostern steht für das Christentum im Zeichen der Umkehr und Buße.

Doch woher kommt der Ausspruch „Asche auf mein Haupt“ eigentlich und welche Bedeutung hat es?

Denn wenngleich "Asche auf mein Haupt" eine auch im Alltag weit verbreitete Redewendung ist, steckt doch einiges dahinter.

Als kleineres Beispiel dürften auch Eltern folgendes unter anderem schon von ihrem Nachwuchs zu hören bekommen haben. Wenn zum Beispiel der Sohnemann etwas aus einem Geschäft mitbringen sollte. Doch was passiert: „Verdammt noch mal. Ich habe es vergessen und Ache auf mein Haupt." 

Wer "Asche auf mein Haupt“ verwendet, hat zwar was angestellt, räumt jedoch seinen Fehler und Reue ein. So nach dem Motto: "Tut mir leid, war meine Schuld“.

Die Tradition, sich für eigenes Fehlversagen Asche auf das Haupt zu streuen, gibt es noch heute am Aschermittwoch. Allerdings bekommt jeder Christ, wenn mal nicht Pandemiezeiten herrschen, ein Kreuz aus geweihter Asche auf die Stirn gezeichnet und gilt die Asche als Zeichen der Buße, soll Neuanfang und Reinigung symbolisieren.

Bereits im Altertum gab es die Tradition, sich zu traurigen Anlässen Asche auf Kopf oder Gewand zu streuen. Dadurch sollte der eigenen Trauer Ausdruck verliehen werden. Manchmal wird die Redewendung jedoch auch ironisch verwendet.

"Asche auf mein Haupt“ gehört zu den biblischen Sprüchen. Die Kinder des König David, Amnon und seine Schwester Tamar, geben der Redewendung in einer sehr scheußlichen Situation Ausdruck. Als Amnon nämlich seine eigene Schwester vergewaltigte, warf Tamar Asche auf ihr eigenes Haupt und zerriss ihr Kleid. Zudem legte sie ihre Hand auf das Haupt und ging laut schreiend davon (aus 2. Samuel 13, 19). Dieses Beispiel zeigt ein aus heutiger Sicht unvorstellbares und grausames Frauenbild, dass zur damaligen Zeit akzeptiert war. Eine Vergewaltigung innerhalb der Familie wurde als Bagatelle heruntergespielt und letztlich gab sich die Schwester selbst die Schuld.

Einer der späteren Propheten, Daniel, verbreitete zudem einen ähnlichen Brauch: "Und ich kehrte mich zu Gott, dem Herrn, um zu beten und zu flehen unter Fasten und in Sack und Asche.“ (Daniel 9, 3) Dieser Brauch hat sich jedoch nicht weit verbreitet und ist heute nahezu unbekannt. Mg

Autor:

Manfred Görgen aus Bad Münstereifel

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