Prinz Silvia II. (Roggendorf) Bauer Monika I. (Esser) und Jungfrau Marianne 1. (Breuer) regieren im Doppeldorf Arloff- „Keuschemich“
Und diesmal war es nicht nur eine Überraschung, sondern eine Sensation / Selbst die als Hellseherinnen verkleideten Frauen konnten nichts erhellendes aus ihren Glaskugeln vorab lesen

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„Arloff-Keuschemich“ na klar, denn hier spielt die Musik !!!

Ein Dreigestirn zum Jubiläumsausklang der Prinzengarde:

Prinz Silvia II. (Roggendorf) Bauer Monika I. (Esser) und Jungfrau Marianne 1. (Breuer) regieren im Doppeldorf Arloff-„Keuschemich“

Und diesmal war es nicht nur eine Überraschung, sondern eine Sensation / Selbst die als Hellseherinnen verkleideten Frauen konnten nichts erhellendes aus ihren Glaskugeln vorab lesen

Von Manfred Görgen

Bad Münstereifel-Arloff-Kirspenich. Frei nach dem Lied einer Kölner Mundartgruppe „Un wenn et Trömmelche jeht, dann stonn mir all parat“, ging es jüngst in der Mehrzweckhalle zu. Wurden alle erwartungsvoll auf das „Besonderes des Abends“ harrende, diesmal wegen der angekündigten Proklamationssitzung eine gute Stunde nach Beginn noch auf die Folter gespannt.

Haben wir wirklich wieder Tolltiäten und wenn ja, wer mag es sein, lauteten die Fragen.

Wurden allerdings nach langem Warten dann zahlreiche Handys beim Einmarsch der neuen Tollitäten gezückt. Schauten die als Hellseherinnen verkleidet allerdings vorab vergeblich in ihre Glaskugeln, um eventuerll erahnen zu können, wer Prinz, Bauer oder Jungfrau sein würde.

Und auch diesmal war es der langjährigen und unermüdlich agierenden Präsidentin der Prinzengarde Silvia Roggendorf vorbehalten, erneut ein Geheimnis lange gut zu hüten. Wurde im Vorfeld zumindest aber so viel von der Präsidentin verraten: „Ja, liebe Narren und Närrinnen, mir hann och en dessem Johr Tollitäten.“ Wer es sein würde, blieb allerdings lange Zeit ein Geheimnis.

Und während Präsidentin Silvia Roggendorf noch emsig in roter Prinzengarde-Jacke und schwarzer Hose bekleidet, auf der Bühne und zwischendurch auch in der Halle präsent war, bahnte sich für zumindest 99 Prozent der Anwesenden eine wirklich große karnevalistische Sensation an:

Dies unter anderem mit Präsidentin Silvia Roggendorf, die sich zwischendurch unbemerkt aus der Halle geschlichen hatte, um wenig später dann umgezogen und im anderen Dress erscheinend, mit zwei weiteren Freundinnen mit frenetischem Jubel und teils Freudengeschrei der zahlreichen Besucher als schmucker Prinz in die Mehrzweckhalle einzumarschieren. Wer hätte das gedacht? Eine Sensation im närrischen Doppeldorf, mit der wirklich (fast) niemand gerechnet hatte. Ausgerechnet der langjährigen Chefin des Karnevalsvereins der Prinzengarde Arloff-Kirspenich Silvia Roggendorf, war es diesmal höchstpersönlich gelungen. Einer Frau, die seit Jahren zu denen gehört, die ein Geheimnis wie ihren eigenen Augenapfel zu hüten weiß, sorgte für die närrischste Überraschung im Doppeldorf seit vielen Jahren. Die Präsidentin steht ab sofort als Regentin und damit Prinz von „Keuschemich“ an der Spitze.

Doch damit nicht genug: Sogar ein komplettes Dreigestirn präsentierte sich auf der großen Bühne der Mehrzweckhalle, um damit als befreundetes Trio die Überraschung und wunderschöne Sensation perfekt zu machen. Schön somit, wenn man(n)/Frau wie in Arloff-Kirspenich seit Jahren bekannt, ein Geheimnis für sich behalten kann. Und selbst die Präsidentin der Prinzengarde mit Silvia Roggendorf an der Spitze, hatte erneut geschwiegen. Diesmal nicht, wie in Vorjahren gelungen, in allerletzter Minute Tollitäten zu präsentieren und zahlreiche Menschen aus dem Doppeldorf in freudiges Erstaunen zu versetzen. In der vergangenen Session war es dem Ilona Rang und Wolfgang Schäfer gelungen. Beide hatten sich in allerletzter Minute entschlossen, in der Jubiläumssession der Prinzengarde (70 Jahre) Prinzenpaar des Doppelortes zu werden. Spielte auch jetzt wieder die Jubiläum feiernde Musikkapelle „Kölsche Köbesse“ von „Mer jon met“ (20 Jahre) zünftig auf.

Den Auftakt vor der Proklamation des Überraschungs-Dreigestirns beim Treiben der Arloff-Kirspenicher machten die Mitglieder der Prinzengarde mit dem Einmarsch der Kapelle „Mir jonn met“. Präsentierten sich Tanzgruppen unter der Leitung von Jenny Stadler, Nicole Jerhoff und Nadine Ohmert. Als Rednerin Annemie Krawtschak alias Anikas Marten, sprach Jakob Mießeler ein kurzes Grußwort, trat eine gute Kölner Band ebenso auf wie zahlreiche Tanzgarden (unter anderem Street Dancer Antweiler), „die Köbesse“ und Michael Dormagen als Bezirksvorsitzender im Regionalverband Rhein-Sieg-Eifel im Bund Deutscher Karneval auf. Wurde natürlich dem scheidenden Prinzenpaar gedankt. War es nicht nur Prinzengarde Präsidentin Silvia Roggendorf, die auf der Bühne dem mit Wehmut aus dem Amt scheidenden Prinzenpaar Wolfgang und Prinzessin Ilona dankte. Überall wo sie die Bühne betreten hätten, seien sie bejubelt worden. Und danach hatte sich Silvia Roggendorf unbemerkt aus der Halle geschlichen. Nur kurze Zeit später dann die Überraschung mit dem einziehenden Trifolium:

Nach einem fulminanten Einzug unter musikalischer Begleitung „Mir jon met“, war es Michael Dormagen, der die Prinzenorden des BDK überreichte. Und auch Michael Dormagen zeigte sich begeistert von den Dreien. Durch das Programm führte der Stellvertretende Vorsitzende der Prinzengarde Patrick Esser. Mit besonders großer Freude durfte er seiner Mutter den Schlegel als amtierenden Bauer überreichen. Zu klein die Bühne, als das Traditionskorps Treuer Husar Blau-Gelb von 1925 e.V Köln einmarschierte. Immerhin 125 Frauen und Männer waren diesmal mit ihrem Tanzpaar dabei. Ebenfalls Apollo Zweifel aus Iversheim, der sich vor Jahren dem Traditionskorps angeschlossen hat.
Für den ebenfalls in Iversheim lebenden Klaus Franz war es als neues Mitglied des Kölner Korps in schicker Uniform der Premierenauftritt. 

Wie von Überraschungs-Prinz Silvia Roggendorf an diesem Abend zu hören, sei die Entscheidung Prinz zu werden, schon Anfang des Jahres auf der Sitzung in Mutscheid gefallen. Damals noch mit Marianne Breuer, die sich bereit erklärte, gerne die Jungfrau zu machen. Und als letztlich noch die Frage nach einem Bauer zu klären war „bin ich nur einmal bei mir auf die andere Straßenseite der Holzgasse zu meiner Nachbarin Monika Esser gegangen. Und als die spontan nur kurz genickt hatte, war alles mit uns Dreien besiegelt und ein lange gehütetes Geheimnis.“

Silvia Roggendorf, die sich nun Prinz Silvia II. nennen darf, ist seit 1995 Präsidentin der Prinzengarde Arloff-Kirspenich. Sie kam 1965 in Arloff zur Welt und ist seit 1984 stolz darauf, Mitglied der Prinzengarde zu sein. Bereits in der Session 1997/98 war sie erstmals Prinz. Und jetzt als Silvia II.: „Nachdem ich in den vergangenen Jahren so viele Prinzen, Prinzenpaare und Dreigestirne gerne begleitet habe, war die Zeit nun auch mal wieder reif für mich.“

Bauer Monika Esser, 1958 in Euskirchen geboren, ist seit ihrer Hochzeit mit einem Arloffer "Jung" im Jahre 1981 in Arloff-Kirspenich bei fast allen Veranstaltungen und Festen dabei und benötigte keine langen Überredungskünste um mitzumachen.

Für Jungfrau Marianne Breuer, 1957 in Füssenich geboren, seit 2002 in Arloff lebend und seitdem auch Mitglied der Prinzengarde, ging nun ein Kindheitstraum in Erfüllung. Wie sehr ihr das Dreigestirn am Herzen liegt beweist, dass sie sogar einen bereits gebuchten Urlaub in Tansania stornierte.

Das Motto der drei Frauen: „Ejal, wo du herküss, häss du nix oder vill, mir spelle he all im selbe Spill. Mir don jän fiere, danze und laache und manch mol och jet Blödsinn mache. Ich sage für üch, für dich und für dich. Unser Hätz schläät für Arloff-Keuschemich.“

Und was den schön gestalteten Dreigestirnorden und seinen Motiven betrifft: Bauer und Jungfrau sind Mitglieder des „Äffzeh“ Fanclubs. Daher versteckt sich in deren Orden zwischen zwei Burgen, der Hubertuskapelle und der Kirche auch noch ein Hennes (Geißbock) des 1.FC.Köln.

Fotos und Text als Copyright unter Manfred Görgen /mag/ mg) MaGö geschützt. Sollten Fotowünsche bestehen, helfe ich gerne weiter unter 0172-2478888

Autor:

Manfred Görgen aus Bad Münstereifel

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