Jubel nach perfekter Landung auf dem Mars auch in Effelsberg: US-Präsident Joe Biden gratulierte allen Beteiligten über Twitter
Die Eifel nicht nur im Fokus der Weltpresse

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Mars-Mission: sogar Radioteleskop in der Eifel überwacht die Mission

Von Manfred Görgen

Bad Münstereifel-Effelsberg/Cape Canaveral. Die Eifel ist fast überall wunderschön und Besuche lohnend. So auch das mit zum größten auf der Welt zählende Radioteleskop in Bad Münstereifel-Effelsberg.
Und dass, obwohl den vielen Menschen ein direkter Besuch vor Ort im wissenschaftlichen Zentrum meist verborgen bleibt. Ein Radioteleskop, das jüngst mal wieder für weltweite Schlagzeilen sorgte.

Dennoch kommt es nicht alle Tage vor dass die Welt in Sachen Weltraum Aktivitäten auch einmal in Richtung Eifel schaut. Damit auch sein Augenmerk auf das Effelsberger Radioteleskop lenkt.

Jüngst, Donnerstag, 18. Februar 2021, so die Macher im Effelsberger Radioteleskop war es soweit. Und das sogar auf Bitten der NASA in Amerika.

Waren vor drei Jahren beim ersten Empfang von Tönen aus den Weiten des Alls sogar noch extra aus den Vereinigten Staaten einige hochrangige NASA-Mitarbeiter in die Eifel gekommen, ging es diesmal schon etwas beschaulicher im kleineren Kreis zu. Blickten die Angehörigen des Max-Plank-Instituts in Effelsberg mit großer Aufmerksamkeit und Spannung auf das was sich am Abend vom Mars aus in die Eifel gesendet, vor Ort tat. Zeichneten dann auch im Auftrag der NASA alles auf, was die Geräte mit modernster Technik so alles aus den Tiefen des Universums hergaben.

Diesmal stand allerdings zu hundert Prozent die erneute NASA Aktion im Mittelpunkt des Geschehens für die erwartungsvollen Wissenschaftler auch in der Eifel. Waren unter andere die Wissenschaftler in Bad Münstereifel-Effelsberg schon zuvor fest davon überzeugt, wieder einiges zu empfangen. Zumindest wenigstens bis kurz vor der Landung, denn als das Missionsgerät so langsam in einem Krater verschwand, riss der Empfang ab.

War es somit endlich soweit und landete bei planmäßiger Berechnung, nach gut sechs Monaten Flugzeit der Mars-Rover "Perseverance" auf dem roten Planeten. Wie auch aus Effelsberg zu vernehmen erwartete die NASA schon am Abend vor der Landung ein riskantes, aber natürlich auch ein erfolgreich verlaufendes Manöver.

Nach einem halben Jahr Flugzeit, landete auch der US-Rover "Perseverance" auf dem Mars: Der Ende Juli 2020 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartete Roboter der US-Raumfahrtbehörde Nasa sollte gegen 21.30 MEZ mit einem riskanten Manöver in einem bislang noch nie vor Ort untersuchten ausgetrockneten See namens "Jezero Crater" aufsetzen. Und genau so kam es.

Der rund 2,5 Milliarden Dollar (etwa 2,2 Milliarden Euro) teure NASA-Rover "Perseverance" (auf Deutsch in etwa lautend: „mit Durchhaltevermögen“, ist fast acht Jahre lang entworfen und gebaut worden. Der Roboter hat bereits begonnen auf dem Mars nach Spuren „früheren mikrobiellen Lebens zu suchen“, so auch die Wissenschaftler in der Eifel. Ferner das Klima und die Geologie des Planeten erforschen.

An Bord hat der rund 1.000 Kilogramm schwere Roboter (Größe eines Kleinwagens) unter anderem sieben wissenschaftliche Instrumente, sage und schreibe 23 Kameras und einen Laser.

Erstmals Hubschrauber auf dem Mars

Der Rover soll zahlreiche NASA-Premieren ermöglichen: Erstmals wurden mit "Perseverance" Mikrofone auf den Mars geschickt, erstmals ein kleiner Hubschrauber und erstmals sollen in einer gemeinsam mit der europäischen Raumfahrtagentur Esa entwickelten Mission Proben vom Mars zurück zur Erde gebracht werden. Und zumindest was die Geräusch-Kulisse betrifft, sind die Wissenschaftlicher bildlich und damit mit den auf Monitoren aufgezeichneten Daten und mit hellwachen Ohren live dabei.

Bei der Mars-Mission mit dem Nasa-Rover "Perseverance"
spielt das Radioteleskop Effelsberg in der Eifel eine entscheidende Rolle.

Und ohne Bauteile aus Herzogenrath könnte der Roboter keine Gesteinsproben sammeln. Beobachtet wurde die Landung von zwei Teleskopen: Eines steht in den Appalachen in West Virginia (USA), eines in Effelsberg bei Bad Münstereifel. Das sind die größten beweglichen Radioteleskope der Welt.

Am Teleskop des Max-Planck-Institutes für Radioastronomie in Bonn sind wichtige Forschungs-Daten von der Marssonde in den kritischen Momenten der Landung aufgezeichnet worden - dabei ging es konkret um einen Trägerton. Aus der Frequenzveränderung beim Abbremsen der Sonde lassen sich Schlüsse über den Verlauf der Landung ziehen.

Funksignale erst nach elf Minuten übermittelt

Für die Forscher eine ungewöhnliche Aufgabe. Normalerweise suchen sie im Weltall nach Radiowellen natürlichen Ursprungs, jetzt überwachen sie mit ihrem 100 Meter großen Teleskop den Funkverkehr bei der NASA-Mission.

Die Funksignale sind in Lichtgeschwindigkeit unterwegs. Für die große Strecke vom Mars bis nach Bad Münstereifel benötigen sie trotzdem elf Minuten. Diese Daten sind generell wichtig, falls etwas nicht nach Plan laufen sollte. Anhand der Daten sind keine Schwierigkeiten bei der Landung festgestellt worden.
Der Ende Juli 2020 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartete Roboter der US-Raumfahrtbehörde NASA landete damit zur Freude vieler Menschen mit einem riskanten Manöver in einem bislang noch nie vor Ort untersuchten ausgetrockneten See namens "Jezero Crater".

Persevarance sammelt Gesteinsproben

Mehrere Bauteile der Sonde kommen vom Unternehmen "Cerobear" in Herzogenrath bei Aachen. Es geht dabei um speziell für das Mars-Projekt entwickelte Lager im ausfahrenden Arm, im Bohrkern oder an den Rädern. Diese Lager, sagt das Unternehmen, seien wichtig für den reibungslosen Ablauf der Mission.
Jubel brach aus als es unter anderem hieß: Der US-Rover «Perseverance» ist erfolgreich auf dem Mars gelandet. «Landung bestätigt», lautete es am Donnerstag aus dem Kontrollzentrum der US-Raumfahrtbehörde Nasa im kalifornischen Pasadena. Unter den Ingenieuren und Wissenschaftlern brandete Applaus und Jubel auf.

Schon wenige Minuten nach der Landung schickte «Perseverance» erste pixelige Schwarz-Weiss-Fotos – darauf zu sehen unter anderem Schatten und Räder des Rovers sowie Oberfläche und Horizont des Mars.

„Was für ein wundervoller Tag“, sagte der kommissarische NASA-Chef Steve Jurczyk. „Was für ein wundervolles Team, das durch alle Widrigkeiten und Herausforderungen gearbeitet hat, die die Landung eines Mars-Rovers mit sich bringen – und dann auch noch die Herausforderungen der Corona-Pandemie.“ US-Präsident Joe Biden gratulierte allen Beteiligten über Twitter zur erfolgreichen Landung: "Heute ist wieder bewiesen worden, dass mit der Kraft von Wissenschaft und amerikanischem Einfallsreichtum nichts unmöglich ist."

Schon wenige Minuten nach der Landung schickte "Perseverance" erste pixelige Schwarz-Weiss-Fotos vom Mars. «Was für ein wundervoller Tag», sagte der kommissarische Nasa-Chef Steve Jurczyk. «Was für ein wundervolles Team, das durch alle Widrigkeiten und Herausforderungen gearbeitet hat, die die Landung eines Mars-Rovers mit sich bringen – und dann auch noch die Herausforderungen der Corona-Pandemie."

Der im Juli 2020 vom Raumhafen Cape Canaveral aus gestartete Roboter setzte mit einem riskanten und mehrere Minuten dauernden Manöver in einem bislang noch nie vor Ort untersuchten ausgetrockneten See namens «Jezero Crater» auf.Mehrere tausend Personen waren an der Mission beteiligt. Im Nasa-Stream schildern Mitarbeiter ihre Erfahrungen und ihre Emotionen, die sie heute hatten. «Die Mission hat uns alle hier sehr nahe zusammen gebracht», sagt eine Mitarbeiterin.

Die Übertragung eines Signals dauert derzeit nur rund elf Minuten. Das liegt daran, dass der Mars derzeit der Erde sehr nahesteht. Im Schnitt ist der äußere Nachbarplanet 22 Lichtminuten entfernt. Bei größeren Datenmengen dauert die Übertragung natürlich länger, so wie man das auch bei der Internetleitung kennt.
Die Landung ist geglückt.

Die NASA bestätigt, der Rover ist auf dem Mars und sendet „Lebenszeichen“. Forscher des deutschen Radioteleskops Effelsberg und des US-amerikanischen Green-Bank-Observatoriums empfangen die Signale, die der Lander über zwei Sonden im Mars-Orbit zur Erde funkt. Elf Minuten verzögert trafen dann auch die ersten Daten ein.

Der Landeplatz von «Perseverance» ist laut NASA-Wissenschaftler Ken Farley „spektakulär“. Der Jezero-Krater mit einem Durchmesser von 45 Kilometern befindet sich auf der Nordhalbkugel des Mars. Er wurde wiederholt als Landeplatz für frühere Mars-Missionen in Betracht gezogen, aber als zu schwierig wieder verworfen. Allerdings ist der Mars der einzige bekannte Planet, auf dem es solche Bedingungen gab. „Mars 2020“ ist die erste Mission mit ausdrücklichem Ziel, Beweise zu finden, dass auf dem Mars einst Leben existierte. Rund 2,4 Milliarden Dollar gibt die NASA dafür aus.

Schon lange bevor es möglich war, Raumsonden zum Mars zu schicken, wird über mögliches Leben auf dem äußeren Nachbarplaneten der Erde spekuliert. Gründe dazu gibt es viele, darunter auch wissenschaftliche. Zum einen ist der Mars der Erde ziemlich ähnlich. Er besitzt eine feste Oberfläche und eine Atmosphäre. Im Lauf der Jahreszeiten – ein Umlauf um die Sonne dauert 687 Tage – sind schon in einfachen Fernrohren Veränderungen sichtbar. So schmelzen die hellen Polkappen im Sommer und dehnen sich im Winter aus. Auch Staubstürme sind von der Erde aus auszumachen.

Allerdings ist der Mars viel kleiner als die Erde und weil er weiter von der Sonne entfernt ist, ist es um die minus 60 Grad kalt.

Die Landung galt jüngst als besonders schwierig. In dem Krater hatte es nach Meinung von Wissenschaftlern vor rund 3,5 Milliarden Jahren einen Fluss gegeben, der in einen See mündete. Nun soll „Perseverance“ dort mehrere Jahre lang nach Spuren von früheren mikrobiellen Leben auf dem Mars suchen. Die Reise von der Erde bis zum Mars dauerte etwa sieben Monate.

Die privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX und Blue Origin sind gerade dabei, Raketen zu bauen, die zehntausende Tonnen Material zum Mars befördern könnten. Die Astronauten sind auf dem langen Flug extremen Belastungen durch die Strahlung und Schwerelosigkeit ausgesetzt und leiden beispielsweise unter Muskelschwund. Doch die Strapazen gelten als verkraftbar.

Allerdings müssten die Astronauten mindestens 15 Monate auf dem Mars bleiben, bis der Rote Planet und die Erde wieder auf derselben Seite der Sonne sind. Auf dem Mars herrscht extreme Kälte, im Durchschnitt sind es minus 63 Grad. Es gibt bereits Schutzanzüge und Behausungen, in denen Menschen bei solchen Temperaturen überleben können.

Manchen Visionären schwebt bereits eine dauerhafte Besiedelung des Mars vor. Tesla- und SpaceX-Gründer Elon Musk will eine erste Mars-Expedition nutzen, um eine Fabrik zu bauen, die Marswasser und Kohlendioxid in Sauerstoff und Methantreibstoff umwandelt. Der Präsident der Mars-Gesellschaft, Robert Zubrin, will „neue Ableger der menschlichen Zivilisation“ auf dem Planeten schaffen. Andere warnen jedoch vor der Illusion eines „Planeten B“.

Die Mission „Mars 2020“ mit „Perseverance“ soll einen Beitrag leisten, den Weg für bemannte Mars-Missionen zu bahnen. Geplant ist die Entwicklung eines Systems, um aus der vorwiegend aus Kohlendioxid bestehenden Mars-Atmosphäre lebenswichtigen Sauerstoff zu gewinnen, wie es auch die Nachrichtenagentur afp beschreibt.

Neun Monate Anflug von der Erde bis zum Mars

Autarke biologische Lebenserhaltungssysteme spielen für künftige Mars-Missionen wohl eine wichtige Rolle, denn ein Raumfahrzeug fliegt je nach Planetenkonstellation mindestens neun Monate dorthin. Neben der langen Anreisezeit machten es zudem Sicherheitsaspekte und Transportkosten schwierig, Astronautinnen und Astronauten auf dem Mars kontinuierlich mit lebenserhaltenden Verbrauchsmaterialien zu versorgen, heißt es. mg

Autor:

Manfred Görgen aus Bad Münstereifel

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