Hundehalter bitten um Mithilfe
Giftköder in Glessen?

Vergiftete Spaziergänge: Entlang der bekannten Gassistrecken in Glessen finden sich immer wieder präparierte Köder.
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Glessener Hundebesitzer machen sich große Sorgen. Immer wieder werden entlang der bekannten Gassistrecken außerhalb des Orts in Verlängerung der Hüll und entlang der Felder präparierte Köder mit Nägeln, Rasierklingen und Schrauben gefunden. Im März ging das Ordnungsamt der Stadt Bergheim den Hinweisen auf vergiftete und mit Nägeln gespickte Frikadellen nach und bat die Bürger offiziell um erhöhte Vorsicht.

Die Verdachtsfälle häufen sich, drei Hunde sind bereits elend an unerklärlichen Krankheitsbildern gestorben. Für Marita P. (Namen geändert) ist klar: „Da will jemand bewusst unsere Tiere quälen und auch töten.“

Der Labrador von Christa S. hat es nicht geschafft: Nach einem Spaziergang war er nicht mehr der Alte, erbrach Blut und wurde immer schwächer. Nach wochenlangem Leiden musste ihr treuer Begleiter Ende Oktober eingeschläfert werden. „Ich habe so aufgepasst, dass er im Freien nichts frisst“, berichtet die Seniorin traurig. Der Colli von Claudia B. war erst zweieinhalb Jahre alt. „Plötzlich war alles war voller Blut“. Die Tierklinik Duisburg erreichte Sammy schon nicht mehr lebend. Auch die Retrieverhündin von Ingrid R. war nicht mehr zu retten: „Sie wollte nur noch raus zum Sterben.“

Anzeige gegen Unbekannt

Da keines der Tiere obduziert wurde, lässt sich die Todesursache im Nachhinein nicht mehr klären. Pestizide oder Gülle schließen die Fachleute aus: „So viel könnten die Hunde über Pfotenlecken gar nicht aufnehmen, dass sie daran sterben.“ Und bunte Kügelchen wie im Rattengift wären zu auffällig.

Claudia B. hat jedenfalls ihre Konsequenzen gezogen: Ihre Hunde dürfen nicht mehr frei laufen und müssen nah bei ihr bleiben. Andere wechseln ihre übliche Route und meiden die bekannten Wege. „Meiner trägt nur noch Maulkorb, und dabei ist er gar kein Kampfhund“, so Marita P. „Wir wissen nicht, warum Menschen so etwas Schreckliches tun. Vielleicht ist der Täter krank oder möchte Macht ausspielen,“ rätselt sie. „Laut Gesetz sind Hunde nur eine Sache, uns bedeuten sie viel mehr – sie sind beste Freunde und Familienmitglieder.“ Tierquälerei jedoch sei mit nichts zu entschuldigen und wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft. Nicht auszudenken, wenn ein Kind durch die Giftköder zu Schaden käme.

Hundekot bitte richtig entsorgen

Vielleicht ärgert sich der Täter über Hundekot oder herumliegende Kottüten. Ute Libertus kann den Ärger über herumliegende Hundehaufen auf Bürgersteigen und Straßen verstehen und hat deshalb die BÜRGER.MIT.WIRKUNGs-Aktion „Wir tun’s“ für mehr Sauberkeit im Ort ins Leben gerufen. Gemeinsam mit anderen Glessenern appelliert sie an die Eigenverantwortung der Gassigeher und setzt sie sich dafür ein, dass mehr Mülleimer und Tütenspender aufgestellt werden. Sie bittet alle Gassigeher:
„Schmeißen Sie die Kotbeutel nicht einfach ins Gebüsch oder den Straßengraben, sondern in den nächsten Abfalleimer oder in den Hausmüll.“ Auch wenn „kompostierbar“ darauf vermerkt ist, verwesen die Kotbeutel draußen nicht – auch nicht in der Biotonne. „Und Plastikmüll will in der Natur gewiss keiner haben“, so Ute Libertus.

Anzeige gegen Unbekannt ist erstattet, der oder die Täter konnten bisher jedoch nicht ermittelt werden. Die Gruppe, die aus Sorge um ihre Tiere anonym bleiben möchte, will jedenfalls nicht länger tatenlos zusehen und bittet die Mitbürger um Mithilfe.

Hinweise nimmt Ortsbürgermeisterin Anne Keller entgegen:
E-mail: keller.anne@t-online.de
Telefon: 02238/42329

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