Neuer Trend: Popel-Zahncreme und Ohrenschmalz-Frikadellen

Versteh ich nicht! Neulich hatte ich von Immobilien Scout 24 ein Schreiben im Briefkasten, dabei ist unser Garten jetzt in einem 1a-Zustand: Da heißt es in dem Schreiben: "Sehr geehrte Immobilieneigentümer, wussten Sie, dass sich die Nachfrage nach Häusern und Eigentumswohnungen in NRW auf einem Rekordhoch befindet? Das führt dazu, dass Eigentümer zurzeit besonders hohe Preise für Ihre Immobilien verlangen können." Was mich, ehrlich gesagt, ein wenig irritiert hat: Dass irgendwelche Eigentümer für meine Immobilie einen hohen Preis verlangen können. Hat bei denen vermutlich tatsächlich etwas mit dem Alter zu tun, dass die das Wort "Ihre" groß schreiben.

Apropos Alter. Hatte ich schon erwähnt, dass ich in Zeiten von Corona so was von draufgesattelt habe? IT-mäßig, schon wegen der Schule. Ich sag nur TEAMS. Was ich da an Humor draufsatteln musste. Nun hatte ich noch Glück mit meinen kleinen Gruppen. Ich habe da immer drauf bestanden, dass die Schüler die Kamera anmachen. Und da sagt doch einer: "Ich fühle mich beobachtet." Und ich: " Das soll so." Der war das gar nicht mehr gewohnt, dass der Lehrer mitbekommt, wenn er zwischenzeitlich zu REWE geht oder zu NETTO. Dann gabs einen, der so was von konzentriert war. Aber jetzt nicht, dass der mir aufmerksam zugehört hätte, nein, er schaute konzentriert aus dem Fenster. So was von konzentriert, dass ich wusste, für mich bleibt da null an Konzentration übrig. Ich hab dann mal nachgefragt, was es denn so Spannendes draußen zu sehen gab. Antwort: "Ich glaub, da kommt der DHL-Mann." Ich: "Dann geh endlich." Oder ich hatte den ein oder anderen, der so was von gedankenverloren in der Nase popelte und das Gefundene dann verzehrte. Was für mich jetzt kein Problem ist, weil ich irgendwann mal gelesen habe, dass der Verzehr der eigenen Popel durchaus gesund ist.

Ich hab das auch nochmal im Internet. Und da finde ich doch sofort die Lettern "Popel essen ist gesund": Als Kinder lernen wir von Eltern und Erziehern: Schleim aus der Nase gehört ins Taschentuch. Eine Studie der amerikanischen Elite-Forschungseinrichtung MIT zeigt allerdings: Das ist falsch. Popel essen ist gesünder. Nicht alle Forschungsergebnisse sind leicht verdaulich und die folgende Erkenntnis ist nichts für zart besaitete Seelen. Da sie aber der Gesundheit von Kindern dient, sollte sie nicht verschwiegen werden: Fingern die Kleinen in der Nase und gehen ihre Hände danach zum Mund, sollte man sie nicht davon abhalten. Popel zu essen ist gesund, sagt unter anderem Biochemie-Professor Scot Napper von der Universität Saskatchewan in Kanada. Dem Fernsehsender CBC-News zufolge beobachtete Napper seine beiden Töchter beim Popeln und fragte sich, ob das Verhalten der Mädchen womöglich ihrem Immunsystem nutzt. Nappers These: Die Körperabwehr nutzt die Bakterien aus dem Schleim, um zu trainieren und zwischen guten und schlechten Mikroorganismen zu unterscheiden. Unterbindet man diesen Kontakt und pflegt man insgesamt ein zu hohes Maß an Hygiene, kann das zu Allergien und Autoimmunerkrankungen führen. In eine ähnliche Richtung gehen Erkenntnisse von Forschern der amerikanischen Eliteeinrichtung Massachusetts Institute of Technology (MIT). Sie haben untersucht, was Bakterien aus dem Popel im Mund und Rachenraum bewirken. Dabei zeigte sich, dass die Mikroben wiederum andere, schädliche Mikroorganismen in Schach halten. Wen es innerlich graust, die eigenen Popel zu verspeisen, für den haben die MIT-Forscher demnächst eine Alternative parat. Sie wollen eine Zahncreme entwickeln, die auf synthetischem Nasenschleim basiert. Bis die auf dem Markt ist, reicht es vielleicht einfach aus, die eigenen Kinder in Ruhe popeln zu lassen.

Wie ich schon sagte, Popel sind gesund. Wo ich gerade dabei war, hatte ich kurz überlegt, ob ich auch mal in Richtung Ohrenschmalz recherchieren sollte. Ich habe dann aber davon abgesehen, weil ich den ohnehin immer zum Braten verwende. Und ich verarbeite den auch in Frikadellen, da macht der sich auch recht gut.

Ich war aber ja beim Nachlegen. Wo ich auch noch so was von nachgelegt habe: Apps! Nur nochmal am Rande, ich erwähnte ja schon, dass mein Traummann und ich nur EIN Handy haben, dass wir GEMEINSAM EIN Handy benutzen. Im Sommer hattest du ja immer Hände zu wenig. Wenn wir auf unseren Radtouren unterwegs waren und in einen Biergarten gehen wollten: Fahrräder abschließen, Maske über Nase und Mund, in meinem Fall auch Brille vor die Augen, und bitte nicht umgekehrt (hatte ich auch schon!). Dann Handy zwecks luca-App zwecks Check-in zwecks QR-Code. Es gab Biergärten, da musstest du das direkt am Eingang machen, da hing der QR-Code direkt am Eingang. Und dann gab es Biergärten, da hast du das am Tisch gemacht. Da klebte also auf jedem Tisch ein QR-Code-Zettelchen. Hab ich geübt und geübt und konnte ich - dachte ich! Weil, in einem Biergarten (ich gebe zu, ich hatte vorher schon in einem anderen Biergarten einen Aperol getrunken), in einem Biergarten haben wir gefühlt an jedem einzelnen Tisch Platz genommen, weil das mit der luca-APP nicht funktionierte. Wir sind dann aber trotzdem irgendwann mal einfach sitzen geblieben. Als mein Traummann und ich dann im Aufbruch waren, haben wir Neuankömmlinge darauf hingewiesen, dass die QR-Codes für die luca-App offensichtlich fehlerhaft seien. Die teilten uns dann mit, dass das ja auch QR-Codes für die Speisekarte seien. Der QR-Code für die luca-App sei vorne am Eingang.

Stimmt, da war doch was - ich mein, es wär nach dem ersten Lockdown gewesen. Da hatten viele Restaurants keine Speisekarte mehr zum Anfassen von wegen Desinfizieren und so. Da klebte dann auf jedem Tisch ein QR-Code-Zettelchen und du konntest dir die Speisekarte auf deinem Handy. Hab ich damals geübt, immer wieder geübt, konnte ich dann auch.

Autor:

Adelheid Bennemann aus Bonn

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