Paket im blauTonne Für Altpapiere

Dass ich häufiger mit meinem Einkaufswagen im Auerberg unterwegs bin und oft vor der Postfiliale rumlungere, ist ja nun hinlänglich bekannt. Ich komm deshalb drauf, weil es in meinem SCHAUFENSTER unter der Überschrift "Pakete gut versenden" gute Tipps zu lesen gab: Um zu verhindern, dass Pakete unterwegs stecken bleiben oder automatisch aussortiert werden, ist es wichtig, dass Name und Adresse vollständig und gut lesbar angegeben sind. Diesen Tipp finde ich so was von gut. Wobei ich mir gewünscht hätte, dass der Autor dieses Artikels noch einmal ganz ausführlich erklärt, was genau sich hinter dem Wort 'Adresse' auf der einen und hinter dem Wort 'Absender' auf der anderen Seite verbirgt. Und das nicht nur im übertragenen Sinn. Will sagen, wo genau hat die Adresse zu stehen und wo der Absender? Nicht, dass ich bei all der Sorgfalt, die ich auf Schönschreibung verwende, unter die Briefmarke meinen Namen schreibe und mich dann wundere, wenn das Paket wieder bei mir ankommt.

In dem Artikel ging es auch um das Thema Ersatzzustellung beim Nachbarn: Die meisten Paketdienste behalten sich in ihren Vertragsbedingungen die sogenannte Ersatzzustellung an Nachbarn vor. Die kann praktisch sein, wenn der auch tagsüber zu Hause ist. (Stimmt, sonst macht's keinen Sinn!) Grundsätzlich muss jedoch kein Nachbar ein fremdes Paket annehmen. Sobald der Empfang allerdings quittiert wird, muss das Paket sorgfältig verwahrt und darf dem Empfänger nicht einfach vor die Tür gestellt werden. Denn dann haftet der Nachbar unter Umständen, falls die Sendung wegkommt oder Schaden nimmt.

Was ich mich in dem Zusammenhang schön häufiger gefragt habe, und da merke ich auch immer wieder, wie alt ich bin. Ein ganz neues Phänomen: Früher hast du dir nicht eine Sekunde über die Reise, die Pausen, die dein Paket auf irgendeiner Paketstation macht, Gedanken gemacht. Mittlerweile verbringen die Menschen unsäglich viel Zeit damit, Follower ihres Paketes zu sein. Also im Internet zu schauen, wo genau sich jetzt das Paket auf dem Weg zu ihnen befindet. Was ich mich bei der Lektüre dieses ungemein ausführlichen Artikels in meinem SCHAUFENSTER allerdings auch gefragt habe, ob die Paketzusteller auch Zugang zu diesen Informationen haben. Ich habe da so meine Zweifel.

Weil, neulich waren mein Traummann und ich über die Osterfeiertage in Hamburg bei unserer Tochter. Das waren diese Tage, wo unsere Entscheidungsträger mal so richtig, wo sie so dermaßen die Mallorca-Urlauber geärgert haben. Kaum waren die trotz Corona geflogen, da kam der Herr Span mit der spontanen Impfkampagne um die Ecke. Ätschibätsch! Gut, jetzt muss man natürlich sagen, er kam mit dem schlechten Impfstoff um die Ecke. Was ich aber eigentlich sagen wollte, als wir Ostermontag spät abends zurückkamen, lag vor unserer Haustür ein Päckchen, was dort definitiv mehr als zwei ganze Tage gelegen haben muss, bei Wind und Wetter. Da ist es natürlich besser einem Paket ergangen, über das mich der Zettel in meinem Briefkasten in Kenntnis setzte. Ich stelle mir allerdings folgendes Szenario vor: Mein Traummann und ich sind für drei Wochen in oder auf, ja wo eigentlich? So weit ist es schon, dass ich mir spontan nicht mal mehr vorstellen kann, wo ich Urlaub mache.

Apropos Urlaub, in diesen Zeiten, wo du entweder gar nicht in einem Hotel übernachten darfst und wenn doch, du dein Frühstück meist unter der Tür durchgeschoben bekommst, also nichts mit Buffet. In diesen Zeiten erinnere ich mich deshalb an einen tollen Hotelaufenthalt, weil die da abends so was von ein tolles Buffet hatten. Und zwar eins mit Fleisch in allen Varianten und ein extra Buffet für Vegetarier. Und da weiß ich noch, wie ich da das ein oder andere Mal so was von ein schlechtes Gewissen hatte, dass ich als Nicht-Vegetarierin an deren Buffet gegangen bin, weil das gar so lecker war. Ich habs dann auch gelassen ob des schlechten Gewissens, weil, ich konnte ja von beidem nehmen, die aber nicht.

Wie komm ich jetzt vom Paket über Impfstoff zum Buffet? Ach so, was ich nämlich nicht so ganz verstehe und da könnten die alten, weißen Männer, von denen ja in diesen Zeiten so was von die Rede ist. Die kommen ja in letzter Zeit wirklich nicht gut weg. Da hätten die mal so was von eine Chance, aus ihren niedrigen Umfragewerten rauszukommen. Weil, ein dickes, fettes Argument, sich doch bitteschön impfen zu lassen, ist doch immer wieder die Sache mit der Solidarität. Überhaupt, das Wort Solidarität hat ja in diesen Tagen so was von eine Renaissance erfahren. Die jungen Menschen sollten solidarisch mit den alten Menschen sein. Die Alten wurden zuerst geimpft, weil sie am stärksten betroffen waren, vom Tod.
Was ich sagen will, in Zeiten von Corona ist man immer ganz fix damit, wenn es darum geht, wer sich vernünftig verhält und wer tendenziös ein Sozialschwein ist. Was dabei ganz wichtig ist, man selbst gehört immer zu der ersten Gruppe. Und dabei könnten die alten, weißen Männer, also die Männer in meinem Alter, die, die keiner Risikogruppe angehören, die könnten da so was von punkten - am Buffet: Am Buffet, an dem du auf der einen Seite alle Impfstoffe bekommst, auch den, der für junge Frauen nicht unbedingt an erster Stelle steht. Und auf der anderen Seite den Impfstoff, der für junge Frauen empfohlen wird. Ja, und da sind wir bei meinem schlechten Gewissen, was ich damals hatte, als ich mich am vegetarischen Buffet angestellt habe. Das mit dem schlechten Gewissen gilt natürlich auch für die alten, weißen Frauen, also für mich.
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Jetzt bin ich aber so was von abgekommen, von dem Päckchen, das in meiner blauen Tonne lag. Von dem Paketzustellenden, der offensichtlich in der Unterrichtseinheit gefehlt hat, als es um das Thema Zustellung ging. Mein Szenario: Wir sind irgendwo im Urlaub, für längere Zeit aushäusig und meine Nachbarn stellen unsere Mülltonnen gemäß Abfallplaner an die Straße - auch die blaue Tonne!

Autor:

Adelheid Bennemann aus Bonn

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