Tote, Socken und Heels

Neulich war ich ja auch mal so was von als LeserReporter unterwegs, bei der Buchhandlung am Paulusplatz im Tannenbusch, hab 3.000 Bücher durchgereicht, von klassischer Literatur über Psychologie bis hin zur Esoterik. Danach brauchte ich aber erst mal was Leichtes. Was hab ich mich da auf meine Cosmopolitan gefreut - und was war ich danach so was von frustriert. Ich hab mir dann erst einmal - um jetzt wirklich auf der sicheren Seite zu sein - mein SCHAUFENSTER geschnappt und ganz bewusst im Sportteil gelesen.

Allein die Überschrift, spannend und verständlich: Elfmeter-Krimi in Hennef. Ich hab jedenfalls den ganzen Artikel gelesen und alles verstanden - auch wenn's mich nicht interessiert hat. Weil, in meiner Cosmopolitan ist es genau anders herum. Mich interessiert da ganz viel, vor allem das Thema Mode, aber ich versteh's nicht - in zweierlei Hinsicht. Und ich vermute, das hat wieder etwas mit meinem Alter zu tun. Erst einmal las es sich unter den Lettern "Mit Socken rocken" folgendermaßen: Nach Ringelstrümpfen und Logosocken bringt Miuccia Prada für ihre beiden Labels Prada und Miu Miu den klassischen Kniestrumpf zurück an die Waden (wohin auch sonst!) - in Weiß, als Rippstrick oder transparent. Ziehen Sie ihn zu Heels an - cooler als im College-Look. Und darunter drei anschauliche Fotos. Was soll ich sagen, es sieht genau so aus, wie ich es mir vorgestellt habe! Ich versteh's nicht, es sieht einfach kacke aus.

Dann gab es da noch die Seite "Style@Work, auf der einzelne Must-haves vorgestellt wurden. Ohrringe, eine Brille, ein Maximantel … Apropos Maximantel, ich persönlich habe Maxi nie verstanden. Ich erinnere mich noch, ich habe mir mal einen langen Wintermantel gekauft, eng geschnitten. Ein langer Wintermantel, dachte ich, sei eine gute Idee, damit die Beine schön warm bleiben. Was soll ich sagen, ich kam gar nicht vom Fleck, machte Trippelschritte wie eine Geisha. Und erst kürzlich sah ich wieder eine junge Frau in einem Maxirock gehen und dachte, das soll wohl so, das mit den Trippelschritten. Ich hab's dann noch mal - um die Trippelschritte zu umgehen (!) - mit einem weiten Maxirock auf dem Fahrrad versucht. Und mich dermaßen auf die Fresse gelegt, weil der Rock sich ultimativ in den Speichen verhäddert hatte.

Ich bin aber immer noch auf der Seite "Style@Work". Diese Seite, auf der Modeneuheiten abgebildet sind, und neben jeder steht jeweils eine kleine Ziffer. Unten auf der Seite steht dann hinter jeder Ziffer Label und Preis. Ich mach einfach mal ein Beispiel: Da ist ein Schuh abgebildet, daneben die Ziffer 7 und unten steht Sockboot (ich bin dann immer froh, dass ich vorab das Bildchen gesehen habe, weil ich dann ja auch was lernen kann - was zum Beispiel ein Sockboot ist). Was mich jetzt total irritierte, war eine Tasche mit der Ziffer 1. Es war definitiv eine Handtasche, aber unten las es sich "Tote aus Kalbsleder". Klar, ich hab zuerst an einen Druckfehler gedacht, so was wie "Totes aus Kalbsleder". Dann dachte ich mir aber, was ist denn das für eine Werbestrategie, sein Produkt so zu bewerben und dann - bin ich wieder mal zu Wikipedia und habe "Tote" eingegeben. Nachdem ich den Zweiten Weltkrieg übersprungen hatte, bin ich auf deren englische Seite verwiesen worden, auf Wikipedia, the free encyclopedia. Was soll ich sagen, alles auf Englisch. Dabei wollte ich doch nur in Ruhe meine Cosmopolitan durchblättern! Ich solle mal uplooken bei Wiktionary, the free dictionary, und to navigation oder search jumpen. Möglicherweise may tote aber referen to container: tote bag, a carry bag that is often used to carry items too large for a purse; sometimes also sold as a reusable shopping bag.
Hallo, kaum habe ich mich damit abgefunden, dass wir mit dem Wort Tasche nicht auskommen, dass wir statt Tasche bag sagen oder statt Einkaufstasche shopping bag, da zaubern die die Tote aus dem Ärmel!

Apropos Tote, besser, glaub ich, wird’s nicht, mit dem Passen, mit dem geschickten Übergang. Die ganze Zeit warte ich, dass das inhaltlich passt mit dem Hinnerk. Neulich lief im Fernsehen wieder der TV-Krimi Nord bei Nordwest mit meinem Hinnerk Schönemann. Da geht es ja bekanntlich auch um Tote. Die Folge hieß "Frau Irmler". Und die Frau Irmler wurde von der Rosa Enskat gespielt - und zu ihren Dreharbeiten interviewt. Und da sagt die doch tatsächlich: "Vor allem aber liebe ich es, mit Hinnerk Schönemann zu drehen. Ich habe es schon des Öfteren getan und empfinde es jedes Mal als schön verbrachte Lebenszeit." Ist das nicht eine tolle Liebeserklärung - und ich bin raus. Weil, da hab ich ja jetzt gar keine Chance, die sehen sich ja beruflich viel häufiger, der Hinnerk und die Rosa, als der Hinnerk und ich. Wir sehen uns ja eher gar nicht, also der Hinnerk weiß ja eigentlich gar nicht, dass es mich gibt.

Ich musste mich daraufhin neu orientieren und hab mich mal umgeschaut, an wen ich denn noch mein Herz verlieren könnte. Was jetzt schon verstörend ist, weil ich bis jetzt dachte, ich mein, das müsste ich doch in meinem langen Leben vorher schon mal gemerkt haben. Oder ob das auch mit den Wechseljahren zusammenhängt? Da spielen ja die Hormone manchmal so was von verrückt. Egal, es ist wie es ist, ich hab mich in drei Frauen verguckt. Da ist erst einmal die Kabarettistin Lisa Eckhart. Ich genieße jeden ihrer Auftritte im Fernsehen. Ich liebe ihre äußere Erscheinung, die Art, wie sie ihre Hände bewegt, ihre Stimme und jedes einzelne Wort aus ihrem Munde.
Und dann ist da noch die Frau Anja Kohl von "Boerse vor acht". Der hab ich einfach mal eine Mail geschrieben: Wenn es einen Grund gebe, Geld an die GEZ zu überweisen, dann sei sie es! Viel wichtiger als die Tagesschau sei für mich "Börse vor acht" mit ihr. So viel Wissen, so viele schwierige Zusammenhänge so verständlich erklärt und - vor allem - so viele kritische Fragen an die Verantwortlichen, in dieser kurzen Zeit! Und nebenbei - als Frau dürfe ich das schreiben - sei es ein Glück, eine schöne und kluge Frau im Fernsehen zu sehen.

Mal sehen, was draus wird. Ach ja, ich vergaß, die dritte Frau - nächstes Mal!
Was auf jeden Fall gesetzt ist, wenn ich demnächst noch mal so richtig tief entspannen will, nur noch der Sportteil in meinem SCHAUFENSTER!

Autor:

Adelheid Bennemann aus Bonn

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