Ein Thema was uns alle angeht
Demenz kann jeden von uns treffen

Demenz, eine Krankheit, mit der man sich befassen sollte. Denn Sie kann jeden von uns einholen, und sie ist nicht aufzuhalten. Im Laufe meiner beruflichen Laufbahn hatte ich viel mit Demenz- Patienten zu tun. Angehörige sind oft verzweifelt und überfordert. Denn damit umzugehen erfordert ein hohes Maß an Geduld und Einfühlungsvermögen.  " Weg vom Geist" oder "ohne Geist" - so lautet die wörtliche
Übersetzung des Begriffs " Demenz" aus dem Lateinischen. Damit ist bereits das wesentliche Merkmal von Demenz-Erkrankungen beschrieben, nämlich die Verschlechterung bis hin zum Verlust der geistigen Fähigkeiten. 
Was ist eine Demenz? 

Am Anfang der Krankheit häufig Kurzzeitgedächtnis und Merkfähigkeit gestört, im weiteren Verlauf verschwinden auch bereits eingeprägte Inhalte des Langzeitgedächtnisses. Die Betroffenen verlieren so mehr und mehr die während ihres Lebens erworbenen Fähigkeiten. 
Eine Demenz ist jedoch mehr als eine " Gedächtnisstörung" . Sie kann sich auch in einer zunehmenden Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit, der Sprache, des Auffassungs- und Denkvermögens sowie der Orientierung zeigen. Somit erschüttert eine Demenz-Erkrankung das ganze Sein des Menschen - seine Wahrnehmung sein Verhalten und sein Erleben.
Für Demenz-Erkrankungen wird eine Vielzahl verschiedener Ursachen beschrieben. Man unterscheidet zwischen primären und sekundären Formen der Demenz. Letztere sind Folgeerscheinungen anderer, meist außerhalb des Gehirns angesiedelter Grunderkrankungen wie etwa Stoffwechselerkrankungen, Vitaminmangel- Zustände und chronische Vergiftungserscheinugen durch Alkohol oder Medikamente. Diese Grunderkrankungen sind behandelbar und zum Teil sogar heilbar. Somit ist häufig eine Rückbildung der Symptome der Demenz möglich. Zur Abgrenzung und rechtzeitigen Behandlung dieser Demenz-Erkrankungen ist eine frühzeitige Diagnose besonders wichtig. Sekundäre Demenzen machen allerdings nur etwa zehn Prozent aller Krankheitsfälle aus. Bis zu 90 Prozent entfallen auf die primären und in der Regel unumkehrbar ("irreversibel") verlaufenden Demenzen.

Ursachen und Ausprägungen
Schätzungen zufolge ist die Alzheimer- Krankheit mit einem Anteil von circa 60 bis 65 Prozent die häufigste irreversible Demenzform. Mit etwa 20-30 Prozent folgen die gefäßbedingten ("vaskulären") Demenzen. Bei etwa 15 Prozent liegt eine Kombination beider Erkrankungen vor. Andere Demenzformen finden sich nur bei 5 bis 15 Prozent der Erkrankten. 
Die Alzheimer- Demenz ist eine degenerative Erkrankung des Gehirns, in deren Verlauf zerebrale Nervenzellen unumkehrbar zerstört werden. Die Krankheit verläuft bei jedem Menschen unterschiedlich. Es lassen sich jedoch grundsätzlich drei Stadien feststellen, die fließend ineinander übergehen. Von den ersten Symptomen bis zum Tod dauert es je nach Diagnosestellung zwischen drei und zehn Jahre.
Charakteristisch ist ihr schleichender, nahezu unmerklicher Beginn. Anfangs treten leichte Gedächtnislücken und Stimmungsschwankungen auf, die Lern- und Reaktionsfähigkeit nimmt ab. Hierzu kommen erste Sprachschwierigkeiten. Die Erkrankten benutzen einfachere Wörter und kürzere Sätze oder stocken mitten im Satz und können ihren Gedanken nicht mehr zu Ende bringen. Örtliche und zeitliche Orientierungsstörungen machen sich bemerkbar. Die Betroffenen werden antriebsschwächer und verschließen sich zunehmend Neuem gegenüber. 
In diesem Stadium nehmen die Kranken bewusst die Veränderungen wahr. die in ihnen vorgehen. Viele von ihnen reagieren darauf mit Wut, Angst, Beschämung oder Niedergeschlagenheit. Im weiteren Krankheitsverlauf werden die Symptome unübersehbar, spätestens jetzt müssen Beruf und Autofahren aufgegeben werden. Bei alltäglichen Tätigkeiten wie Körperpflege, Toilettengang oder Essen und Trinken sind die Betroffenen zunehmend auf die Unterstützung anderer Menschen angewiesen. Kennzeichnend für dieses Stadium ist eine hochgradige Störung des Gedächtnisses - nahe Verwandte können nicht mehr namentlich benannt werden das Zeit - und Ortsgefühl geht verloren und die Sprache wird undeutlich und inhaltsleer. 
Menschen mit Demenz können ihre Gefühle kaum noch kontrollieren, plötzliche Stimmungsschwankungen, Aggressionen und Depressionen nehmen zu. 
Im Spätstadium sind Demenz - Patienten auf Pflege und Betreuung durch andere Personen angewiesen. Familienmitglieder werden nicht mehr erkennt, eine Verständigung mit Worten ist unmöglich. Vermehrt treten körperliche Symptome wie Gehschwwäche und Schluckstörungen auf. Die Kontrolle über Blase und Darm nimmt ab. Vereinzelt kann es auch zu epileptischen Anfällen kommen. Bettlägerigkeit erhöht die Gefahr von Infektionen. Die Kranken sterben häufig an Komplikationen wie zum Beispiel einer Lungenentzündung.
Die Ursachen der Alzheimer - Krankheit sind bislang noch nicht ausreichend erforscht. Bekannt ist aber eine Reihe von Veränderungen im Hirn, die bei Alzheimer - Patienten auftreten. So kommt es bei der Krankheit zu einem Absterben von Nervenzellen und der Zerstörung ihrer Verbindung untereinander.
Damit ist ein Rückgang der Hirnmasse verbunden( Hirnatrophie). Darüber hinaus werden Eiweißablagerungen im Gehirn sowie die Verminderung eines für das Gedächtnis wichtigen Botenstoffs( Acetylcholin) beobachtet. Diese Veränderungen geben aber noch keine Auskunft darüber, warum die Krankheit entsteht. Ein wichtiger Forschungsansatz ist deshalb die Suche nach sogenannten Risikofaktoren.Eine Demenzerkrankung bei Verwandten ersten Grades erhöht das individuelle Risiko nur geringfügig. Nach schweren Kopfverletzungen ist das Risiko etwas höher. 
geistige Aktivität wirkt sich positiv aus. Menschen mit hoher geistiger Aktivität erkranken seltener als solche, , die geistig kaum aktiv sind.
Bei gefäßbedingter Demenz handelt es sich um Durchblutungsstörungen des Gehirns und darauf folgendem Absterben von Nervengewebe. Risikofaktoren sind hier Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Diabetesmellitus und Rauchen. 
Ein geringer Teil der Demenzerkrankungen kann durch Behandlungen wesentlich gebessert werden. Es ist aber wichtig, dass Angehörige vermeintliche Symptome nicht verdrängen, sondern sich bewusst und rechtzeitig mit ihnen befassen und ärztliche Hilfe anfordern. 
Warnsignale sind:

Vergessen  zurückliegender Ereignisse
Schwierigkeiten, gewohnte Tätigkeiten auszuführen
Sprachstörungen
nachlassendes Interesse an Arbeit, Hobbys und Kontakten
fehlender Überblick über finanzielle Angelegenheiten
Fehleinschätzung von Gefahren
Andauernde Ängstlichkeit, Reizbarkeit und Misstrauen
hartnäckiges Abstreiten von Fehlern, Irrtümern oder Verwechselungen
Die Diagnose bzw. Einschätzung sollte ein Facharzt zum Beispiel ein Neurologe erstellen.
Die Angehörigen sind oft mit dieser Erkrankung überfordert und die Patienten müssen dann dann in ein Pflegeheim. Der Umgang mit demenzkranken Menschen erfordert viel Geduld und ein starkes Nervenkostüm.

        

Autor:

Heike Löhrer aus Brühl

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