Königlicher Besuch im Seniorenhaus St. Josef / Spenden für die Flutopfer von der Ahr
Neben der deutschen Weinkönigin Eva Lanzerath gab sich Buchautor Dr. Knut Bergmann die Ehre

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Von Manfred Görgen

Meckenheim. Es kommt eher selten - wenn überhaupt - vor, dass sich das sehr familiär geführte und gepflegte Seniorenhaus St. Josef an der Kirchfelder Straße 4 in Meckenheim auf wahrlich königlichen Besuch vorbereiten muss. Jüngst war es allerdings - und rückblickend - erstmals so weit.

Natürlich mit einem gewissen Schmunzeln und zur späteren Stunde auch ein wenig weinselig betrachtend und so erwartet:

Es war nicht etwa der gehobene Adel, der sich hier in Begleitung eines ARD-Aufnahmeteams und die in Wort und Bild dokumentierenden Fotografinnen und Fotografen angekündigt hatte. Dafür aber die nicht minder hochinteressante und sich nicht nur auch in Sachen Wein bestens auskennende amtierende Deutsche Weinkönigin von der Ahr aus Walporzheim, Eva Lanzerath.

An der mit Sicherheit nicht der eigens ausgesprochene Makel einer möglichen "Katastrophenkönigin" haften bleibt, wie Eva Lanzerath es mit humorvoller Mimik selbst nannte. Amtierende Deutsche Weinkönigin wurde sie in Zeiten von Corona, was eigentlich schon traurig genug für die junge Frau war, denn zahlreich geplante Reisen in alle Welt konnte sie als Repräsentation des Deutschen Weines dadurch nicht antreten. Und zum Schluß kam dann auch noch die verherrende Flut am 14.Juli. 

Eva Lanzerath, eine durch und durch charmante, mit fundierten Wissen auftretende junge Frau im zarten Alter von erst 23 Jahren. Aber trotz dieser jungen Jahre mit in ihrem Köpfchen vielen herumgeisternden durchaus realen Lebenszielen. Dies in Bälde mit einem Abschluss-Diplom ihres Studienplatzes in Koblenz als examinierte Grundschullehrerin.

Doch an diesem Nachmittag stand im Seniorenheim weniger das pädagogische, sondern edle Weine mit vielen seiner Facetten im Mittelpunkt.

Wurde natürlich nicht nur an Weine und deren Verkostung in Worten gedacht, sondern auch an die derzeitige Situation an der Ahr. Gerade jetzt, wo tausende Menschen tagtäglich in die Hände spucken, einen Neuanfang wagen und es an den Aufbau geht. Denn auch viele Winzer haben ihre Existenzgrundlage verloren.

Und auch die amtierenden 72.Deutsche Weinkönigin Eva Lanzerath, die sehr gerne Meckenheim ihre königliche Ehre erwies, ist zuversichtlich und hofft, das es nun wieder steitig voran geht. Und dies nicht nur mit der seit einigen Tage begonnenen Weinlese.

Ist nicht nur sie sich aber auch darüber im Klaren, dass es noch ein langer und schwieriger Weg werde. Nicht nur, weil viele Flächen verloren gegangen sind, sondern zum Teil auch Böden verseucht und verunreinigt wurden. Könne man nur fest daran glauben und abwarten, dass es sich wieder regeneriert und die Natur es gut mit allen meint.

Und was die Menschen auch an der Ahr nach wie vor benötigen sind weiterhin helfende Hände und Unterstützung und das auch bei der Weinlese. Weiterhin Helfer ins Tal an die Ahr kommen, „denn es gibt noch so viel zu tun.“

Und die Deutsche Weinkönigin mit Power-Zuversicht: "Das einst so wunderschöne Ahrtal ist und bleibt mein Zuhause und wir bauen es gemeinsam wieder auf"

Sind gerade jetzt Geldspenden, wie denen vom Seniorenhaus St. Josef und der Jakob Christian Stiftung sehr wichtig. Müssten die Menschen trotz des erlittenen Leids positiv in die Zukunft schauen und versuchen auch positiv zu sein.

Und das meiste was derzeit noch in den Weinbergen meist voller roten Trauben hängt ist gut. Werde man gemeinsam mit vereinten Kräften auch diesen Jahrgang einbringen und alle ihr Bestes geben.

Weinbotschafterin Eva Lanzerath: „Das Ahrtal steht für Wein und Tourismus. Wir sind eine fabelhafte Weinregion.“

Stand der abwechslungsreiche Nachmittag im Freien und inmitten des St. Josef Seniorenhauses somit mit dem Slogan:

„Mit Wein Staat machen“

Natürlich einigen Weinproben und zuvor zahlreiche Erläuterungen zur goldenen und blutroten Rebe im Mittelpunkt. Dies vorrangig mit der amtierenden Weinkönigin Eva Lanzerath von der Ahr und Buchautor Dr. Knut Bergmann.

Und bevor es in großer Runde mit den Seniorinnen und Senioren bei herrlichem Wetter und passend unter freiem Himmel die erste Wein-Verkostung angeboten wurde, gab es Dank Katharina Wingen passende Livemusik mit Rhein- und Weinliedern. Fehlte selbst der musikalisch vorgetragene Sprung nach Italien bei der geselligen Veranstaltung nicht. Wurde gesungen und sogar ein wenig vor Freude geschunkelt. Als staatlich geprüfte Opernsängerin wird Katharina Wingen für ihre Stimme auch für ihr breites Repertoire geschätzt und überzeugt auch als Intendantin und Regisseurin.

Stand der gesellige Nachmittag mit „Staatse Wing“ und „Königlichen Besuch“ immer wieder im Zeichen der finanziellen Unterstützung der Flutopfer von der Ahr. Und mit dem Angebot an verschiedenen köstlich mundenden Weinen, Weinkönigin Eva Lanzerath und Buchautor Dr. Knut Bergmann, hätten die verantwortliches dieses Events mit Clemens Pollmann und Christoph Konopka für diesen besonderen Tag keine besseren Highlights im Seniorenhaus St. Josef anbieten können. Dier Senioren/innen dankten es mit mehrfach mit reichlich Applaus.

Unterstützt von Weinkönigin Eva Lanzerath sammelten die Bewohner und Mitarbeiter des Seniorenhauses St. Josef Spenden sehr gerne für die Flutopfer an der Ahr.

Die gemeinsame Weinprobe mit Weinen, die es auf Staatsbanketten und auch auf der Berlinale in der Bundeshauptstadt gegeben hat, gestaltete Dr. Knut Bergmann mit der Lesung aus seinem Buch „Mit Wein Staat machen“, mit ausgeprägtem Fachwissen den Nachmittag.

Sehr passend die Weinproben und Vorträge im „Sinnesgarten“ des Seniorenhauses St. Josef.

Und schon vorab zeigte sich mit den Worten: „Wir freuen uns über diese Einladung der Jakob-Christian-Adam-Stiftung, die unser Seniorenhaus und aktuell von der Flutkatastrophe betroffene Menschen fördert,“ erklärte Seniorenhausleiter Clemens Pollmann.

Bei der Weinprobe mit der amtierenden Deutschen Weinkönigin wurde natürlich auch ein sehr guter Rotwein von der Ahr verkostet. Die 23-jährige angehende Grundschullehrerin Eva Lanzerath, als Botschafterin für den Deutschen Wein im In- und Ausland unterwegs, zeigte sich, was Weiß- oder Rotwein betrifft, verständlich sehr diplomatisch: „Alle deutschen Weine sind gut. Egal ob rot oder weiß. Es kommt halt manchmal auch auf die Gegebenheit und damit Anlass an.“

Da sie von der Ahr kommt, engagiert sie sich auch für den Wiederaufbau und unter anderem der Weingüter im Ahrtal.

In seinem Buch „Mit Wein Staat machen. Eine Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ untersuchte Dr. Knut Bergmann unterhaltsam und kenntnisreich das Verhältnis von Wein und Staat, Protokoll und Politik ins rechte Licht zu rücken. Seine Blicke in die Gläser und hinter die Kulissen von Staatsbanketten enthüllte eine Kulturgeschichte der besonderen Art.

Der Nachmittag mit dem Autor, der von 2005 bis 2009 Grundsatzreferent im Bundespräsidialamt und anschließend Redenschreiber des Bundestagspräsidenten war, wurde begleitet von Weinen, die es auch schon an festlich gedeckten Tischen auf zahlreichen Staatsbanketten gegeben hat. So wurde auch praktisch deutlich, wie sich mit Wein durchaus Staat machen lässt. Und viele der Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenhauses erinnerten sich als fachkundige Zeitzeugen an den Glanz der „Bonner Republik“.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung zwischendurch im Sinnesgarten des Meckenheimer Seniorenhauses von der Bonner Opernsängerin und Regisseurin Katharina Wingen. Sie schaffte es auf Anhieb, die Bewohner und Bewohnerinnen des Seniorenheimes auf eine vergnügliche musikalische Weinreise mitnehmen.

Haupt-Initiator der Veranstaltung war die Jakob-Christian-Adam-Stiftung.

Antoinette Adam, eine ehemalige Bewohnerin, hat die Stiftung mit ihrem Testament gegründet. Frau Adam wurde nach einem Schlaganfall 17 Jahre im damaligen „Klösterchen“ in Meckenheim liebevoll gepflegt. Die Stiftung steht für „Mission und Caritas“ und fördert das Seniorenhaus sowie Bildungsprojekte im afrikanischen Ghana.

Antoinette hatte als junge Frau in Belgien im ersten Weltkrieg den deutschen Soldaten Jakob-Christian Adam kennen gelernt. Nach der Hochzeit hatte die Familie ein Geschäft neben dem Beethovenhaus in der Bonngasse. Heute erinnert die Meckenheimer Jakob-Christian-Adam-Stiftung an die Geschichte der Eheleute Adam aus Bonn.

Und wer nun auch an dieser Stelle Lust verspürt, sich finanziell im Sinne der zahlreichen Flutopfer zu beteiligen, denen ist die Bankverbindung für Spenden empfohlen:

Jakob-Christian-Adam-Stiftung: IBAN: DE14 3706 0193 0014 0920 30 BIC: GENODED1PAXPax-Bank Köln eG Stichwort: Hochwasserhilfe

Kontakt für Rückfragen gerne auch an Clemens Pollmann, Seniorenhausleiter des St. Josef Hauses an der Kirchfeldstraße 4 in 53340 Meckenheim, oder unter 0151 18218458, clemens.pollmann@cellitinnen.de, sowie www.sh-st-josef.de Christoph Konopka (Vorstand) Jakob-Christian-Adam-Stiftung 0176 1000 5107
www.jca-stiftung.de

Text und Fotos Copyright: mg / MaGö / Manfred Görgen

Autor:

Manfred Görgen aus Bad Münstereifel

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