Nachhaltige Verwendung von altem Kaugummiautomaten als Bienenretter-Saatgutspender in Bavenhausen
Kaugummiautomat war gestern – Bienenfutterautomat ist heute

Der Bienenfutterautomat ist bereit zum Einsatz
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  • Der Bienenfutterautomat ist bereit zum Einsatz
  • Foto: Mario Hecker - Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Mario Hecker und Sebastian Everding
  • hochgeladen von Anja Fiedler

Kaugummiautomaten kennen sicherlich noch viele Menschen aus ihrer Kindheit. Heutzutage sind diese nostalgischen Automaten, die mit bunten Kaugummis und kleinem Spielzeug gefüllt waren, aus dem Stadtbild verschwunden. Was soll man heutzutage auch damit anfangen? Mit Erfindergeist und Engagement sehr viel! Statt die alten Kaugummiautomaten zu verschrotten, kann man diese zum Beispiel zum Bienenfutterautomaten umbauen. Nachhaltige Verwendung und ökologisch sinnvolle Nutzung verbunden mit einer Prise Humor lassen Städte/Dörfer aufblühen und helfen gleichzeitig den Bienen beim Überleben.

Diese Idee des Dortmunders Sebastian Everding fand der Heimatverein Bavenhausen (Gemeinde Kalletal) so toll, dass beschlossen wurde, einen Bienenfutterautomaten in Bavenhausen aufzustellen. Mario Hecker, der Bürgermeister von Kalletal, der in seiner Freizeit als 1. Vorsitzender des Heimatvereins Bavenhausen tätig ist, nahm Kontakt mit dem Erfinder auf, der innerhalb kurzer Zeit einen Bienenfutterautomaten für den Verein baute. Schon bald wird dieser nun am Dorfplatz stehen und Interessierten die Möglichkeit bieten, bienenfreundliche Saatmischungen aus diesem zu ziehen. Der Samen soll einen Beitrag gegen Monokulturen und Flächenversiegelungen leisten, so dass sich Bienen wieder vermehrt in Dörfern und Städten wohlfühlen. Für 20 Cent kann eine einjährige und für 50 Cent eine mehrjährige Blühmischung für Wild- und Honigbienen in einer Kapsel entnommen werden. Für die leeren Kapseln ist seitlich eine Rückgabebox installiert. Aufgrund der Mechanik des Automaten können derzeit nur Plastikkapseln verwendet werden, d. h. es muss eine feste runde Kapsel im Verteiler sitzen. Nachhaltige Varianten aus Pappe, Holz, o. ä., gibt es dafür noch nicht bzw. diese sind sehr teuer, was das ganze Projekt unwirtschaftlich machen würde. Aber die verwendeten Plastikkapseln sind wiederbefüllbar und werden so nachhaltig genutzt. Der Bienenautomat im Bienenretter-Design darf ausschließlich mit Bienenretter-Saatgut (Über die Bienenretter-Homepage Hier zu beziehen:) betrieben werden. Nach dem Öffnen und der Aussaat wird die Verpackungskapsel in die Rückgabebox geworfen. Die gesammelten Kapseln werden dann an die Bienenretter zurückgesendet. Für jede funktionsfähige Kapsel wird ein Cent auf die nächste Bestellung gutgeschrieben. In die gereinigten Kapseln wird von Hand frisches Saatgut eingefüllt und einer neuen Aussaat steht nichts mehr im Wege 
 
Der Heimatverein Bavenhausen mit seinen aktuell 200 Mitgliedern zeigt auch in anderen Bereichen viel Engagement, in dem er sich mit gezielten Angeboten an das gemeinsame, dörfliche Miteinander von Jung und Alt ausgerichtet hat. So wurde beispielsweise in Kooperation mit der Volkshochhochschule Detmold-Lemgo eine sogenannte „DORV HS“ eingerichtet, die Kurse für Dorfbewohner von Dorfbewohnern anbietet. Für dieses Projekt wurde der Heimatverein mit dem „Nachbarschaftsoskar“ von Netzwerk Nachbarschaft ausgezeichnet und für den Deutschen Engagement Preis nominiert. Des Weiteren wurde Bavenhausen 2017 Sieger im Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Aktuell ist der Bau einer Kräuterschnecke am Dorfplatz im Frühjahr geplant. Die dort wachsenden Kräuter sollen dann die Sinne der Kinder und Jugendlichen in Bezug auf Geruch, Fühlen und Schmecken schärfen. Ein Kochkurs für Kinder in der Gaststätte des Ortes soll das Angebot abrunden.

Doch zurück zum Bienenfutterautomaten. Neben Bavenhausen gibt es derzeit noch vier weitere Standorte in Deutschland, und zwar in Dortmund, Remscheid, Holzwickede und Werlte. In Planung befinden sich weitere Standorte im Saarland, in Bremen und in Sachsen. Bewundernswert finde ich, dass Sebastian Everding den Bienenfutterautomaten in seiner Freizeit als Hobby-Projekt betreibt. Was für ein tolles privates Engagement für den Naturschutz.
Ich persönlich bin absolut begeistert von dieser Idee, durch die man mit einfachen Mitteln viel erreichen kann. Umwelt-, Klima- und Naturschutz beginnt vor der eigenen Haustür und jede große Veränderung hat ihren Anfang im Kleinen. Neben der Unterstützung der Wild- und Honigbienen haben auch die Einwohner der Dörfer/Städte/Kommunen einen Mehrwert durch den Bienenfutterautomaten. „Es blüht ihnen was“, und das im besten und schönsten Sinne. Vielleicht ist solch ein Automat oder mehrere, auch eine Idee für andere Kommunen. Sicherlich finden sich Privatleute, Vereine und Unternehmen, die einen Bienenfutterautomaten sponsern und aufstellen würden.
Ein möglicher Unterstützer kommt mir direkt in den Sinn, vor allen Dingen, da ein Dortmunder die Idee hatte:

Borussia Dortmund

Die Vereinsfarben sind schwarz-gelb und das Maskottchen ist Emma, eine Biene. Passt doch wie „der Ball ins Fußballtor“.

Ob der Erfinder den Automaten bei Bedarf auch in rot-weiß und gefüllt mit Saatmischungen zum Artenschutz von Geißböcken anbietet, weiß ich nicht. Aber über folgenden Link kann man bei Interesse an einem Bienenfutterautomaten Kontakt zu ihm aufnehmen:

Zum Bienenfutterautomaten geht es hier

Eine Biene macht noch keinen Sommer, aber jede Biene ist ein wichtiger Bestandteil in unserem Ökosystem!

In diesem Sinne verbleibe ich mit bienenfreundlichen Grüßen

Anja Fiedler

Autor:

Anja Fiedler aus Pulheim

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