Viel mehr als „Tiere schauen“: Aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft unterstreicht weitreichende wirtschaftliche Bedeutung des Kölner Zoos
Jahresbilanz: Zoo mit abgelaufenem Geschäftsjahr sehr zufrieden

Köln, 22. August 2019. Der Kölner Zoo hat heute sein Jahresabschluss-Ergebnis vorgestellt. Die Zooverantwortlichen zeigten sich mit den Bilanzzahlen der AG Zoologischer Garten Köln und ihrer zugehörigen Zoo-Gastronomie- und Zoo-Shop-GmbHs für das Kalenderjahr 2018 überaus zufrieden. Die Bilanz ist eine der erfolgreichsten der vergangenen Jahre. Hauptgründe sind einerseits die außergewöhnlich hohen Besucherzahlen in Spätsommer und Herbst und der Publikumserfolg des China Light-Festivals, das im Winter 100.000 Menschen anzog. Hinzukommt andererseits die gestiegene Zahl an Erbschaften, die dem Zoo vermacht werden. Zoo-Vorstand Christopher Landsberg: „Offenbar sehen zunehmend mehr Privatpersonen und Institutionen den Zoo als ideale Plattform, um mit ihrer Zuwendung möglichst breiten Nutzen für die Gesellschaft sowie den Tier- und Umweltschutz zu erreichen.“ Positiv ebenfalls: Die Zoo-Gastronomie GmbH verzeichnete ein Rekordjahr. Zoo-Gastronomie und Zoo-Shop führten rund 600.000 Euro an den Zoo ab. Die Summe fließt zu 100 Prozent der Zooarbeit zu. Gut ist auch der Verlauf des aktuellen Geschäftsjahrs. Überwiegend trockenes Wetter und der „Baby-Boom“ mit Nachwuchs bei Flusspferden, Seelöwen oder Persischen Leoparden sorgen bislang für hohen Besucherzuspruch.
Aktuelle IW-Studie: Der Kölner Zoo als starker Wirtschaftsfaktor
Im Rahmen der Jahresabschluss-Bilanzierung hat der Kölner Zoo das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) bzw. dessen Tochtergesellschaft IW Consult beauftragt zu messen, welche Bedeutung der Zoo für Wirtschaft und Wertschöpfung hat. Letztmals hatte der Zoo dies 2009 erheben lassen. Die Studie unterscheidet dabei zwischen regionalen und bundesweiten Effekten. Dabei sind die auf Deutschland hochgerechneten Zahlen durch den größeren Berechnungskreis prinzipiell höher als die auf die Region begrenzten Werte. Zentrale Ergebnisse:
· Der Kölner Zoo ist ein regionaler Wirtschaftsmotor. Drei von vier generierten Euro Bruttowertschöpfung bleiben in Köln. Vier von fünf Jobs werden in Köln geschaffen bzw. gesichert.
· Auch überregional schafft er, z.B. durch die Investitionen in neue Anlagen, Wertschöpfung und sichert Arbeitsplätze.
· Jeder Euro Subvention der Stadt Köln löst 14,50 Euro an Wertschöpfung in Köln aus. 1 Million Euro Subvention der Stadt Köln sichern 330 Arbeitsplätze in Köln. Mit jedem Euro Subvention der Stadt Köln werden 3 Euro in die öffentlichen Kassen zurückgespielt.
· Der Kölner Zoo trägt in erheblichem Umfang zur Finanzierung der öffentlichen Kassen bei. Ohne seine Aktivitäten würden fast 11 Millionen Euro für die Finanzierung des Gemeinwesens fehlen.
· Zoo-Tourismus bringt Geld in die Region: Der Gesamt-Tourismuseffekt des Zoos beziffert sich im Hinblick auf den Umsatz auf 110 Millionen Euro pro Jahr in der Region und rund 141 Millionen Euro in Deutschland.
· Zoo-Touristen sorgen für knapp 53 Millionen Euro Wertschöpfung in der Region bzw. 67 Millionen Euro in Deutschland. Daran hängen 1.438 Arbeitsplätze in der Region und 1.700 deutschlandweit.

· Touristen, für den der Zoo das Hauptreisemotiv für eine Reise nach Köln ist, sorgen für 66 Millionen Euro Umsatz in der Region und knapp 85 Millionen Euro in Deutschland pro Jahr.
Die Kernaussagen der Studie im Einzelnen:
Handfester Wirtschaftsfaktor für Köln und die Region
Der Kölner Zoo generierte in Köln 2018 mit direkten, indirekten und induzierten Effekten über alle Branchen hinweg insgesamt eine Bruttowertschöpfung in Höhe von 19 Millionen Euro. Er steht für einen Bruttoproduktionswert (Umsatz) von insgesamt rund 36 Millionen Euro und einen summierten Gesamtbeschäftigungseffekt von 330 Personen. Jeder Euro Umsatz im Zoo stößt weitere 45 Cent zusätzlichen Umsatz in der regionalen Wirtschaft an. Darüber hinaus führt jeder Euro direkte Wertschöpfung – also die Summe aus Löhnen, Abschreibungen, Zinsen und Gewinnen des Zoos – zu weiteren 39 Cent zusätzlicher Wertschöpfung in Köln. Die wirtschaftlichen Aktivitäten des Zoos implizieren einen regionalen Beschäftigungsmultiplikator von 1,32. Dies bedeutet, dass zehn direkte Arbeitsplätze im Zoo mit weiteren drei Arbeitsplätzen in der regionalen Wirtschaft verbunden sind.
Auch überregional schafft der Kölner Zoo Wertschöpfung
Die Bedeutung des Zoos strahlt über Köln hinaus. Auf ganz Deutschland hochgerechnet generierte er 2018 mit direkten, indirekten und induzierten Effekten über alle Branchen hinweg in Summe eine Bruttowertschöpfung über 24 Millionen Euro, einen Bruttoproduktionswert (Umsatz) von insgesamt 47 Millionen Euro und einen summierten Gesamtbeschäftigungseffekt von 398 Personen. Jeder Euro direkte Wertschöpfung im Zoo stößt deutschlandweit weitere 78 Cent zusätzliche Wertschöpfung an. Zum Vergleich: Der Wertschöpfungsmultiplikator im Hotel- und Gaststättengewerbe lag im Jahr 2016 mit 1,89 in einer ähnlichen Größenordnung. Die wirtschaftlichen Aktivitäten des Zoos umfassen einen nationalen Beschäftigungsmultiplikator von 1,60, womit 10 direkte Arbeitsplätze im Zoo mit weiteren 6 Arbeitsplätzen in Deutschland verbunden sind. Zum Vergleich: Der Beschäftigungsmultiplikator im Hotel- und Gaststättengewerbe lag im Jahr 2016 mit 1,32 deutlich niedriger.
Taktgeber und Treiber durch Investition in die Zukunftsfähigkeit
Die Verantwortlichen des Kölner Zoos haben in den vergangen Jahren im Rahmen des Masterplans massiv in die Attraktivität des Zoos investiert. Sie sichern der Stadt Köln damit nicht nur die Zukunftsfähigkeit der nach dem Dom meistbesuchten Attraktion, sondern sorgen als Win-Win-Effekt auch für zusätzlichen Umsatz in der Region. Durch direkte Investitionen von mehr als 35 Millionen Euro zwischen 2009 und 2018 regte der Kölner Zoo in diesem Zeitraum einen zusätzlichen Umsatz von 64,5 Millionen Euro in der gesamten Wirtschaft an (6,4 Millionen Euro pro Jahr). Darüber hinaus generierte der Zoo durch die Investitionsaktivitäten der vergangenen zehn Jahre in der gesamten Wirtschaft insgesamt eine Wertschöpfung von 27,4 Millionen Euro und eine Beschäftigung von 556 Arbeitsplätzen. Das bedeutet: 1 Euro Investitionsausgabe des Kölner Zoos erzeugt deutschlandweit 1,84 Euro an Produktion und 0,78 Euro an Wertschöpfung.
Städtische Subvention: Förderung, die sich buchstäblich „auszahlt“
Der Kölner Zoo hat 2018 von der Stadt Köln rund 3,6 Millionen Euro an Subventionen erhalten. Dieses Geld fließt als wirtschaftliche Dividende zurück. So werden mit jedem Euro Subvention der Stadt Köln 14,50 Euro an Wertschöpfung in Köln ausgelöst (lfd. Betrieb und Tourismus mit Hauptreisemotiv Zoo berücksichtigt). Mit jeder Million Euro an Subvention der Stadt Köln werden 330 Arbeitsplätze in Köln abgesichert. Mit jedem Euro Subvention der Stadt Köln werden 3 Euro in die öffentlichen Kassen zurückgespielt, d.h. in Summe 1,2 Millionen Euro. Hiervon profitieren im Übrigen alle Gebietskörperschaften, also – Bund, Länder und Gemeinden – und nicht allein die Stadt Köln!

Zoo trägt in erheblichem Umfang zur Finanzierung der öffentlichen Kassen bei

Darüber hinaus wurde berechnet, wie sich die Tätigkeit des Kölner Zoos und seiner Mitarbeiter nicht nur unmittelbar, sondern auch mittelbar auf die Finanzierung der öffentlichen Kassen und Haushalte auswirkt. Das Ergebnis: Ohne die Aktivitäten des Zoos würden fast 11 Millionen Euro für die Finanzierung des Gemeinwesens fehlen. Das entspricht immerhin 5 Prozent des Aufkommens der Stadt Köln aus der Grundsteuer A und B im Jahr 2016. Damit trägt der Zoo in erheblichem Umfang zur Finanzierung der öffentlichen Kassen bei. Über die gesamte Wirtschaftskette hinweg erzeugten die Aktivitäten des Kölner Zoos einen Beitrag zum Steuer- und Abgabenaufkommen in Höhe von knapp 11 Millionen Euro. Davon entfielen fast 6,9 Millionen Euro auf die lohnabhängigen Steuern und Abgaben. Zu jedem Euro Steuern und Abgaben, die der Zoo selbst direkt zahlt, kommen weitere 44 Cent, die er durch seine Tätigkeit in der übrigen Wirtschaft an Steuern und Abgaben erzeugt.

„Begeistern für Tiere“: Anziehungskraft für Köln

Der Kölner Zoo zählte allein 2018 rund 1,2 Millionen Besucher. Der gesamte Tourismuseffekt des Zoos, also alles, was die Zoo-Besucher in Köln ausgeben unter Einrechnung auch der indirekten und induzierten Effekte, beziffert sich im Hinblick auf den Umsatz auf 110 Millionen Euro pro Jahr in der Region und rund 141 Millionen Euro in Deutschland. Zoo-Touristen sorgen für knapp 53 Millionen Euro Wertschöpfung in der Region bzw. 67 Millionen Euro in Deutschland. Daran hängen 1.438 Arbeitsplätze in der Region und 1.700 deutschlandweit. Berücksichtigt man nur diejenigen Effekte, die darauf zurückzuführen sind, dass der Zoo das Hauptreisemotiv der Besucher für eine Reise nach Köln war, dann ergeben sich – unter Einrechnung auch der indirekten und induzierten Effekte – folgende Zahlen: Tourismus-Effekte des Kölner Zoos sorgen für 66 Millionen Euro Umsatz in der Region und knapp 85 Millionen Euro in Deutschland pro Jahr. Die Wertschöpfung liegt bei knapp 32 Millionen Euro in der Region und knapp 41 Millionen in Deutschland. Daran hängen 832 Beschäftigte in der Region und 982 Beschäftigte deutschlandweit.

Fazit: Zoo – viel mehr als „Tiere schauen“

Wer an den Zoo denkt, hat schnell bunte Bilder im Kopf. Bilder von putzigem Tiernachwuchs, exotischer Architektur und spielenden Kindern. Die IW-Studie belegt: Der Kölner Zoo ist viel mehr als das. Er liefert handfeste ökonomische Mehrwerte. Prof. Theo B. Pagel und Christopher Landsberg, Vorstände des Kölner Zoo: „Der Zoo ist einerseits ein attraktiver Wohlfühl- und Freizeitfaktor für die Bewohner von Köln und der Region. Anderseits lockt er Touristen an und trägt dazu bei, dass sich Nahverkehr, Restaurants und Hotelbetten füllen. Der Kölner Zoo ist damit zusätzlich zu seinen Aufgaben bei Freizeit, Erholung, Forschung und Artenschutz ein wichtiger Wirtschafts- und Standortfaktor.“

Fotos: Werner Scheurer

Personen von links nach rechts: Prof. B. Pagel (Vorstandsvorsitzender Kölner Zoo), Christopher Landsberg (Vorstand Kölner Zoo), Peter Schützdeller (Geschäftsführer iWConsult), Dr. Roman Bertenrath, Leiter Strategie und Wachstum, iWConsult)

PRESSEMITTEILUNG

Autor:

Werner Scheurer aus Kalk

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