Bedrückendes, erfrischendes, neues und altes - Museenbesuche
Kunstgenuss in 4 h a la Speed Dating

Stuhl Brigitte Bardot , 1989 - Die Schauspielikone auf Stuhllehnen verewigt
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  • Stuhl Brigitte Bardot , 1989 - Die Schauspielikone auf Stuhllehnen verewigt
  • Foto: Fotocredit pixabay
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In 4 h durch die Museen in Köln

Die Stadt Köln bietet jeden 1 Donnerstag im Monat ihren Mitbürgern einen kostenlosen Besuch in den Museen. Doch wieviel kann man an einen Tag qualitativ anschauen und artet es nicht in Stress aus, all diese reichhaltige Auswahl an Kunst und Objekten erforschen zu wollen?
Der erste Besuch im EL-DE Haus. Ein Ort wo Untersuchungen und andere Schrecken der Gestapo zu Hause waren. Vergilbte Wände und eine Leere durch die Zimmer begleiten den Besucher bei diesem Aufenthalt.
Festgehaltene Gedanken an den Wänden, in den unterschiedlichen Handschriften der Gefangenen, durchdringend bedrückend und traurig, und dann wieder voller Mut und rebellischer Hoffnung. Wörter abgebildet um nicht zu vergessen.
Zeitungen und Bilder von früher zeigen den Marsch der Soldaten, das Lachen der damaligen Jugend, Fotos der Gefangenen und NSDAP Mitglieder.
In der Vergangenheit sind sie alle zusammen genau wie in der Gegenwart.
An Säulen hängen Händeabdrucke von, und Akten über Menschen, die stumm erzählen was hier passiert ist.
Es ergibt sich eine erdrückende Erkenntnis einer „Big Brother is watching you“ Typologie, die man nicht erkannt hat und sich durch Manipulation in die Menschen eingeschlichen hat.
Der Keller zeugt in seiner Nüchternheit von einer Kargheit der engen Zellen und erzeugt einsame Gefühle.
Der zweite Besuch im MAKK, dem Museum für angewandt Kunst, begleitet in visueller Leichte mit der Moderne und dem Retro Design den Wandel der Zeiten.
Die „Juke Box“ von Paul Max Fuller erzählt mit einer großen Wand voller alten Radios von der Rock ‘n Roll Zeit und konkurriert mit der Intelligenz eines Schachspiels von Josef Hartung aus der Bauhaus Zeit.
Die Front Design Hängelampe „Camouflage“ erzeugt Schatten auf den Wänden und zeigt das auch ein alltäglicher Gegenstand von ungewöhnlicher Form sein kann.
Ein "Stuhl Brigitte Bardot", 1989 - Die Schauspielikone Brigitte Bardot abgebildet auf den Stuhllehnen von Siegfried Michail Syniuga.

Die Ausstellung „The Look of Sound“ von Norman Seeff, lockt vornweg für sich, mit einer fröhlichen Leinwand mit den Blues Brothers, um dann im Innerem eine große Auswahl SW Fotografien von bekanntem und unbekannten Gesichtern zu zeigen. Neben Boney M, Dennis Hopper und Ray Charles sieht man unbekannte Menschen in ihrer dekadenten Zeit.
Der dritte Gang zum Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, das mit einer der großen Gemäldegalerie in Deutschland punktet, endet im Foyer. Zwei lange Reihen von kunstbegeisterten Menschen schrecken ab und lassen keine Zeit des Wartens zu.

Im Rautenstrauch-Joest-Museum, welches ethnische Einblicke ermöglicht, wird man immer wieder von den großen Unterschieden in der Kultur der Menschen überrascht.
Im Museum sind die Lebensräume und,- formen, wie zum Beispiel die der Indianer und Berber gut ausgesucht und aufgebaut (Tipi, Wüstenzelt, alltägliche Gegenstände wie die Kleidung).
Hier bekommt man ein nahes Gefühl des Erkennens und Verstehens einer anderen Lebensart gut vermittelt.
Man sieht riesige, bemerkenswert handgemachte Reis,- und Yamsspeicher. Die einfachen Werkzeuge sind mit bester Logik erfasst. Die Waffen wie Speere und Keulen, lassen in ihrer offenen Art erschaudern.
Die Anfertigung aus Naturmaterialien, zeigt, wie sich Menschen auch ohne die heutigen modernen Hilfsmittel vermögen, ihrer Umgebung anzupassen. Der Federmantel eines Königes aus Hawaii bestand zum Unterschied der Kleidung eines europäischen Monarchen aus 100.000 Federchen.
Die vielen Statuen und Masken aus den asiatischen, afrikanischen und deutschstämmigen Raum, wo Götterfiguren und Dämonen schaurig dargestellt werden, konkurrieren untereinander.
Das fünfte, das Ludwig Museum am Dom ist riesig und stellt auch Arbeiten bekannter Weltkünstler wie Picasso und Macke aus.
Im obersten Stockwerk tummeln sich der trotzige Kubismus, Dadaismus und Expressionismus und im unterem Bereich zieren riesige Leinwände im einfachen Druck von Farben und Typologie die Räume.
Das Bild von Miro „Amour“ verdrängt mit seiner blauen Farbe die vorangegangene schwere Kunst.
Das Bild von Radtschenko „Schwarz auf Schwarz“ zeigt aber auch, wie viele Künstler eine düstere Stimmung immer wieder auf die Leinwand bringen.
Das Ludwig Museum ist so groß, dass manches Werk leicht übersehen werden kann.
Wer den freien Eintritt zu den Museen richtig auskosten möchte, wird das nicht ohne einen ganzen Tag erreichen. Aber es ist eine gute Möglichkeit sich einen ersten Einblick zu erschaffen
Und um seine Favoriten zu Kennzeichnen.

Autor:

Ruža Curić aus Köln Innenstadt

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