Amir Fakhravaran
Von einem der auszog, die Welt zu erobern

Zeigt viel Talent: Amir Fakhravaran
  • Zeigt viel Talent: Amir Fakhravaran
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Stammheim. (dc) In den Medien hört und liest man viel von Integrationsproblemen der Migranten, die in Deutschland einreisen. Das es auch anders sein kann, zeigt das Beispiel von Amir Fakhravaran.

2014 beschloss Amir Fakhravaran seine Heimat Iran zu verlassen und nach Deutschland zu kommen. Im Jahre 2012 hatte er bereits Deutschland für zwei Wochen besucht und es hat ihm gut gefallen. Im Iran studierte Amir Fakhravaran IT und Architektur. „Selbst wenn man das Studium ordentlich abschließt, findet sich kaum ein relevanter Arbeitsplatz“, berichtet Amir und weiter: „Viele Jugendliche haben keine Perspektive in meinem Heimatland. Schnell geraten sie durch den aufgestauten Frust in Schwierigkeiten. Nicht selten sogar mit der Polizei. Das ist traurig. Das wollte ich nicht erleben und entschied mich den Iran zu verlassen.“

Amir Fakhravaran hat sich für seinen Entschluss sehr gut vorbereitet. Er besuchte im Iran Deutschkurse und spricht Deutsch sehr gut: „Wenn man in ein fremdes Land geht, ist es sehr wichtig, dass man die dortige Sprache kann. Das macht vieles von Beginn an leichter. Deshalb wollte ich gut vorbereitet in Deutschland ankommen. Ich habe mittlerweile eine deutsche Freundin, die mir vieles beibringt. Aber ich nutze sehr gerne jede Gelegenheit Deutsch zu reden und viel zu lernen.“
Er möchte in seinem neuen Heimatland nicht auf der faulen Haut liegen, sondern einen eigenen Beitrag in der Gesellschaft leisten. Ihn interessierte das Friseurhandwerk.
Amir schrieb unendlich viele Bewerbungen. Doch nach dem er sich persönlich vorgestellt hatte, bekam er nur Absagen. Amir Fakhravaran hat pechschwarze Haare und trägt einen modisch gestylten Bart. „Ich glaube, das liegt an meinem Äußeren. Was denken die Leute bloß von mir? Man darf doch einen Menschen nicht nur nach seinem Aussehen beurteilen“, erzählt Amir und wirkt zurecht ein bisschen böse.

Eine Chance für einen Ausbildungsplatz bekam er schließlich bei Guel Kobilay in Köln-Stammheim. Sie führt dort ein Friseurgeschäft. Sie ist zurecht stolz auf ihren Azubi: „Mir ist es egal, woher jemand kommt. Für mich ist Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit wichtig. Das trifft auf Amir zu. Zudem hat er noch eine Menge Talent. Viele meiner Kunden und Kundinnen möchten nur von ihm bedient werden.
Amir Fakhravaran ist im zweiten Lehrjahr und macht nächstes Jahr seinen Abschluss. Das er besteht, ist für Guel Kobilay keine Frage: „Den Abschluss macht er mit Sicherheit ohne Probleme. Er ist richtig gut. Auch in der Schule.“

Amir hat sich gut eingelebt. Er sagt: An den Deutschen mag ich ihre Zuverlässigkeit und ihre Pünktlichkeit. Da hatte ich am Anfang schon Probleme. Bei uns im Iran nimmt man das locker. Die Deutschen sind manchmal ein bisschen steif. Aber hier geht man mit sehr viel Respekt miteinander um. Das finde ich toll. Und die Deutschen sind sehr ordentlich, das gefällt mir ebenfalls sehr gut. Mit der deutschen Kultur komme ich mittlerweile gut klar. Mit der deutschen Küche ebenfalls, ich mag sie sehr gerne. Obwohl ich anmerken muss, dass wir uns im Iran gesünder ernähren.“
Amir Fakhravaran ist hier alleine. Seine Mutter war eine Woche zu Besuch, lebt aber im Iran. Auf die Frage, ob er alles richtig gemacht und eine gute Entscheidung getroffen hat, antwortet Amir ohne zu zögern: „Ich habe meinen Entschluss trotz anfänglicher Probleme nie bereut. Ich würde das immer wieder so machen, denn ich lebe gerne in Deutschland.“

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