Klimawandel
Der Wald ist unser Klimaschützer - aber er ist krank!

Die Sukzession der Buche ist deutlich zu erkennen.
  • Die Sukzession der Buche ist deutlich zu erkennen.
  • Foto: nationalparkeifel
  • hochgeladen von Horst-Peter Nauen

Der Wald ist Klimaschützer für Mensch und Tier - aber Sturm, Dürre und Schädlinge haben ihn bedenklich krank gemacht.

Die Waldzustandsberichte der letzten Jahre zeigen, dass Klimawandel, Schadstoffeinträge und die hohe Belastung mit Stickoxiden den Bäumen in Nordrhein-Westfalen sehr zusetzen. Dabei sollte jeder Wissen, dass der Wald nicht nur Lebensraum für Tiere und Pflanzen ist, sondern auch eine wichtige "CO2-Senke", zudem regelt er den Wasser- und Temperaturhaushalt.

Wälder zeigen verschiedene Schadensbilder
Ministerpräsident Armin Laschet und Umweltministerin Ursula Heinen-Esser haben in der letzten Juliwoche das Waldgebiet "Königsforst" bei Köln besucht, um sich gemeinsam mit den Waldbesitzerverbänden ein Bild über die aktuelle Lage der Wälder in NRW zu machen. Das Waldgebiet zeigt verschiedene Schadenbilder auf, die typisch für die derzeitigen Herausforderungen durch Sturm, Trockenheit und Schadinsekten sind.

,,Die Lage ist dringlich - mit massiven Folgen für die Forstwirtschaft und unsere Umwelt", sagte Ministerpräsident Laschet. ,,Förster und Waldbauern arbeiten auf allen Ebenen, um die verheerenden Folgen von Sturm, Dürre und Schädlingen zu begrenzen. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Bereits jetzt haben wir 6,2 Millionen Euro an Sondermitteln zur Bewältigung der Schäden in den Wäldern zu Verfügung gestellt. Darüber hinaus werden wir die Hilfen für die Wiederaufforstungen von bisher gut 4 Millionen Euro auf 10 Millionen jährlich mehr als verdoppeln. Wir werden so den Kulturraum Wald für die Zukunft erhalten."

Umweltministerin Heinen-Esser sagte: ,,Wir müssen den Wald gegen den Klimawandel rüsten. Waldschutz, Wiederaufforstungen, eine nachhaltige Holzverwendung und Schädlingsbekämpfung sind entscheidend im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels."

In Düsseldorf müssen über 700 Bäume gefällt werden
Allein in Düsseldorf müssen nach aktuellen Baumkontrollen 746 Bäume gefällt werden. Dabei handelt es sich um 349 Straßenbäume und 397 Bäume in Grünanlagen. Häufige Ursachen für Fällungen sind holzzersetzende Pilze - so treten vermehrt Pilzerkrankungen wie das Eschentriebsterben oder die Rußrindenkrankheit auf. Letztere ist eine typische Folge von außergewöhnlichen langen und trockenen Sommern. Auch Insekten wie der Borkenkäfer, machen den Bäumen in der Landeshauptstadt zunehmend zu schaffen. Dort, wo Bäume gefällt werden müssen, werden bei Eignung des Standortes wieder Bäume nachgepflanzt.

Spannende Walddynamik im Nationalpark Eifel
Dürre und Borkenkäfer haben den Nationalpark Eifel auch nicht verschont. Nationalparkleiter Dr. Michael Röös, berichtete über den Klimawandel im Nationalpark Eifel: ,,Tausende durch Dürre und Borkenkäfer geschwächte Fichten wurden der freien Entwicklung überlassen, wo benachbarte Wirtschaftswälder dadurch nicht gefährdet sind. Vor allem im westlichen Kermeter und im Hetzinger Wald können Besucher eine spannende Walddynamik beobachten." Dürre und Borkenkäferfraß haben sich positiv auf die Laubwaldausbreitung und den Strukturreichtum im Nationalpark ausgewirkt (siehe Foto). Zu den Auswirkungen Zählen die sich ausbreitenden Buchenpflanzungen.
Nach der letzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren und vor Einflussnahme durch den Menschen, war die Eifel flächendeckend mit Buchenwäldern übersät. Da die Buche als einzige heimische Baumart selbst im dichten, von Baumkronen beschatteten Wald wächst, bleibt zu hoffen, dass die Buche sich ihre natürliche Vormachtstellung in den Schutzgebieten zurückerobern kann.

Nordrhein-Westfalen besteht aus 935.000 Hektar Waldfäche  (57% Laubwälder, 43% Nadelwälder), dass sind 27 Prozent der Gesamtfäche NRWs.

Autor:

Horst-Peter Nauen aus Leichlingen

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