Trauer um getötete Obdachlose
Betrunkener Autofahrer überfährt 69-Jährige und flüchtet

Passanten haben Blumen und Kerzen (links) vor dem Gesundheitshaus abgestellt. Mit voller Wucht war das Auto in den Eingang gerast, die Spuren (rechts) sind deutlich zu sehen.
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  • Passanten haben Blumen und Kerzen (links) vor dem Gesundheitshaus abgestellt. Mit voller Wucht war das Auto in den Eingang gerast, die Spuren (rechts) sind deutlich zu sehen.
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Leverkusen. Mittwochmittag (24. Oktober) vor dem Gesundheitshaus am Ludwig-Erhard-Platz in Wiesdorf: Passanten haben Kerzen und Blumen vor dem Eingang abgelegt. 

Kopfschüttelnd folgen sie den Markierungen, die die Polizei dort heute Nacht auf dem Gehweg aufgesprüht hat. Am linken Eingang sind die Spuren des schweren Unfalls nicht zu übersehen: Links fehlt ein Teil der Glasscheibe, rechts ist ein Teil der Wand eingedrückt.

Mehrere Radfahrer bleiben stehen, fragen nach, was hier denn passiert sei. "Hier saß doch immer die alte Frau", sagt eine junge Frau. Viele der Passanten kannten die obdachlose Frau, die hier regelmäßig saß. Auch letzte Nacht hatte sie hier ihr Nachtlager aufgeschlagen.


Gegen 0.45 Uhr fuhr ein 26-Jähriger alkoholisiert mit seinem BMW in den Kreisverkehr am Ludwig-Erhard-Platz. An der ersten Ausfahrt zum Europaring verlor er aus ungeklärter Ursache die Kontrolle über sein Auto, fuhr zwischen zwei Bäumen hindurch über die Grünfläche vor dem Gesundheitshaus und schleuderte nach rechts in die Apotheke. Dabei erfasste er die vor dem Gebäude schlafende Frau.

Danach flüchtete der Fahrer vom Unfallort, ohne sich um die 69 Jahre alte Frau zu kümmern. Erst später meldete er sich telefonisch bei der Polizeiwache Leverkusen. Polizisten nahmen den 26-Jährigen daraufhin in Rheindorf fest und beschlagnahmten den Unfallwagen sowie seinen Führerschein.

Allerdings hatte die Polizei bereits vor dem Anruf des Unfallverursachers erste konkrete Hinweise auf das Unfallgeschehen, da das vordere Kennzeichen des BMW beim Unfall abgerissen und in der Apotheke liegen geblieben war.

Wer die Spuren am Eingang des Gesundheitshauses sieht, kann erahnen, mit welcher Wucht das Auto die schlafende Frau getroffen haben muss. Dabei wurde sie so schwer verletzt, dass ihr die Ärzte nicht mehr helfen konnten: Die Frau erlag im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.

Zeugen gesucht

Staatsanwaltschaft und Polizei Köln ermitteln gegen den Autofahrer und suchen Zeugen, die den Verkehrsunfall beobachtet haben und/oder Angaben zum Unfallgeschehen machen können. Hinweise nimmt das Verkehrskommissariat 2 unter Tel. 0221/229-0 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de entgegen.

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