Diagnose Krebs
Erste Hilfe bei Leukämien und Lymphomen

Michael Enders, Leiter der Selbsthilfegruppe Leukämie- und Lymphomhilfe Oberberg
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Von einem Tag auf den anderen kann das Leben sich verändern. Von der Diagnose Leukämie- oder Lymphomerkrankung wie das Non-Hodgkin-Lymphom (NHL), einer der häufigsten Krebsarten in Deutschland und anderen Industriestaaten betroffen zu sein, stellt für Patienten und deren Angehörige einen massiven Einschnitt im Leben dar. Plötzlich ist alles anders, die Dinge bekommen eine andere Bedeutung. Ängste treten auf, lebensverändernde Entscheidungen müssen getroffen werden. Gibt es überhaupt eine Chance auf Weiterleben? Ist jetzt alles vorbei oder gibt es Hilfe, Hoffnung, evtl. sogar Heilung? José Carreras erkrankte an Leukämie. Heute gilt er als bekanntes Vorbild, der vielen Betroffenen Mut macht.

Der Weg ist lang und fremd und zu schwer, um ihn alleine zu gehen. Eine neue Welt tut sich auf. Zeit spielt keine Rolle mehr. Entscheidend wird, in welches Krankenhaus kommt man, ist man dort darauf spezialisiert auf die jeweilige Erkrankung? Ist da auch ein kompetentes Team, das nach dem neuesten Stand der Forschung ausgebildet ist? Wie ist die Ansprechbarkeit, bekommt man Antworten? Welche Therapiemöglichkeiten gibt es überhaupt? Wie kann man eine Zweitmeinung evtl. einholen wenn man sich nicht ganz sicher ist, welche Therapie die richtige ist?
Als betroffener Mensch ist es zunächst einmal fast gar nicht möglich, sich mit der Situation zu befassen. Schmerzen, Medikamente mit ihren Nebenwirkungen, Ängste, Sorgen um die Familie, die alleine gelassen werden muss, der Job, stark sein müssen, das erfordert viel Kraft. Da ist es gut, wenn jemand da ist, der hilft.

LLH steht für Leukämie- und Lymphomhilfe e.V., Selbsthilfeverband NRW. LLH bietet Beistand, Begleitung und Hilfe für Betroffene und Angehörige – in der Krise und auf dem Weg zur Gesundung an. LLH ist ein gemeinnütziger Verein unter dem Dachverband der Deutschen Leukämie- und Lymphomhilfe e.V..
Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sind auch Betroffene sowie Angehörige von Leukämie- und Lymphomerkrankten. Sie haben die gleichen Ängste und Sorgen durchlebt und können nachvollziehen, was in einer solchen Situation in einem Menschen vorgeht.

Michael Enders ist seit 19 Jahren Leiter der Selbsthilfegruppe Leukämie-und Lymphomhilfe Oberberg. Unterstützung bekommt er jederzeit von seiner Frau Susanne. Herr Enders hat schon unzähligen Patienten geholfen. Ständig aktualisiert er seinen Wissenstand und ist somit auf dem neuesten Stand der Forschung. Dafür fährt er quer durch die Bundesrepublik Deutschland, besucht Ärztekongresse, organisiert Veranstaltungen, Benefiz-Konzerte, Kongresse, Symposien.
Am 30. März dieses Jahres fand z.B. in Köln das 15. Jahrestreffen für Mitglieder und Angehörige in der Uniklinik Köln statt. Herrn Dr. med. Peter Borchmann referierte dazu über neue Behandlungen mit CAR-T-Cell und anderen neuen Möglichkeiten der Behandlungen. Zu den NHL Erkrankungen gehören z.B.: Chronische Lymphatische Leukämie (CLL), Haarzellenleukämie (HCL), Immunocytom, Morbus Waldenström, Plasmozytom / Multiples Myelom, Burkitt-Lymphom, Haut-, Hirn- und Magenlymphome. Es wurden viele Fragen gestellt, die Herr Dr. Borchmann fachkundig beantwortete.

Weiße Blutkörperchen des Krebspatienten werden durch ein spezielles Verfahren gewonnen. Sie werden eingefroren und an ein Institut verschickt, das daraus T-Zellen gewinnt. Dann wird ein inaktives Virus in die T-Zellen eingebracht. Dessen Erbsubstanz ist durch ein spezielles Gen erweitert worden. Die DNA der T-Zellen nimmt das Viren-Erbgut auf. Sie produzieren dann ein Eiweiß, (chimärer Antigenrezeptor gegen CD19), das man auf ihrer Oberfläche erkennen kann.
Jetzt haben sie einen neuen Namen: CAR-T-Zellen. Dieses Erkennungsmerkmal sorgt dafür, dass die CAR-T-Zellen die Krebszellen des Patienten erkennen. Sie können diese nun nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip binden. Es folgt Vermehrung und Qualitätsprüfung. Dann werden die CAR-T-Zellen an die behandelnden Ärzte geschickt. Bevor die Therapie begonnen werden kann, werden mit einer Chemotherapie möglichst viele T-Zellen des Patienten zerstört. So können die CAR-T-Zellen besser „durchstarten“. Durch Infusion werden dem Patienten nun diese durch weiße Gentechnik veränderten CAR-T-Zellen wieder übertragen. Die CAR-T-Zellen können nun an den Krebszellen andocken und diese zerstören. Die Zellen sind lebendig und vermehren sich im Körper. So wird auf lange Sicht hin ein Schutzschild gegen den Blutkrebs gebildet. Die neue Therapie ist vielversprechend. „Emily Whitehead wurde als erstes Kind 2012 so behandelt sagt Dr. Borchmann und sie ist bis heute, seit 7 Jahren krebsfrei.“

Michael Enders bietet Unterstützung an, die Message ist: Es gibt Möglichkeiten, wir suchen sie gemeinsam. Durch engagierte, kompetente Ärzte, die seine Beratungstätigkeit unterstützen sowie entsprechende Therapien anbieten. Dem Flyer des Selbsthilfeverbandes NRW LLH kann man Ansprechpartner entnehmen.
Einmal im Monat trifft sich die Selbsthilfegruppe Leukämie-und Lymphomhilfe Oberberg in der Reha-Klinik Eckenhagen. Die Gruppentreffen dienen dem Erfahrungsaustausch, der Beratung, sowie Teilnahme an Patientenveranstaltungen. Die Kommunikation zwischen Betroffene und Nichtbetroffene soll gefördert werden. Wichtig bleibt die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen der Onkologie und Hämatologie. Die Gesundheit muss gepflegt werden. Gemeinsam geht es besser, viele der ehemals erkrankten Patienten freuen sich auf die Treffen und das freundliche Miteinander.
Michael Enders erreicht man über seine Geschäftsstelle in Bergneustadt unter Selbsthilfeverband in NRW LLH regionalllh@t-online.de.

Autor:

Stefania Herod aus Nümbrecht

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