Honigbienen im Wonnemonat Mai
Schwärmende Honigbienen und Frostige Heilige

Bienenweide
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Wer kennt sie nicht, die Eisigen Heiligen, die uns den Frost zurückbringen im Wonnemonat Mai... Die Eisheiligen sind wieder da: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und.... die kalte Sophie am 15. Mai. Ja die alten Bauernregeln erzählen von ihnen. Nach diesen letzten Nachtfrösten erfreuen uns üblicherweise warme, sonnige Tage. Und was bedeutet dies für die Honigbienen? Na ja, für ein paar Tage kommen sie schon damit klar. Sie können sich ja jetzt ausgiebig warm arbeiten. Im Bienenvolk herrscht Hochbetrieb, Nektar wird eingetragen, Pollen wird zur Brutversorgung eingelagert. Da kann Frau Königin ordentlich Nachwuchs erzeugen. Schnell wachsen sie zu starken Völkern heran, die sich fragen, ob ihre Wohnung groß genug ist, die ihnen die Imkerschaft jeweils zur Verfügung stellt. Wenn also ein paar Tage kälter sind, haben die Bienen genug im Stock zu tun. Zum Glück regnet es schon mal ab und zu, die Blüten brauchen Wasser. Blüten wollen „honigen“ also Nektar erzeugen und dazu brauchen sie Wasser. Insgesamt ist es sowieso noch zu trocken. Nach dem letzten warmen, trockenen Jahr, haben die Wälder und Pflanzen immer noch Durst.

Im Mai sollten Imkers aufpassen, dass die Völker nicht ins Schwärmen geraten. Eigentlich tun das die Bienen unheimlich gerne, denn dann bedeutet Vermehrung und Arterhaltung. Das Wohnungsangebot läßt aber oft zu wünschen übrig. Schwarm sucht ein schönes geschütztes Plätzchen mit Freigang ins Grüne. Aber wo stehen denn heute noch mächtige Bäume mit Hohlraum? Wo kann man noch in einer Scheune oder im Dach „abhängen“? Wo gibt es auch genug Nahrung, also etliche Blüten? Fließend kalt- und warmes Wasser muß nicht unbedingt sein, ein Teich oder ein Bächlein in der Nähe wäre natürlich cool! Der modische Trend aber gibt vor: Beton und Steine sind in. Graue Steinwüsten sind einfacher zu pflegen und man kann sein Auto darauf abstellen oder grillen.

Die Bienen jedoch benötigen dringend Lebensräume. Ein verwilderter Garten, eine wilde Ecke am Rasenhang... dafür schwärmen die Bienen einfach. Eine Verkehrs-Blumeninsel, dicke Blütenstreifen in der Landwirtschaft. Früher gab es noch Kornblumen, Mohn, Wiesenschaumkraut... Gründüngung ist o.k. Möglichst keine Pestizide und Herbizide auf Obst und Gemüse, da bekommen sie es mit den Nerven zu tun und verlieren zitternd die Orientierung. Wie wohlig duftet da ein blühender Biogarten! Was kann man alles auf einem Bio-Bauernhof finden, der noch Obst, Gemüse und Tiere hat. Ach, wenn Bienen doch sprechen könnten, die würden sich glatt bei „Friday for Future“ bunte Wiesen wünschen.

Imker lieben ihre Honigbienen, geraten in Schwärmerei über ihre Völkerzahlen. Jetzt beginnt bald die „Schwarmzeit“. Wer kennt das nicht? Ein Schwarm ist abgegangen und hängt am Zaun, im hohen Baum, im Kamin. Die Biene vermehrt sich schwärmend. Dynamische Königinnen tuten zum Abflug, die Mannschaft versammelt sich und schwupps, der 1. Schwarm ist draussen und unterwegs auf Abenteuerjagd. Das ist die Zeit in der man Imker in hohen Bäumen findet. Wackelige Leitern, Verletzungen, Schwarmfangkorb, Schwarm fliegt davon... Ein Imker schafft es fast immer einen Schwarm einzufangen. Dabei leben sie gefährlich und das war schon immer so. Im Mittelalter trugen Sie Schwert mußten sich gegen Honigdiebe wehren, da Honig ein kostbares Gut war. Ist es ja heute auch noch, das flüssige Gold der Bienen. Da schwärmen selbst die Honigesser, „ein Genuß“.

Die Bienen wollen sich vermehren, damit immer wieder neue junge, gesunde Völker sich entwickeln können. Wer will schon aussterben? Wenn jemand einen Schwarm irgendwo entdeckt ist es ratsam, einen Imker dazu zu holen. Der kann das Volk bienengerecht unterbringen und versorgen. Leider überlebt heute ein Volk im Freien nicht ohne eine Lebensversicherung, den Imkerschutz. Die Varroamilbe ist ein großer Feind und tötet ein Volk innerhalb von zwei Jahren wenn es nicht dagegen behandelt wird. Und den harten Winter würde ein Bienenvolk nicht überleben in der freien Natur, so ganz ohne Baumschutz.

Gemeinsam schwärmen verbindet. Honigbienen, Wildbienen, Insekten, Vögel, andere Säugetiere, alle benötigen genug Nahrung. Ein Bienenweide-Plätzchen für die Summ- und Brumm-Gesellschaft ist lebenswichtig und läßt uns Menschen von deren Schönheit schwärmen. Bei offenen Blüten „kommen die Insekten ran“ an den guten Nektar und bestäuben gleichzeitig schleckend die Blüten. Dann schmeckt uns auch das regionale Obst und Gemüse gut, das ohne die Tierchen unseren Tisch nicht bereichern würde.

Bienenweide
Bunte Blumenwiese
Autor:

Stefania Herod aus Nümbrecht

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