Der Job eines Fahrlehrers
Ein Interview mit meiner ehemaligen Fahrlehrerin Melli Wolf

Melli Wolf erzählt von ihrem Alltag als Fahrlehrerin
Foto: Veröffentlichung des Fotos mit freundlicher Genehmigung von Melli Wolf
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  • Melli Wolf erzählt von ihrem Alltag als Fahrlehrerin
    Foto: Veröffentlichung des Fotos mit freundlicher Genehmigung von Melli Wolf
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Hinweis zum Artikel: Das Treffen mit Melli Wolf fand statt BEVOR die Schutzmaßnahmen wegen Corona nötig waren!

Hier sitze ich nun mit meiner ehemaligen Fahrlehrerin Melli Wolf. Sie ist bereits seit 20 Jahren im Team der Fahrschule Wolf in Pulheim mit dabei. Ich habe mich in den Fahrstunden immer sehr gut mit ihr verstanden, weshalb wir auch heute noch gut befreundet sind und in Kontakt zueinanderstehen.
Oft gingen mir da auch schon Gedanken durch den Kopf, wie der Job eines Fahrlehrers wohl so im Alltag ist. Darum habe ich mich entschlossen, dies anhand eines Interviews genauer herauszufinden:

Was hat dich dazu gebracht Fahrlehrerin zu werden?

„Ich bin mit dem Geschäft groß geworden. Meine Eltern sind jetzt seit fast 40 Jahren selbstständig und haben eine Fahrschule. Ich als Einzelkind habe dann täglich mitbekommen, dass meine Eltern für ihr Geschäft leben und es lieben. Ich bin zuerst Krankenschwester gewesen und ich war auch sehr gerne Krankenschwester, aber das Sterben im Krankenhaus hat mich emotional sehr belastet. Ausschlaggebender Punkt war also die Prägung durch meine Eltern und das Emotionale im Krankenhaus.

Wie sieht dein Alltag als Fahrlehrerin aus?
„Ein Fahrlehrer gibt theoretischen und praktischen Unterricht. Mein Alltag sieht oft so aus, dass ich im anderthalb Stundentakt von einem Fahrschüler zum nächsten fahre. Dort habe ich mit vielen Fahrschülern Kontakt und jeder Fahrschüler ist auch wieder anders. Ich habe Jungen, ich habe Mädchen, ich habe talentierte Schüler, ich habe untalentierte Schüler usw. Mal fährt man Autobahn, mal gibt man Parkaufgaben, mal gibt man Grundaufgaben oder man fährt Überland. Dann fährt man zum TÜV, trinkt dort mal einen Kaffee, wo man dann auch wieder andere Kollegen und Kolleginnen trifft und sich mit den Prüfern unterhält. Dann begleitet man die Fahrschüler zu ihren Führerscheinprüfungen und stellt sie zur Prüfung vor. Der Alltag ist meistens etwas stressgeprägt, weil man von einem Termin zum anderen muss. Wenn man in einer vollen Fahrschule arbeitet, dann hat man wirklich viel zu tun. Der Alltag ist geprägt von Theorie und Praxis.“

Was macht dir an deinem Beruf die meiste Freude?
„Für mich ist das der Erfolg. Wenn du siehst, wie jemand von gar nichts können bis zum Führerschein kommt. Wenn du jemanden auf diesem Weg begleitest und immer kleine Erfolge siehst und wie die Fahrschüler dabei auch sicherer werden (z.B. Fahrschüler konnte nicht einparken, dann macht es nach den Parkübungen „Klick“ und du siehst die Erfolge vom nicht Parken können zum Parken können). Wenn die Prüfung dann bestanden wird, ist das immer das schönste Glücksgefühl eines Fahrlehrers. Natürlich, wenn sie dann auch möglichst die erste Prüfung direkt bestehen. Jedoch hat man auch Niederlagen, wenn man dann z.B. sieht, dass jemand Autofahren kann, aber aufgrund von Nervosität und Prüfungsangst es nicht schafft, dann ist man mit dem Fahrschüler traurig, weil man weiß, dass die Person Autofahren kann. Man darf ja dann nicht entscheiden, ob man den Führerschein gibt oder nicht. Es entscheidet in den 45 Minuten der Eindruck des Prüfers und die Wahrnehmung dieser 45 Minuten, und das ist dann frustrierend wenn der Fahrschüler Fehler in der Prüfung macht, die er sonst nicht macht. Aber das Schönste ist dann wirklich, wenn der Fahrschüler besteht und glücklich ist und sich dann den Führerschein verdient hat.“

Was möchtest du zukünftigen Fahrschülern mit auf den Weg geben?

„Auf jeden Fall, dass ihnen nichts geschieht. Dass sie gut und sicher Autofahren können und dass sie gelernt haben Rücksicht aufeinander zu nehmen. Der Straßenverkehr ist ein Miteinander und soll kein Gegeneinander sein! Leider sieht das in der Fahrpraxis manchmal anders aus. Oft wird man angehupt oder beschimpft, weil der Fahrschüler z.B. noch nicht so schnell anfahren kann und einfach noch Übung braucht. Wenn die Mitmenschen dann so böse und aggressiv reagieren, zieht das einen runter. Aber was mir ganz besonders wichtig ist, ist, dass meine Fahrschüler gut, sicher, unfallfrei und gut ausgebildet durchkommen. Man wünscht seinen Fahrschülern auch wirklich nur das Beste, besonders, weil man so einen Bezug zu seinen Fahrschülern in der Zeit entwickelt.“

In diesem Sinne möchte ich mich nochmal herzlich für das kleine Interview bei Melli bedanken.
Ich hatte damals eine sehr schöne Zeit in der Fahrschule Wolf. Natürlich am Allermeisten in den Fahrstunden mit Melli. Darum kann ich jedem aus Pulheim und Umgebung diese Fahrschule auf jeden Fall weiterempfehlen. Das Autofahren war damals ein weiterer großer Schritt in meinem Leben, auf dem mich Melli begleitet hat und mir alles beigebracht hat. Darum möchte ich mich an der Stelle auch nochmal für alles bei ihr bedanken. Es war eine schöne Zeit und es freut mich immer wieder sehr, wenn man sich wiedersieht und den Kontakt hält.

Herzliche Grüße

Sandra Fiedler

Melli Wolf erzählt von ihrem Alltag als Fahrlehrerin
Foto: Veröffentlichung des Fotos mit freundlicher Genehmigung von Melli Wolf
Die Fahrschule Wolf in Pulheim
Foto: Veröffentlichung des Fotos mit freundlicher Genehmigung von Melli Wolf
Autor:

Sandra Fiedler aus Pulheim

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