Interview-Serie mit den Bürgermeisterkandidatinnen und Bürgermeisterkandidaten in Pulheim
Interview mit Frank Keppeler

Der amtierende Bürgermeister Frank Keppeler (CDU) im Interview
  • Der amtierende Bürgermeister Frank Keppeler (CDU) im Interview
  • Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Frank Keppeler
  • hochgeladen von Sandra Fiedler

Heute möchte ich meine Interview-Serie mit den Bürgermeisterkandidatinnen und Bürgermeisterkandidaten in Pulheim starten. Ich habe Marion Reiter (SPD), Birgit Liste-Partsch (BVP), Frank Keppeler (CDU) und Wolf Keßler (Bündnis 90/Die Grünen) fünf Fragen gestellt, die mich als Jugendliche persönlich sehr beschäftigen. Ich hoffe mit meiner Interview-Serie einen kleinen Überblick über die Kandidierenden zu schaffen. Gerade Menschen in meinem Alter haben viele Fragen und wollen wissen, wofür die Kandidierenden stehen und was für politische Konzepte sie vertreten.

Ich werde wochenweise immer eine Bürgermeisterkandidatin/einen Bürgermeisterkandidaten mit Eckdaten, Foto und den Antworten zu meinen Fragen vorstellen. Ich habe allen vier Kandidierenden die gleichen Fragen gestellt und ihnen zwei Wochen Zeit gegeben, um mir zu antworten, damit jeder die gleichen Voraussetzungen hat. Keiner von ihnen hat Auskunft darüber bekommen, was die anderen Kandidatinnen und Kandidaten geantwortet haben. Die Antworten wurden vertraulich von mir behandelt.
Update: Wie ich erfahren habe, tritt nun auch Martin Wortmann (FDP) noch als Bürgermeisterkandidat in Pulheim an. Seine offizielle Kandidatur erfolgte erst am 18.06.2020, daher konnte ich ihn bei meiner Interview-Reihe bisher nicht befragen. Im Anschluss an meine Serie wird Herr Wortmann fairerweise jedoch Gelegenheit bekommen sich vorzustellen und ein Statement zu meinen Fragen abzugeben.

Meine Interview-Serie starte ich heute mit Frank Keppeler, dem amtierenden Pulheimer Bürgermeister (CDU):

Frank Keppeler wurde am 26.06.1973 in Köln geboren. 1974 zog er mit seiner Familie nach Pulheim. Hier besuchte Frank Keppeler die Grundschule Bachstraße. Er wechselte dann auf das Norbert-Gymnasium Knechtsteden, wo er 1992 das Abitur machte. 1992 begann Frank Keppeler das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln. Das erste Staatsexamen absolvierte er 1997. Es folgte der Referendardienst beim Oberlandesgericht in Köln. Von Juli 2001 bis Oktober 2009 war der Volljurist als Rechtsanwalt tätig – seit 2002 mit eigener Kanzlei in Pulheim. Von 1999 bis 2009 war Frank Keppeler Ratsmitglied. Am 30.8.2009 wurde er zum Bürgermeister der Stadt Pulheim gewählt. Das Amt trat er am 21.10.2009 an. Am 13.9.2015 wurde er mit absoluter Mehrheit wiedergewählt. Frank Keppeler ist verheiratet. Er und seine Frau Jennifer haben zwei gemeinsame Kinder.

1. Wie möchten Sie Pulheim und seine Ortsteile attraktiver für junge Menschen gestalten (Aufenthaltsorte, Freizeitangebote, Geschäfte, usw.)?

"Was die Steigerung der Aufenthaltsqualität für Kinder und Jugendliche angeht, ist in Pulheim in den letzten Jahren viel erreicht worden. Ich nenne in diesem Zusammenhang nur die Schaffung der Kunstrasenplätze in Pulheim und Brauweiler, die Errichtung des Schwimmbadneubaus in Stommeln sowie die Ansiedlung des Indoor Spielparks HopLop. Diesen Weg möchte ich weiter beschreiten. So soll der Pulheimer See als Naherholungsgebiet fortentwickelt werden und auch Bademöglichkeiten für die Öffentlichkeit bieten. Ziel ist auch die baldige Realisierung von Kunstrasenplätzen in Geyen/Sinthern, in Sinnersdorf und in Stommeln. Ich halte die Erweiterung der Aquarena um ein Baby- bzw. Kinderbecken für sinnvoll. Zudem sollte der von Jugendlichen vorgeschlagene Bikepark in Pulheim Realität werden. Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass der Wunsch nach besseren Möglichkeiten zum Skaten besteht. Diese sollten mit den bereits beschlossenen Mitteln im Anschluss an die aktuell stattfindenden Planungen rasch umgesetzt werden. Was das Angebot an Geschäften angeht, ist es so, dass eine Stadt dies nur bedingt beeinflussen kann. Die Unternehmen entscheiden selber nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen, wo sie ein Geschäft bzw. eine Filiale eröffnen. Die Grundvoraussetzungen hierfür sind in Pulheim aber gut: Der Gewerbesteuerhebesatz sowie der Hebesatz der Grundsteuer B sind niedriger als der Kreisdurchschnitt. Die Kaufkraft der Pulheimerinnen und Pulheimer ist die höchste im Rhein-Erft-Kreis. Und nirgends im Rhein-Erft-Kreis ist die Arbeitslosigkeit so niedrig wie in unserer Stadt. Die Ansiedlung des Möbelhauses Segmüller ist ein Indiz dafür, dass unsere Stadt als interessanter Standort angesehen wird."

2. Im Hinblick auf den Klimaschutz spielt der ÖPNV als Alternative für Autos eine wichtige Rolle. Wie wollen Sie diesen ausbauen bzw. verbessern und welche realistischen Ziele verfolgen Sie dabei?

"Aktuell arbeiten Rat und Verwaltung sehr intensiv an einem Mobilitätskonzept. In einem breit aufgestellten Verfahren mit intensiver Bürgerbeteiligung – übrigens hat auch ein Jugendworkshop stattgefunden – soll festgelegt werden, wie der Verkehr in unserer Stadt zukünftig aussehen soll. Ich gehe davon aus, dass dabei dem Radverkehr aber auch dem öffentlichen Personennahverkehr ein stärkeres Gewicht zukommen wird als bisher. Dies entspricht auch den Bemühungen um einen besseren Klimaschutz in unserer Stadt. Trotzdem wird der Autoverkehr weiterhin eine wichtige Bedeutung haben. Wenn wir wollen, dass mehr Menschen auf Bus und Bahn umsteigen, ist sicherzustellen, dass ein attraktives Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr vorgehalten wird. Für mich heißt das, dass die Linienverbindungen sowie die Taktungen verbessert und auch die Planungen zur Verlängerung der Straßenbahn bis Brauweiler und die S-Bahn-Anbindung von Pulheim und Stommeln zügig vorangetrieben werden. Und eines darf nicht vergessen werden: Barrierefreiheit der Haltestellen ist wichtig, damit Eltern mit kleinen Kindern aber auch gehbeeinträchtigte Menschen den ÖPNV nutzen können."  

3. Zuletzt ging durch die Medien, dass die Stadt Köln erwägt in Stommelerbusch (auf ihr gehörenden Ackerflächen) eine große Windkraftanlage zu errichten. Was ist Ihre Position dazu und welche Vor- und Nachteile sehen Sie bei einer möglichen Verwirklichung?

"Die jetzt bekannt gewordenen Planungen der Stadt Köln sehe ich kritisch. Das gilt auch für die Errichtung von Windkraftanlagen in Stommelerbusch. Selbstverständlich ist die Nutzung der Windkraft ein wichtiger und richtiger Bestandteil der beschlossenen Energiewende. Auf dem Gebiet der Stadt Pulheim gibt es bereits eine Windkraftkonzentrationszone mit mehreren Anlagen. Es wird aktuell geprüft, ob im Stadtgebiet – trotz der hier vorhandenen Erdbebenmessstation - gegebenenfalls weitere Windkraftanlagen geschaffen werden können. Hierbei ist für mich die Frage der Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt und damit der Verträglichkeit aber entscheidend. Windkraftanlagen in der Nähe von Wohnbebauung lehne ich ab. Bei der Entscheidungsfindung ist sehr wichtig, Fragen des Städtebaus und des Landschaftsschutzes zu berücksichtigen. Es darf schließlich nicht vergessen werden, dass viele Bereiche in unserer Stadt schon heute durch Überlandleitungen geprägt sind."  

4. Wie ist Ihre Vision für die weitere Stadtentwicklung in Pulheim und seinen Orten (Wirtschaft, Infrastruktur, Bebauung, usw.)?

"Eines der wichtigsten Handlungsfelder sehe ich in der Weiterentwicklung der Schullandschaft. Die vorliegenden Schulentwicklungspläne für die Grundschulen sowie die weiterführenden Schulen in unserer Stadt geben hier die Richtung vor. Wir werden sehr viel Geld in die Erweiterung und in die Sanierung unserer Schulen investieren müssen. Das ist gut und richtig. Die Digitalisierung – nicht nur der Schulen - ist mit aller Kraft voranzutreiben. Der Medienentwicklungsplan für die Schulen soll schnell beschlossen werden, damit die Mittel aus dem Digitalpakt abgerufen werden können. Die Breitbandanbindung der Schulen ist ebenso zu verbessern wie die WLAN-Ausstattung. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter zu optimieren, möchte ich die Betreuungsangebote in den Kindertagesstätten sowie der Kindertagespflege einerseits sowie den Offenen Ganztag anderseits weiter ausbauen. Wichtig ist nach meiner Auffassung auch die Optimierung der verkehrlichen Situation in unserer Stadt. Der Umbau der Rathauskreuzung hat hier zu einer deutlichen Verbesserung geführt. Insbesondere konnte ein Verkehrsunfallschwerpunkt entschärft werden. Aktuell wird aufgrund von Beschlüssen des Rates bereits an den Integrierten Stadtentwicklungskonzepten (ISEK) für Pulheim sowie Brauweiler gearbeitet. Die hieraus resultierenden Maßnahmen sollen ebenso angegangen werden wie die Entwicklung der Dorfmitte von Sinnersdorf sowie des Bereichs rund um den Stommelner Bahnhof. Wir brauchen weitere Pflegeplätze in unserer Stadt. Ebenso sehe ich den Bedarf für ein stationäres Hospiz in Pulheim. Ein wichtiges Thema ist auch das Erscheinungsbild der städtischen Grünflächen. Das in Aufstellung befindliche Grünflächenpflegekonzept, das noch in diesem Jahr beschlossen werden soll, wird hier zu einer merklichen Verbesserung führen. Ich möchte die räumliche Situation der Musikschule La Musica sowie der Volkshochschule verbessern. Und nicht zu vergessen: Es besteht Bedarf an weiteren Gewerbeflächen und an neuen Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Die Fläche gegenüber dem Möbelhaus Segmüller, der Bebauungsplan 99, muss daher zeitnah entwickelt werden."

5. Warum sollte ich als junger Mensch genau Sie zur Bürgermeisterin/zum Bürgermeister wählen?

"Erstens, weil ich mich in Pulheim für erstklassige Bildungs- und Ausbildungsangebote einsetze, damit junge Menschen die besten Zukunftschancen haben. Zweitens, weil ich dazu beitragen will, dass Jugendliche vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten für ihre freie Zeit erhalten – sei es in Vereinen, öffentlichen Treffpunkten oder durch eine bessere Mobilität. Und drittens, weil mein Ziel eine nachhaltige Entwicklung unserer Stadt für alle Generationen ist, die dafür sorgt, dass Jugendliche auch dann noch gern in Pulheim leben, wenn sie nicht mehr ganz so jung sind."

Ich möchte mich herzlich bei Frank Keppeler für das Interview und die Zeit, die er sich für die Fragen genommen hat, bedanken.

Herzliche Grüße

Sandra Fiedler

Autor:

Sandra Fiedler aus Pulheim

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