Interview-Serie mit den Bürgermeisterkandidatinnen und Bürgermeisterkandidaten in Pulheim
Interview mit Wolf Keßler

Der Bürgermeisterkandidat von Bündnis 90/Die Grünen Wolf Keßler im Interview
  • Der Bürgermeisterkandidat von Bündnis 90/Die Grünen Wolf Keßler im Interview
  • Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Wolf Keßler
  • hochgeladen von Sandra Fiedler

Heute möchte ich meine Interview-Serie mit den Bürgermeisterkandidatinnen und Bürgermeisterkandidaten in Pulheim fortführen. Ich habe Marion Reiter (SPD), Birgit Liste-Partsch (BVP), Martin Wortmann (FDP), Frank Keppeler (CDU) und Wolf Keßler (Bündnis 90/Die Grünen) fünf Fragen gestellt, die mich als Jugendliche persönlich sehr beschäftigen. Ich hoffe mit meiner Interview-Serie einen kleinen Überblick über die Kandidierenden zu schaffen. Gerade Menschen in meinem Alter haben viele Fragen und wollen wissen, wofür die Kandidierenden stehen und was für politische Konzepte sie vertreten.

Meine Interview-Serie geht heute weiter mit Wolf Keßler (Bündnis 90/Die Grünen):

Wolf Keßler ist 55 Jahre alt und wohnt in Pulheim-Stommeln. Er ist verheiratet und hat 4 Kinder. Beruflich ist Wolf Keßler als Geschäftsführer tätig. Erreichbar ist er unter der E-Mail -Adresse team@wolfkessler.de und unter der Mobilnummer 0172 2802606.

1. Wie möchten Sie Pulheim und seine Ortsteile attraktiver für junge Menschen gestalten (Aufenthaltsorte, Freizeitangebote, Geschäfte, usw.)?

„Ich sehe viele Möglichkeiten, wie die Lebensqualität junger Menschen in Pulheim verbessert werden kann, damit diese wahrscheinlicher auch nach dem Schulabschluss Pulheim als Lebensmittelpunkt wählen. Aber lassen Sie mich bitte eines unterstreichen: Was ein Bürgermeister für relevant hält, ist nicht so wichtig, wie man intuitiv erwartet. Aber ich verstehe natürlich, dass Sie gerne wissen wollen, wie ich als Kandidat ticke, welche Werte ich vertrete und welche Prioritäten ich setze. Wichtiger ist es jedoch, die Bürger*innen und insbesondere junge Menschen in Pulheim an der Stadtentwicklung zu beteiligen. Wir brauchen Raum für Jugendpartizipation. Ich bin im Austausch mit engagierten jungen Menschen unterschiedlicher politischer Parteien und Organisationen. Ich wünsche mir für Pulheim eine Plattform für junge Menschen. Hier sollen Bedürfnisse und Wünsche gesammelt, erörtert und ggf. in den betreffenden Ausschüssen vorgetragen werden. Junge Menschen müssen ihre Zukunft in Pulheim selbst mitgestalten können. Dazu müssen Angebote für Meinungsbildungsprozesse gemacht werden. Trotzdem möchte ich zwei Punkte konkret ansprechen. Es ist wichtig, die Kultur-, aber auch die Subkultur-Szene aktiv durch z.B. die Bereitstellung von Proberäumen zu unterstützen. Das führt zu dem zweiten meiner Punkte, der mir am Herzen liegt. Es ist der Aus- bzw. Umbau des Medien- und Kulturzentrums unter Einbeziehung der vorhandenen Infrastruktur inkl. Bücherei und dem Platz zwischen Rathaus und dem KMZ. Dazu mehr bei Frage 4.“


2. Im Hinblick auf den Klimaschutz spielt der ÖPNV als Alternative für Autos eine wichtige Rolle. Wie wollen Sie diesen ausbauen bzw. verbessern und welche realistischen Ziele verfolgen Sie dabei?

„Pulheim braucht ein Konzept für eine Stadtbuslinie, die verlässlich und in ausreichender Frequenz Bürgerinnen und Bürger aus allen Pulheimer Ortsteilen miteinander verbindet und zu den Bahnhöfen in Pulheim und Stommeln bringt. Es macht keinen Sinn, immer mehr und immer größere Parkplätze um den Bahnhof herum zu bauen, zu denen sich im Berufsverkehr Massen von PKWs durch die Ortsteile quälen. Dort stehen dann den ganzen Tag die Autos der Pendler herum, die z. Teil nur sehr kurze Wege zurücklegen mussten. Ein Bus produziert zudem auch deutlich weniger CO2 als 30 Autos. Darüber hinaus ist es dringend an der Zeit, dem Fahrradverkehr die gleichen Rechte einzuräumen wie dem Autoverkehr. Spätestens mit der Änderung der Straßenverkehrsordnung wird auch in der Öffentlichkeit deutlich, dass Radfahrern mehr Raum zuzugestehen ist, als das bisher der Fall war. Es reicht aber nicht die pure Existenz einer Regel, die den Radfahrern, die überholt werden, die 1,50 m Abstand zusichert. Es bedarf dazu der Anpassung der Straßenmarkierungen und der Beschilderung, dem nötigen Raum und einer entsprechenden Kontrolle, sonst bleibt alles beim Alten.“

3. Zuletzt ging durch die Medien, dass die Stadt Köln erwägt in Stommelerbusch (auf ihr gehörenden Ackerflächen) eine große Windkraftanlage zu errichten. Was ist Ihre Position dazu und welche Vor- und Nachteile sehen Sie bei einer möglichen Verwirklichung?

„Selbstverständlich muss der Ausbau der Windenergie unterstützt werden, das gilt auch dann, wenn die Kommunikation von Rat und Verwaltung in Köln mit den Stellen in Pulheim nicht funktioniert. Sie ist eine wesentlicher Bestandteil des ökologischen Umbaus unserer Energieversorgung und trägt mit dazu bei, dass Niederaußem und Neurath überflüssig werden und abgeschaltet werden können. Erneuerbare Energien helfen außerdem mit, die Ziele unseres Integrierten Klimaschutzkonzeptes in Pulheim zu erreichen. Es wäre wünschenswert, dass auch Pulheim seinen angemessenen Beitrag bei der Erzeugung erneuerbarer Energien leistet. Allerdings müsste erst einmal geprüft werden, ob die Errichtung einer Windkraftanlage in Stommelerbusch überhaupt praktikabel ist und an diesem Ort auch die gewünschte Wirkung erzielt. Bei einem solches Projekt, zumal es nicht in Köln, sondern auf Pulheimer Boden liegt, sollten wir darauf achten, dass auch Landwirte und andere Anwohner einbezogen werden.“

4. Wie ist Ihre Vision für die weitere Stadtentwicklung in Pulheim und seinen Orten (Wirtschaft, Infrastruktur, Bebauung, usw.)?

„Die Ortskerne der Pulheimer Stadtteile müssen grüner und attraktiver werden. Ziel ist es, dass sie sich zu Treffpunkten entwickeln. Eine verbesserte Aufenthaltsqualität verbessert das soziale Miteinander aller Generationen. Die Attraktivität unserer Ortskerne hängt aber auch wesentlich von der Existenz und dem Funktionieren des örtlichen Einzelhandels ab. Dazu gehört auch, dass keine weiteren Warenangebote in Gewerbegebieten oder an der Peripherie der Orte genehmigt werden. Ich denke da an verschiedene Förderprogramme, die an nachhaltiges Handeln geknüpft sind. Ebenso ist Vielfalt im Angebot für die Bürger*innen wichtig, damit sie mehr Erledigungen in Pulheim, statt in Köln verrichten können. Und ... Pulheim braucht mehr bezahlbaren Wohnraum. Dazu müssen zunächst einmal Flächen zur Verfügung gestellt werden, die in ausreichender Zahl Mietwohnungsbau möglich machen. Dazu gehört natürlich auch der Mut, solche Projekte gegenüber anderen Interessen durch zu setzen. Ein Kernprojekt meines Wirkens wird die Einführung der Pulheim-App sein. Klingt trivial, ist es aber nicht! Hier muss ein gut durchdachtes und attraktives Angebot für die Bürger*innen entstehen. Dafür braucht es eine professionelle Redaktion und Betreuung. Inhalte müssen einen Mehrwert für die Menschen bieten. Ich denke da an ganz praktische Funktionen, wohnortbezogenen Müllabfuhr-Termine mit Erinnerungsfunktion, Bürgerbeteiligungs-Projekte und vieles mehr. Ganz wichtig.... die Verwaltung muss mehr Dienstleistungen online anbieten. Das wird den Bürger*innen helfen, Zeit zu sparen, was automatisch mehr Lebensqualität bedeutet.
Schließlich möchte ich mich dafür einsetzen, dass das Medien- u. Kulturzentrum zu einer attraktiven und modernen Begegnungsstätte umgebaut wird. Selbstverständlich muss dies unter Einbindung der vorhandenen Ressourcen, wie die Bibliothek und dem Köster-Saal passieren. Ich denke an Aufenthaltsbereiche für verschiedene Generationen, die nicht automatisch damit verbunden sind, dass die Bürger*innen Geld ausgeben müssen. Es soll ein Ort werden, wo sich Menschen begegnen und ein Getränk oder Snack zu sich nehmen, aber auch Kunst, Kultur, Subkultur, Integration, Fortbildung u.v.m. einen Raum finden. Da schließt sich natürlich auch der Kreis zur Pulheim-App, denn hier werden die täglichen Angebote bekanntgegeben.“

5. Warum sollte ich als junger Mensch genau Sie zur Bürgermeisterin/zum Bürgermeister wählen?

„Weil auch junge Pulheimer*innen am 13.09. die Wahl haben! Die Wahl, ob wir der Entwicklung weiter hinterherlaufen oder die Zukunft aktiv und attraktiv gestalten. Wer in Pulheim lebt, weiß, da geht mehr! Pulheim braucht Veränderungsmut. Nach Corona müssen wir die Chance zur Erneuerung nutzen. Klimaschutz ist eine Existenzfrage, auch in Pulheim. Daher werden ich dafür einstehen, dass das Integrierte Klimaschutzkonzept in Pulheim beherzt umgesetzt wird. So werden wir gemeinsam einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer lieb gewonnenen Lebensqualität leisten und sie ausbauen, damit diese auch den nachfolgenden Generationen noch zur Verfügung steht. Die Verwaltung im Rathaus ist der Maschinenraum unserer Stadtentwicklung. Wer mich kennt und schon mit mir zusammengearbeitet hat, weiß, dass mein Wirken von Respekt und Wertschätzung geleitet ist. Ich möchte Pulheim zusammen mit hoch motivierten Mitarbeiter*innen im Rathaus in eine sozial-ökologische, weltoffene Zukunft führen. Lassen Sie uns groß denken und mutig sein! Das ist für mich "Mehr Pulheim“!“

Ich möchte mich herzlich bei Wolf Keßler für das Interview und die Zeit, die er sich für die Fragen genommen hat, bedanken.

Herzliche Grüße

Sandra Fiedler

Autor:

Sandra Fiedler aus Pulheim

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