Lilly - jetzt "Gnadi" und glücklich dran...
Leid der (Klein)Tiere hinter verschlossenen Türen

Lichtblicke am Horizont... 
zum Update vom 21.12.2018
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    zum Update vom 21.12.2018
  • Foto: Foto: Heike Tschirner, Pulheim
  • hochgeladen von Renate Könen

Hallöchen,

ich bin Lilly, ein Glatthaar-Meerschweinchen in weiß/schwarz. Weil ich ein angenommenes Geburtsdatum, nämlich den 08.07.2014 bekommen habe, bin ich 4½ Jahre alt. Leider bringe ich z.Z. nur 916 g auf die Waage – viel zu wenig für eine wie mich…

Mein bisheriges Leben habe ich in Schlechthaltung (viel zu kleiner Käfig, falsche Ernährung u.v.m.) fristen müssen. Zum Glück wurde dieser Zustand irgendwann den Betreiberinnen der Meeris-Notstation bekannt und sie haben alles daran gesetzt, mich aus der misslichen Lage zu befreien…

Am 11. Dezember 2018 war es soweit und ich durfte als Gnadenhofmeeri in die Notstation umziehen, wo ich den Rest meiner Tage verbringen darf. Besonderes Glück habe ich…. Ich durfte in die „Zentrale“ einziehen, denn es wurde festgestellt, ich bin sehr krank. Die Entscheidung fiel, dass es der jahrelangen Erfahrung von Heike bedarf, um mich wieder fit für ein hoffentlich noch langes, künftig glückliches Meerschweinchenleben zu machen.

Am Tag nach meinem Einzug in die Meeris-Notstation wurde ich der Tierärztin vorgestellt und musste einiges über mich ergehen lassen, so z.B. den für Nager wichtigen Zahn-Check. Der stellte sich glücklicherweise als o.k. heraus. Das anschließende Röntgen ergab keine Aufgasung, keinen sichtbaren Blasenstein in der Harnröhre und keine Arthrose im Rückenbereich. – Was für ein Glück…

Starke Schmerzen bereiten mir die vorhandenen Ballenabszesse an den Hinterbeinen. Das sind offene Wunden, die ab sofort täglich mehrfach gesalbt werden. Eine schlimme Augenverletzung, die nicht behandelt wurde, habe ich auch. Das hat dazu geführt, dass das gesamte Auge eingetrübt ist. Augenverletzungen sind sehr schmerzhaft. Stellt Euch vor, wie schlimm es ist, eine Wimper im Auge zu haben, die nicht einmal eine Verletzung im eigentlichen Sinne ist. Wie ungleich schlimmer sind dann erst Augenverletzungen…

Ob ich der Schmerzen wegen zusätzlich vorübergehend auf Schmerzmittel gesetzt werde, wird noch entschieden.

Ein von der Tierärztin durchgeführter Tastbefund ergab Eierstockzysten rechts und links in einer Größenordnung von jeweils 5 x 4 cm. Heike hat das auch gefühlt, das Ausmaß allerdings nicht so hoch eingeschätzt. Das hört sich nicht gut an…

Wie sich herausgestellt hat, leide ich unter Pelzmilben. Deshalb mutet mein Fell an wie von Motten zerfressen. Das sieht nicht nur ungepflegt und unschön aus – es juckt entsetzlich und ständig. Das bereitet mir wahnsinnigen Stress. Nicht nur ich muss gegen Pelzmilben behandelt werden, sondern alle Meeris, mit denen ich inzwischen in der Notstation in Kontakt gekommen bin. Sorry, liebe Freundinnen und Freunde. Das habe ich nicht gewollt. Schuld daran habe ich dennoch nicht, sondern diejenigen, die es vor meinem Einzug ignoriert und jetzt nicht rechtzeitig erkannt haben… Zu allem Überfluss muss die Prozedur nach 14 Tagen wiederholt werden, um auch die Brut zu eliminieren.

Sofort hat Heike angefangen zu sammeln, um eine Drei-Tages-Kotprobe zusammen zu bekommen, die sich als „clean“ herausgestellt hat. Mir fällt ein imaginärer Stein vom Herzen…

Damit aber nicht genug! Weitere Untersuchungen habe ich noch vor mir. Das ist u.a. ein großes Blutbild incl. Feststellung der Schilddrüsenwerte, weil Heike sofort erkannt hat, dass ich auffallend viel trinke. Das könnten Anzeichen für Nieren- oder Schilddrüsenprobleme sein. Hört die „Problemliste“ denn überhaupt nicht auf???
Ultraschall der Eierstöcke, Gebärmutter und Blase werden in den nächsten Tagen weitere Klarheit bringen. Weil Heike eine Flankenatmung vermutet, wird noch ein Herzsono fällig. Hoffentlich bestätigt sich Heikes Vermutung nicht, denn das würde auf ein Herzproblem hinweisen, das sich oft als Herzmuskelverdickung entpuppt.

Heike, die Betreiberinnen der Außenstellen und alle Tierfreundinnen und Tierfreunde sind über meinen Zustand zum Zeitpunkt des Einzugs in die Meeris-Nostation berechtigterweise entsetzt.

Waren meine bisherigen Menschen wirklich so blind, weder vorhandene offene Wunden und offensichtliche Verletzungen, noch den drastischen Gewichtsverlust zu erkennen und rechtzeitig zu handeln??? – War es Ignoranz, Geiz oder einfach nur Unkenntnis??? Als Kleintiere genießen meine Artgenossinnen und Artgenossen leider keine Lobby. Es gibt uns preiswert in Tierhandlungen, bei „Hobbyzüchtern“ oder – und das ist wirklich der Gipfel – bei E-Bay-Kleinanzeigen zu haben. Erkennt man nicht, dass wir Lebewesen sind, die weder anspruchslos sind noch in Kinderzimmern etwas zu suchen haben??? Viel zu selten wird sich vor der Anschaffung informiert, was eine wie ich für ein langes, glückliches Leben braucht. Das wäre doch sooooooo wichtig und kostet nur ein paar Stunden Lebenszeit.

Wie oft Artgenossinnen, Artgenossen und andere Kleintiere als Lebendfutter für Schlangen und andere Reptilien herhalten müssen, daran mag ich gar nicht denken.

Seit Jahren werden die Betreiberinnen der Meeris-Notstation ständig mit Fällen, wie ich mein bisheriges Leben erlebt und ertragen habe, konfrontiert. Viele Hunde und Katzen (…leider nicht alle), die in privaten Haushalten leben, dürfen sich Krankheiten „leisten“, die wie selbstverständlich behandelt werden. Wir, die vielen betroffenen Kleintiere, sind auch Haustiere, die Leid und Schmerz empfinden. – Sind wir wirklich nichts wert??? – Wenn unsere Besitzer bei Erkrankungen nichts investieren wollen (…oder vielleicht können?), warum wird nicht wenigstens rechtzeitig kostenloser Kontakt mit erfahrenen Tierschützern aufgenommen oder für einen angemessenen Platz in einer Notstation gesorgt??? Warum lässt man uns so einfach sterben und kauft wie selbstverständlich preiswert neu….????

Unerkanntes… oder ignoriertes Leid wie bei einer wie mir ist so unendlich groß, dass Heike und ihr Team jedes Mal einer Ohnmacht nahe sind, wird ein weiterer Fall bekannt. Leider ist es nur die alleroberste Spitze des Eisbergs. Sehen und nur vereinzelt helfen können, ist für sie der größte Schmerz.

Ich habe es geschafft und einen Dauerplatz ergattert. Das ist gut! Jetzt hoffe ich, dass meine Erkrankungen nicht zu weit fortgeschritten sind, um noch ein langes, glückliches Leben führen zu können. Darauf habe ich lange warten müssen… Ich denke, ich habe es verdient.

An dieser Stelle noch ein Hinweis an alle, die ein Herz für (Klein)Tiere haben:
Damit wir in privaten Haushalten künftig artgerechtet leben könnten, wird von meinen neuen Menschen, den Betreiberinnen der Meeris-Notstation, „Meeris-Check lernen“ kostenfrei angeboten. Anmeldung und Teilnahme genügt.
Kontakt: h.meeris@gmx.de

Heike ist finanziell nicht auf Rosen gebettet und benötigt dringend finanzielle Unterstützung. Wer sich an den nicht unerheblichen Kosten für mich und die weiteren Notstations-Meeris beteiligen kann und möchte – sehr gern. Jeder Euro hilft – sowohl als einmalige Spende und/oder durch Übernahme einer Patenschaft.
Bankverbindung:
Heike Tschirner, Volksbank Erft e.G.
IBAN: DE23 370 69252 040 177 3010, BIC: GENODED1ERE

Zur Übernahme der Kosten für meine Behandlung ist seit 19.12.2018 von Tierfreundin Michelle ein Mo-neyPool bei Paypal eingerichtet unter:
https://www.paypal.com/pools/c/8aB49GfVLt
Eingehende Beträge werden von ihr umgehend an Heike überwiesen. Weil die Tierfreunde Rhein-Erft kein Verein und nicht als gemeinnützig im Sinne der Steuergesetze anerkannt sind, ist die Erteilung von Spendenbescheinigungen leider nicht möglich. Dennoch hoffe ich sehr auf Eure Unterstützung.

Bereits im Voraus bedanke ich mich, auch im Namen der weiteren Stations-Meeris und aller anderen in Not geratenen Tiere für Eure Hilfe.

Wenn Ihr mir nicht glaubt, die Tierfreunde sind Menschen, flexibel, kontaktfreudig und gern bereit, offene Fragen zu beantworten. Nur Mut! Meldet Euch...
Kontakt: www.tierfreunde-rhein-erft.de und info@tierfreunde-rhein-erft.de

Update vom 21.12.2018
Lichtblicke am Horizont…

Hi, hier bin ich…. Leute, bin ich froh… Seit 10 Tagen lebe ich als Gnadi in der Meeris-Notstation und habe einen Aktionsradius, der in meinem bisherigen Leben nicht vorkam. Hier gibt es Artgenossinnen und den „Chef“, einen kastrierten Artgenossen. In unserem Vivarium gibt es reichlich Unterkünfte, Kuschelsäcke, zum Chillen eine Hängematte, und, und, und. Sicher ist es unnötig zu erwähnen, dass es artgerechte Ernährung, Wasser, qualitativ hochwertiges Heu in ausreichender Menge und kein Trockenfutter gibt.

In den ersten Tagen sitze ich still in einer Ecke und lasse alles Neue auf mich wirken.

Schon nach wenigen Tagen spüre ich, dass sich die Prozedur, die ich bei der Tierärztin über mich ergehen lassen musste, Wirkung zeigt. Durch die Salbe, die Heike mehrfach täglich aufträgt, heilen die Ballenabszesse an meinen Hinterbeinen sichtbar ab. Die vorübergehende Schmerztherapie, für die man sich entschieden hat, sorgt dafür, dass ich beweglicher werde und mich aktiv am Meeris-Leben beteiligen kann. Ein wenig Mut gehört natürlich auch dazu, mein neues Reich zu erkunden und mich auf meine Mitbewohner einzulassen.

Der erste „Angriff“ gegen Pelzmilben ist erfolgreich. Mein Fell erholt sich und sieht schon viel schöner aus. Viel wichtiger ist, dass das ständige Jucken auf ein Minimum reduziert und der damit verbundene Stress beendet ist.

Wie schön das Meeris-Leben sein kann, erfahre ich leider erst jetzt. Das ist sehr schade… – aber besser spät als nie…

Kontakt: info@tierfreunde-rhein-erft.de

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Die ersten Tage in der Meerschweinchen-Notstation:
traurig, scheu, Pelzmilben, Schmerzen ...
Autor:

Renate Könen aus Elsdorf

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