Wertschätzung ist die schönste Bezahlung!
Mehr Anerkennung und Respekt für soziale Berufe – Nicht jeder kann in sozialen Berufen arbeiten!

Von vielen immer noch unterschätzt - die sozialen Berufe.
  • Von vielen immer noch unterschätzt - die sozialen Berufe.
  • hochgeladen von Sandra Fiedler

Auch in Pulheim werden sie verzweifelt gesucht, Erzieherinnen und Erzieher, aber auch andere soziale Berufe sind sehr gefragt. Es gibt viele offene Stellen, aber zu wenige Bewerber. Eine gute berufliche Chance also, aber warum sucht der soziale Bereich so dringend nach Kräften? Neben der Bezahlung gibt es sicherlich auch andere Gründe.
Daher gebe ich meine Meinung zu diesem Thema ab, das mir ganz besonders am Herzen liegt. Es geht um die sozialen Berufe. Dazu gehören Erzieher, Altenpfleger, Krankenpfleger, Heilerziehungspfleger, Hebammen und die medizinischen Fachangestellten.
Auch ich erlerne einen sozialen Ausbildungsberuf. Neben der Erzieherausbildung mache ich noch mein Fachabitur. Gerade als Erzieherin oder Auszubildende in diesem Beruf hat man mit jeder Menge Vorurteilen zu kämpfen.

„Du spielst doch den ganzen Tag nur mit den Kindern“.
„Das ist doch kein Beruf“.
„Das kann ich auch“.
„Das ist doch nicht schwer.“

Das sind einige von vielen Sätzen, die ich öfter höre oder lese. Ich kann dazu nur sagen, dass diese Menschen, die so denken, einmal selbst die Ausbildung machen sollten. Diese enthält umfassende sozialpädagogische Theorie, die man als angehende pädagogische Fachkraft lernen und verinnerlichen muss. Und im Praktikum hat man mit vielen verschiedenen Kindern zu tun, die einen vor große Herausforderungen stellen. Es gibt Kinder in unterschiedlichen Altersklassen mit verschiedenen Entwicklungsstufen, die man fordern und fördern muss. Kinder, die z. B. noch lernen müssen zu essen, sich anzuziehen oder auf Toilette zu gehen. Man muss auf die einzelnen Kinder eingehen, ihre Entwicklung beobachten, dokumentieren und bei Bedarf fördernde Maßnahmen ergreifen.
Wenn der Beruf für viele so „einfach“ scheint, warum machen sie es sich dann nicht leicht und üben diesen Beruf selbst aus? Es kann eben nicht jeder Erzieher werden. Viele scheitern in der Ausbildung bzw. geben entmutigt auf, weil diese wirklich anspruchsvoll ist. Man braucht starke Nerven, hat große Verantwortung und muss zum Teil mehr als 20 Kindern seine Aufmerksamkeit schenken und dabei jedem einzelnen gerecht werden.
Und dann gibt es da noch mehr zu bedenken: Haben Sie sich schon mal mit Themen wie z. B. Kindeswohlgefährdung beschäftigt? Als pädagogische Fachkraft ist man dazu verpflichtet auf das Kindeswohl zu achten und bei Gefährdung dem nachzugehen und es ggf. anzuzeigen. Dies einzuschätzen und zu beurteilen, das ist eine wirklich große Verantwortung, die man trägt.
Dazu muss man als Erzieherin Elterngespräche bzw. Entwicklungsgespräche führen. Wenn ein Kind entwicklungsverzögert ist bzw. Auffälligkeiten hat, z.B. bei Motorik oder Sprachentwicklung, muss das den Eltern mitgeteilt werden.
Wie würden Sie das empathisch den Eltern beibringen? Das ist gar nicht so einfach! Es gibt natürlich viele einsichtige Eltern, die das Beste für ihr Kind wollen und es dann fördern. Jedoch gibt es genauso auch Eltern, die Auffälligkeiten nicht wahrhaben wollen und nicht recht ernstnehmen. Außerdem gibt es auch sehr anspruchsvolle Eltern, die sich fragen, wieso die Kinder denn im Kindergarten noch nicht Schreiben, Fremdsprachen oder Ähnliches lernen.
Wichtig ist es in der Kita jedoch zunächst die vorschulische Bildung zu übernehmen. Mit der Schere schneiden, das Ausmalen für die Feinmotorik schulen, die Kinder in ihrer Bewegung schulen, damit sie sich gesund entwickeln. Generell merkt man bei solchen Angeboten, wo die Stärken bei jedem einzelnen Kind liegen und was ihm besonders Spaß macht. Die Kinder werden motiviert und sind dankbar für Anregungen und neue Reize. Deshalb liebe ich die Arbeit mit Kindern. Kinder freuen sich über die kleinen Dinge im Leben, die Erwachsene oft nicht mehr sehen.

Für mich ist meine Ausbildung/Arbeit wirklich eine Herzensangelegenheit.

In anderen sozialen Berufen gibt es ebenso schwierige Dinge zu leisten, die nicht jeder kann. Dazu gehören zum Beispiel die Heilerziehungspfleger, Hebammen, Altenpfleger und Gesundheits- und Krankenpfleger. Behinderte Menschen, Säuglinge, alte Menschen oder kranke Menschen zu pflegen, braucht so viel Kraft. Auch über diese Berufe habe ich mich vor meiner Berufswahl informiert. Ich habe aber für mich erkannt, dass ich für diese Berufe nicht so geeignet bin. Arbeit an Wochenenden und Feiertagen ist an der Tagesordnung, man ist ständig auf den Beinen und muss viele Arbeiten verrichten, die unangenehm sind. Nicht jeder kann das, wie z.B. im Pflegealltag jemanden zu waschen, ihn zur Toilette zu bringen oder im Falle einer Hebamme mehrere Stunden eine Geburt zu leiten und einen kleinen Menschen zur Welt zu bringen. Auch eine Totgeburt beim Säugling oder das Versterben eines netten Patienten/Senioren in einer Pflegeeinrichtung kann einem psychisch ganz schön nahegehen.

Und gerade aus diesen und noch vielen weiteren Gründen:Hut ab! Für alle Menschen, die diesen Job mit so viel Herz, Leidenschaft und Kraft ausführen. Das sind Menschen, die einfach alles tun, um sich um andere Menschen in allen möglichen und nicht immer einfachen Lebenslagen zu kümmern und dabei oft noch Schichtarbeit auf sich zu nehmen. Das ist eine große Verantwortung und Leistung und verdient Respekt. Ein weiterer Beruf, der meiner Meinung nach auch sehr unterschätzt wird, ist die medizinische Fachangestellte oder von manchen immer noch „Arzthelferin“ genannt. Dabei macht eine medizinische Fachangestellte viel mehr als nur dem „Arzt zu helfen“. Sie nimmt die ganzen Büroarbeiten auf sich, kümmert sich um die Termine, bereitet Labore vor, nimmt Blut ab und geht einfühlsam auf die Patienten ein. Ich bin immer froh über empathische medizinische Fachangestellte, gerade weil ich, aber auch viele andere, nicht immer gerne beim Arzt bin und einem so ein bisschen die Aufregung und Angst genommen wird. Medizinische Fachangestellte können zudem in den unterschiedlichsten Praxen arbeiten. Sei es beim Kinderarzt, Gynäkologen, Hausarzt usw. Und auch diesen Beruf kann nicht jeder! Nicht jeder kann sich gut organisieren, kann mit Feingefühl auf die Patienten eingehen oder den Menschen nahekommen, um ihnen zum Beispiel Spritzen zu geben oder Blut abzunehmen. Deshalb auch mein Respekt an diese Leute!

Generell möchte ich zum Schluss gerne noch einmal sagen:

Jeder Beruf ist wichtig!

Ob es Ärzte sind, Ingenieure, Anwälte, Handwerker, Bäcker, Friseure, Hotelfachleute oder Putzfrauen: Wir brauchen sie alle! Jeder hat ein abgeschlossenes Studium oder eine abgeschlossene Ausbildung und das verdient Respekt! Jeder Beruf verdient Anerkennung. Menschen die andere nach ihrem Beruf beurteilen, jemanden deshalb verspotten oder nicht mal grüßen, finde ich unhöflich und respektlos. Gerade Putzfrauen sind oft schon so dankbar, wenn man ihnen einfach mal zulächelt und „Hallo“ sagt. Sie kennen es leider nicht, von jedem nett und respektvoll behandelt zu werden. Gerade in Hotels im Urlaub ist mir das aufgefallen, dass sich viele Putzfrauen über Höflichkeit sehr freuen. Also denkt bitte alle einmal darüber nach und habt immer im Hinterkopf, dass jeder Mensch der diesen Beruf ausübt und unseren „Dreck“ wegräumt Anerkennung verdient!

Jeder trägt mit seinen Fähigkeiten und Kenntnissen zu einer funktionierenden Gesellschaft bei! Auch hier in Pulheim!

In diesem Sinne verbleibe ich mit herzlichen Grüßen

Sandra Fiedler

Autor:

Sandra Fiedler aus Pulheim

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