Wenn Ästhetik die Sicherheit verhindert

Die große Freitreppe am Medien- und Kulturzentrum in Pulheim ist den meisten Bürgern bekannt. Sie ist sehr auffällig durch ihre Breite und die mit der Treppe verbundenen Stuhlskulptur und so manches Mal musste ich an die Treppen von Rom denken.

Nun ist Pulheim aber nicht Rom und entsprechend sitzen auch keine Menschen auf den Stufen, was manchmal schade ist, denn fotografisch betrachtet ist diese Treppen wirklich ein Hingucker.

Nun hat sie aber auch eine Funktion, sie ist eine Treppe und sie bringt die Menschen von oben nach unten und wieder zurück. Beschäftigt in einem Industrieunternehmen wo Sicherheit sehr groß geschrieben wird, sind wir aufgefordert, stets den Handlauf zu benutzen.

Auf der großen Treppe in Pulheim gibt es tatsächlich auch Handläufe, aber leider nur jeweils an den beiden Seiten, bedingt durch die Breite der Treppe ist dies aber mit Wegen verbunden, die die meisten Menschen dann doch scheuen.
Immer wieder war ich überrascht, dass dies noch niemand thematisiert hat, auch eine intensive Suche bei der berühmten Suchmaschine und in den Pulheimer Gruppen im Social Media brachte keinerlei Ergebnis.

Vielleicht ist das Sicherheitsrisiko hier dann doch eher gering, so dachte ich mir und wurde dann letzten Freitag eines Besseren belehrt.

Nach einem wunderschönen Abend im Köstersaal beim Theaterstück der Gesellschaft „Gemütlichkeit“ machten sich die Besucher gut gelaunt auf den Heimweg. Am rechten Geländer, dem Ausgang nahe gelegen, kam es dann auch zu kleineren Staus, denn es gab einige Menschen, die sich mit dem Geländer wohler fühlten. Ich reihte mich ein und gerade als ich mich fragte, wie viele Besucher aufgrund dieser Situation doch lieber die Treppe frei benutzen, kam fast neben mir ein Besucher zu Fall und stürzte die Stufen hinunter. Bedingt durch breitere Absätze nach 5 Stufen konnte sein Fall aufgefallen werden, aber dennoch hatte er sich verletzt und sein Abend und der seiner sehr aufgelösten Frau endete im Rettungswagen.

Ein älteres Ehepaar, dem man ansehen konnte, dass sie sich auf diesen Abend sehr gefreut hatten, die auf dem Weg nach Hause waren mit einem schönen Erlebnis im Hintergrund, wird dieser Abend nun anders im Gedächtnis bleiben, als erwartet. Dies trifft auch auf die vielen Besucher zu, die in der Nähe waren, die sich aber glücklicherweise nicht verletzt haben.

Zwei weitere Handläufe, mindestens aber einer, in der Mitte der Treppe hätten diesen Unfall bestimmt verhindern können und ich frage mich, ob nicht die Sicherheit der Pulheimer Bürger mehr wert ist als die Ästhetik einer Treppe ohne Handläufe.

Was ich zum Abschluß noch erwähnen möchte, ist das vorbildliche Verhalte der Pulheimer Bürger, die den Sturz miterlebt haben. Keine Gaffer, keine Handyfilmer, statt dessen Hilfsbereitschaft und als sie sahen, dass Hilfe gegeben wurde, gingen sie weiter.

Autor:

Ingrid Blüm aus Pulheim

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