Mit den Muppets fing alles an
"Gib mir Fünf (Antworten)!" - Interview mit Sascha Grammel

Tschakka! - Sascha Grammel und Frederic Freiherr von Furchensumpf in ihrem Element auf der Bühne.
  • Tschakka! - Sascha Grammel und Frederic Freiherr von Furchensumpf in ihrem Element auf der Bühne.
  • Foto: PANTA Management GmbH - Mit freundlicher Genehmigung
  • hochgeladen von Anja Fiedler

Weihnachten ist nicht mehr fern und für viele Menschen ist dies eine ganz besondere Zeit. Doch im Augenblick stehen das Coronavirus und seine Auswirkungen im Vordergrund, verlangen uns viel ab und uns erwartet eine Weihnachtszeit, die anders als sonst sein wird. Weihnachtsmärkte, Weihnachtsfeiern, Restaurant- und Veranstaltungsbesuche sind im Augenblick nicht möglich. Die weiteren Entwicklungen bleiben abzuwarten. Wie gehen eigentlich Prominente mit der Situation um? Wie feiern sie Weihnachten? Diese und andere Fragen beantworten sie mir in meiner Interviewreihe "Gib mir Fünf (Antworten)!" Den Anfang macht Sascha Grammel, der das Publikum mit seinen Puppen in eine andere verzauberte Welt entführt. Er bringt die Menschen zum Lachen, aber auch zum Innehalten und rührt mit seinem Programm und den lebensechten Puppen an deren Herzen.

Hier sind meine Fragen und Sascha Grammels Antworten:

1. Derzeit unterstützen viele prominente KünstlerInnen die Aktion “Alarmstufe Rot”, um auf die prekäre Lage der Veranstaltungsbranche in der COVID 19-Pandemie aufmerksam zu machen. Wie erleben Sie als Künstler die derzeitige Pandemielage und wie gehen Sie damit um? Wie hat das Coronavirus Ihren Alltag und Ihren Lebensrhythmus verändert?

"Ich bin von Beruf Comedian und auch privat wache ich morgens eigentlich immer gut gelaunt auf und versuche, mein Umfeld, meine Freunde, meine Familie an dieser positiven, albernen und zugegeben manchmal auch ein bisschen kindlich-naiven Stimmung teilhaben zu lassen - das funktioniert auch ganz gut, kommt aber beim Thema Corona an seine Grenzen. Corona ist nicht lustig. Sondern leider gefährlich, für einige sogar tödlich. Und darüber kann man keine Witze machen. Ich jedenfalls nicht.
Auch mein Team wurde von dem Virus, den darauffolgenden Hygiene- und Abstandssofortmaßnahmen bis hin zum totalen Lockdown im März mitten während der laufenden FAST FERTIG!-Tour im wahrsten Sinne des Wortes "überfahren" und das alles hat unseren täglichen Live-Job ohne große Vorwarnung von einem auf den anderen Tag erst einmal unmöglich gemacht. Und das leider bis heute.
Zuerst hatte ich - wie wahrscheinlich viele - noch gedacht und gehofft, das ist eine Sache von drei, vier Monaten, dann holen wir die ausgefallenen Termine nach und alles ist wieder gut. Aber inzwischen sind achteinhalb Monate vergangen und noch immer ist kein Ende abzusehen.
Nun bin ich aber ein durchweg positiver Mensch und schaue immer zuversichtlich in die Zukunft und was da noch so kommen mag. Und die aktuellen Nachrichten betreff eines wirkungsvollen Impfstoffs sind ja auch recht vielversprechend und sicherlich mehr als nur ein erster Silberstreif am Horizont. Und mit ein bisschen Glück, Geduld und gutem Willen können wir ja vielleicht schon Mitte 2021 wieder erste Shows spielen und das tun, was wir alle am Liebsten machen: Menschen zum Lachen bringen."

2.  Da im Augenblick viele Veranstaltungen abgesagt und verschoben werden müssen, fehlt auch der direkte Kontakt zum Publikum. Der Dialog von Ihnen und Ihren Puppen und die Interaktion mit den Zuschauern ist ein wichtiger Bestandteil Ihres Programms und transportiert Stimmungen und Gefühle. Wie versuchen Sie das zu kompensieren und welchen Einfluss hat das auf Ihre Kreativität?

"Ich liebe das Bauchreden und das Puppenspiel. Und ich liebe es auf der Bühne zu stehen. Und natürlich fehlen mir die Live-Shows, fehlen mir der unmittelbare Dialog und die direkten Reaktionen der Zuschauer in den Hallen. Fehlt mir das Herumreisen. Und klar hat das auch Einfluss auf meine Kreativität. Die kunterbunte, alberne "Grammel-Welt" ist ja das genaue Gegenteil der derzeitigen, sehr ernsten Situation: Bei mir und meinen Puppenkollegen gibt es keine Pandemie, keine Probleme, nichts, das Angst macht oder verunsichert. Wir "entführen" ja das Publikum ganz bewusst in eine bunte, heile, gutgelaunte Kaugummi-Welt, in der dir definitiv nichts Schlimmes passieren kann. Eben damit der oft graue Alltag wenigstens für zweieinhalb Stunden draußen bleibt und keine Rolle spielt. Das gilt übrigens fürs Publikum genauso wie für mich selbst. Und das können auch die kleinen TV-Auftritte, die ich zur Zeit wieder mehr mache, nicht ersetzen oder kompensieren.
Corona ist eine weltweite Herausforderung - und ich bin nur ein Spandauer Bauchredner; da sollte man sich selbst mal nicht so wichtig nehmen. Ich achte darauf, dass es meinem Umfeld gut geht; die großen Entscheidungen müssen da andere treffen, die sich besser mit dem Ganzen auskennen."

3. Sie planen am 06.12.2020 eine Weihnachtsshow via Livestream. “Sascha Grammels FAST FERTIGe! Weihnachtsshow” stößt jetzt schon auf großes Interesse. Wie sind Sie auf die Idee gekommen und mit welchen Erwartungen gehen Sie dieses Projekt an?

"Das Wichtigste zuerst: die "FAST FERTIGe Weihnachts-Show" wird interaktiv sein - und zwar in beide Richtungen. Soll heißen: die Leute können mich sehen und hören, ich kann die Zuschauer aber auch sehen und hören. Und damit haben wir - fast - eine Situation wie bei meinen Live-Shows. Mit dem kleinen Unterschied, dass ich dabei in einem kuscheligen kleinen Studio in Berlin Neukölln sitze und das Publikum zuhause auf der bequemen Wohnzimmercouch. Und 1000 von Ihnen können sogar aktiv in die Show eingreifen, mitmachen, mitsingen und auch mitbestimmen, was, wann, wo passiert. Auch für mich ist das Neuland. Und obwohl ich (wie glaube ich alle, die irgendwie etwas mit im weitesten Sinn "Zauberei" am Hut haben) sehr technikinteressiert bin, bin ich an die Idee der Streaming-Show lange sehr kritisch und vorsichtig rangegangen. Aber das Konzept, dass ich die Zuschauer auch in Echtzeit hören und sehen kann, hat mich dann überzeugt. Trotzdem hat die "FAST FERTIGe Weihnachts-Show" natürlich nicht den Anspruch, sich mit meinen regulären Live-Shows auf großen Bühnen in ausverkauften Hallen vergleichen zu wollen. Nein, ich sehe das Ganze als schönes und interessantes Experiment an, und als Herausforderung, mit etwas kleinerem Besteck, sprich deutlich weniger Bühnentechnik, Licht, Sound, Kulissen, und, und, und, aber dafür mit dem spontanen Charme des manchmal etwas Unfertigen zu punkten, und so eine mehr als nur nette Überbrückung für meine Fans zu erschaffen, bis der ganze Grammel-Zirkus endlich wieder "richtig" live spielen kann."

4. Wie feiert Sascha Grammel Weihnachten und was machen eigentlich Frederic, Josie und Co. an Weihnachten?

"Ich trage ab dem ersten Advent traditionell eine Weihnachtsmütze. Genau wie zu Ostern ein Hasenkostüm. Und an Silvester bin ich ein Knaller. Ein Böller, keine Rakete! Manchmal auch ein Tischfeuerwerk.
Nein, ich denke, ich feiere Weihnachten genauso wie die allermeisten: man kommt mit seinen Lieben, der Familie, den Verwandten und guten Freunden zusammen, isst viel zu viel und zwischen den Mahlzeiten erzählt man von früher. Das ist besonders interessant, wenn Josie von früher erzählt, schließlich ist sie inzwischen ja schon stolze 114 Jahre alt. Frederic wird zu laut Musik hören und sich an Heiligabend sicher wieder lauthals über die Qualität der Geschenke beschweren und Professor Hacke bastelt wahrscheinlich fleißig weiter an einem Tannenbaum ohne Nadeln herum."  

5. Diese Frage gehört ganz allein Ihnen. Welche Frage wollten Sie schon immer einmal gestellt bekommen und beantworten? Ich bin gespannt!

"Hmmm... Die Frage wäre: "Wen hätten Sie gern einmal zuhause bei sich am Esstisch sitzen und könnten sich den ganzen Abend in gemütlicher Atmosphäre mit ihm oder ihr entspannt unterhalten?"
Und die Antwort wäre: Mit Jim Henson, dem Erfinder der Muppet-Show und geistiger Vater von Kermit dem Frosch, Miss Piggy, Gonzo, usw. Leider viel zu früh gestorben. Aber ohne ihn wäre ich niemals dort angekommen, wo ich jetzt bin. Als Kind war ich ein Riesenfan von Jim Hensons Puppen und davon, wie schräg und skurril sie und ihre Geschichten waren. Als Schüler hatte ich mir vorgenommen, auch eines Tages "irgendwas mit Puppen" zu machen und habe geübt, geübt, geübt. Und jetzt als (jedenfalls äußerlich) Erwachsener habe ich meine eigene "Puppet Comedy" und das unvergleichliche Glück, diesen Traum aus meiner Kindheit täglich selbst leben und erleben zu dürfen."

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Sascha Grammel für seine interessanten und ausführlichen Antworten auf meine Fragen, und dass er sich Zeit dafür genommen hat.  Wer nun Lust bekommen hat bei seiner "FAST FERTIGen Weihnachtsshow" am 6. Dezember per Livestream dabei zu sein, kann hier Tickets buchen. Vielleicht eine Gelegenheit gerade in der jetzigen Zeit einfach mal abzuschalten und mit Sascha Grammel, Frederic, Josie, Professor Hacke und Co. Spaß zu haben. 

"Die klügsten Menschen die ich kenne, sind im Inneren alle Kinder." (Jim Henson)

Mit diesem Zitat verbleibe ich mit humorvollen und puppenfreundlichen Grüßen

Anja Fiedler

Autor:

Anja Fiedler aus Pulheim

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