Virtuose und populäre Kammermusik im Haus der Stadt Düren
"Arccordion" begeistert mit einem Showprogramm zum Weltfrauentag

Angelina Abadjieva, Amrei Collmer und Alan Arif, Violine, sowie Alexander Pankow, Akkordeon, begeisterten im Konzertsaal des Hauses der Musik in Düren.
  • Angelina Abadjieva, Amrei Collmer und Alan Arif, Violine, sowie Alexander Pankow, Akkordeon, begeisterten im Konzertsaal des Hauses der Musik in Düren.
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Düren/Wesseling: Das CAPPELLA VILLA DURIA-Konzertforum veranstaltet
regelmäßig Konzerte in Düren - unter anderem auch die Reihe "Musik im Foyer" im Haus der Stadt. Es hatte am Freitagabend vier hochkarätige Musiker dazu eingeladen:  Angelina Abadjieva und Amrei Collmer, beides 1. Violinistinnen des WDR Funkhausorchesters und den Wahl-Dürener Geiger Alan Arif, der aus dem irakischen Kurdistan stammt, sowie Alexander Pankov, Akkordeon.

"Arccordion" hieß der Titel des Konzertes - das ist auch der Name dieses Quartetts bzw. ein Kunstwort aus Arc = Bogen und Accordion = Akkordeon. Die Solisten haben sich vor einigen Jahren zu einem Event des Funkhausorchesters zusammengefunden, weil freundschaftliche Beziehungen bestehen, und festgestellt, dass diese Kammermusikbesetzung sehr reizvoll ist. Das Akkordeon harmoniert gut mit den drei Geigen und setzt nicht nur rhythmische Akzente und ergänzt den Klang harmonisch, sondern brilliert auch mit Läufen und solistischen Melodieführungen.

Bei der Probe auf der kleinen Bühne im Foyer stellten die Musiker fest, dass die Akustik schwierig ist, sie hörten sich nicht gegenseitig. So zogen sie auf die große Bühne des Theatersaals mit fantastischer Akustik um - und mit ihnen die circa 100 Besucher, die sich ganz nach perönlichen Vorlieben im Saal mit über 600 Sitzplätzen verteilen konnten. Für das Konzert zum Weltfrauentag wollte das Quartett ein Showprogramm à la Rieu präsentieren und hatte deshalb vorwiegend bekannte Melodien und virtuose Stücke vorbereitet, wie Alexander Pankov verriet. Er war nicht nur für die Moderation zuständig, sondern ist auch der Arrangeur für diese unübliche Besetzung.

Mit unterhaltender Klassik ging es los: "Präludium E-Dur" von Johann Sebastian Bach, "Sturm", der 3. Satz aus dem "Sommer" der "Vier Jahreszeiten" von Antonio Vivaldi sowie "Ungarischer Tanz Nr. 5" von Johannes Brahms - damit es den Damen nicht zu langweilig ist, hatte Pankov im ganz neuen Arrangement diverse Läufe eingebaut. Es folgte der schnelle "Säbeltanz", das wohl bekannteste Werk von Aram Chatschaturjan. Als überraschendes Element hatte das Quartett eine konzertante "Serenade Humoristique" des belgischen Komponisten Hubert Léonard ins Programm genommen, im Original für drei Violinen und Klavier komponiert.

Auch im Trio der beiden Violinistinnen mit dem Bajanisten begeisterten die Musiker mit Pablo de Sarasates "Zigeuerweisen", eigentlich für Solo-Violine und Sinfonieorchester geschrieben. Den ersten Programmteil beendeten dann alle vier mit einer "Zugabe", deren Titel Pankov in seiner Anmoderation nicht verriet. Es war das Duett von Papageno und Papagena aus "Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart.

Nach der Pause kam Pankov dann ohne sein Bajan auf die Bühne, er erklärte, dass er eine längere Pause benötigt, weil eine Geige nur 350 bis 400 g wiegt, sein Instrument aber 15 kg. Aber er setzte dann doch nur ein Stück aus. Zunächst präsentierte "Arccordion" drei Kompositionen bzw. Arrangements von Alan Arif, die auf armenischer und aserbaidschanischer Volksmusik bzw. kurdischen Tänzen basieren. Und der Komponist entpuppte sich auch als erstklassiger Improvisationsmusiker. Seine Kompositionen findet man auf der 2013 erschienenen CD "Zam", die über die Musikschule Düren erhältlich ist.

Danach gab es Tangomusik - "Verano Porteno" von Astor Piazzolla, der "Sommer" als Tango nuevo aus der Hommage des argentinischen Bandoneonspielers an Vivaldis "Vier Jahreszeiten", und "Por una Cabeza" von Carlos Gardel, ein klassischer Tango, bekannt aus den Filmen "True Lies" mit Jamie Lee Curtis und Arnold Schwarzenegger und "Scent Of A Woman" mit Al Pacino und Gabrielle Anwar.  Nicht nur, weil Pankov aus Novosibirsk kommt, spielten die vier dann die bekannten russischen Lieder "Schwarze Augen" und "Zwei Gitarren" mit vielen Variationen und Kadenzen.

Auch die Zugabe war ein russisches Lied "Entlang der langen Straße", das aber bei uns besser bekannt ist als "Those Were The Days", mit dem die britische Sängerin Mary Hopkin 1968 ihren internationalen Durchbruch hatte. Pankov bat die Zuhörer, nicht mitzuklatschen, sonst würden sie etwas verpassen. Und sie hielten sich brav an diese Empfehlung und spendeten anschließend umso mehr Applaus für einen äußerst unterhaltsamen und virtuosen Konzertabend mit vier großartigen Musikern in ungewöhnlicher Besetzung!

Beim Schoppingkonzert "Himmel voller Geigen" des WDR Funkhausorchesters am 1. Juni 2019 um 14 Uhr im Funkhaus am Wallrafplatz in Köln kann man die beiden Violinistinnen Angelina Abadjieva und Amrei Collmer sowie Alexander Pankov wiederhören. Detlef Dickmann aus dem WDR Sprecherensemble übernimmt die Moderation. Eintritt frei.

Ein weiteres interessantes Konzert in der Reihe "Musik im Foyer" in Düren mit dem Quartett "Tangolé" findet am 7. Juni um 20 Uhr statt: Karin Zimny, Gesang, Ruthilde Holzenkamp, Akkordeon, Winfried Slütters, Klavier, und Norbert Hotz, Kontrabass, präentieren Rhythmen, die in die Beine gehen. Eine musikalische Reise vom "Roten Mohn", "Libertango", "Olé Guapa" über "La Cumparsita" zu "Oh Donna Clara" spannt einen weiten Bogen vom südamerikanischen Tango zu nostalgischen Ohrwürmern aus aller Welt! Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Autor:

Anita Brandtstäter aus Köln

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