Nur das Wetter spielte nicht mit
FilmSchauPlatz Wesseling am Rhein

NoireRouge Trio im Vorprogramm für FilmSchauPlatz Wesseling am Rhein.
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Wesseling. Das letzte Open Air-Kino der FilmSchauPlätze NRW 2021 der Film- und Medienstiftung NRW war in Wesseling: die Leinwand war direkt am Rheinufer aufgebaut - hinter Ruttmanns Wiese an der Rheintreppe und mit Blick auf den Strom und das Niederkasseler Ufer. Die Veranstaltung war mit 500 Zuschauern eigentlich ausgebucht - es gab schon eine Nachrückliste. Aber das Wetter spielte nicht mit: schon am Tag hatte es geregnet und auch zur Eröffnung des Abends um 18 Uhr regnete es. Deshalb saß zu Beginn auch noch keiner auf der Treppe, auf den Stühlen auf der Wiese hatten sich jedoch einige Unerschrockene unter Schirmen bequem gemacht, im Laufe des Abends kamen dann noch insgesamt 170 Zuschauer und genossen das tolle Programm.

Das Vorprogramm ab 18 Uhr war musikalisch und abwechslungsreich: Zur Eröffnung kam die Wesselinger Samba-Gruppe RheinSamba auf die Promenade. Den 20 Musikern unter Leitung von Danilo Derigs und dem jungen Fahnenträger Moritz machte es nichts aus, dass es regnete und dass die Treppe noch leer war. Sie hatten trotzdem Spaß. "Dadurch fangen wir die Menschen ein und geben ihnen einige glückliche Momente: sowohl den Zuhörern aber auch den MitspielerInnen, die während der Proben einfach mal den Alltag ausblenden können." 

Den zweiten Music-Act ab 18:45 Uhr gestaltete der Wesselinger Musiker Peter Weiler. Er versteht es, mit seinem breiten Solo-Repertoire sein Publikum über alle Generationen hinweg zu begeistern: mit Oldies, deutschen Schlagern und englischen Rock-/Pop-Hits. Er begleitet seine warme und ausdrucksvolle Stimme mit der Akustikgitarre. Udo Jürgens Hit "Ich war noch niemals in New York" - passend zum Hauptfilm des Abends - war der krönende Abschluss. Nach einer Stunde musste dann aber eine Zugabe sein: "Bye Bye My Love" der Bläck Fööss aus seinem kölschen Repertoire mit dem modifizierten Text "Ihr wort jot". Denn der Regen hatte aufgehört.

Ab 20 Uhr unterhielt schließlich das NoireRouge Trio die Zuhörer. Sie beeindruckten mit einem Chanson-Programm - die Stühle oben auf der Wiese waren schon gut besetzt und auch auf der nassen Treppe hatten einige Platz genommen, darunter auch Bürgermeister Erwin Esser und seine Frau. Tatjana Schwarz, Gesang, und Birgit Fleig, Piano, sowie Johannes Bongartz, Gitarre, brachten ein sehr kurzweiliges Programm zu Gehör - von „Roten Rosen“ und „Blauen Engeln“, Lieder „von Marlene über Zarah bis Knef“, Lieder, die mal etwas sentimental sind, aber auch witzig und für ihre Zeit fortschrittlich provokativ – eine musikalische Kulturgeschichte über fast 60 Jahre.  Mit im Programm der "Kleine Kaktus" der Comedian Harmonists, der in vielstimmigem Chor des Publikums erklang, obwohl es wieder etwas zu regnen anfing.

Zur Eröffnung des Filmabends gegen 21:30 Uhr dankte die stellvertretende Bürgermeisterin Monika Engels-Welter der Film- und Medienstiftung NRW sowie dem ganzen Team der Stadt Wesseling.  Sie drückte ihre Hoffnung aus, dass Wesseling auch in Zukunft wieder FilmSchauPlatz wird, dann aber bei besserem Wetter. Anna Fantl vom Organisationsteam der FilmSchauPlätze NRW gab einen Rückblick auf die diesjährige Open-Air-Kino-Tour, für die sie sich insgesamt „besseres Wetter gewünscht hätte“. Sie dankte allen Veranstaltern, die durch die Corona-Auflagen wesentlich mehr Aufwand betreiben mussten, und auch dem Publikum, das diese Auflagen diszipliniert befolgt hätte. 

Auf dem Filmprogramm waren zwei von der Film- und Medienstiftung NRW geförderte Filme: mit „Ayny“ sogar ein Studentenoskar-Gewinner und das Musical "Ich war noch niemals in New York".
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Anna Fantl hatte in ihrer Begrüßung ein verbindendes Element zwischen dem FilmSchauPlatz Wesseling und dem Hauptfilm ausgemacht, sie habe gelernt, dass man von Wesseling aus tatsächlich nach New York fahren könne – mit Umsteigen in Rotterdam. Und die Zuschauer konnten auch einige Hotelschiffe auf dem Rhein beobachten - sie fuhren allerdings Richtung Basel.

Autor:

Anita Brandtstäter aus Köln

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