Akkordeon-Virtuose, -Lehrer, -Dirigent, -Komponist
In Memoriam Guido Wagner

Guido Wagner 1987 in der Musikhochschule Dortmund.
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  • Guido Wagner 1987 in der Musikhochschule Dortmund.
  • Foto: Ralf Kaupenjohann
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Wesseling/Kamp-Lintfort. Guido Wagner ist in der Nacht vom 13./14. April 2020 im Alter von 86 Jahren gestorben. Er war Akkordeon-Virtuose, -Lehrer, -Dirigent und -Komponist. Unter anderem hat er gemeinsam mit Heinz Gengler und Isolde Alka die Fortbildungslehrgänge für Akkordeonisten in Remscheid des Deutschen Harmonika-Verbandes Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen. Auch nach seiner Pensionierung war er dort immer gerne gesehener Gast - sowohl in den Kursen als auch bei den Abend-Workshops.

Guido Wagner wurde 1934 in Kamp-Lintfort geboren und erhielt 1946 ersten Akkordeonunterricht bei Ernst Georg Heetfeld. Von 1952 bis 1955 studierte er an der Musikschule in Trossingen bei Fritz Dobler, Armin Fett und Hugo Herrmann. Ein Studienschwerpunkt war die Jugend- und Volksmusik. Zusammen mit dem Orchester des Hauses Hohner unter Rudolf Würthner unternahm er Konzertreisen, die nach Spanien, Portugal, Marokko, Algerien und Frankreich führten.

17 Jahre lang führte Wagner von 1956 bis 1973 gemeinsam mit seiner Frau Christel eine Privatmusikschule in Kamp-Lintfort und spielte oftmals im „Rheingarten” in Homberg zum Tanz auf. Von da an unterrichtete er 25 Jahre lang an der Moerser Musikschule und erhielt 1978 einen Lehrauftrag für Akkordeon an der Musikhochschule in Dortmund.

Höhepunkt seiner beruflichen Karriere war die Teilnahme am Wettbewerb um die "Trophée Mondiale" in Barcelona, wo er unter internationalen Spitzen-Akkordeonisten den sechsten Platz belegte. 2002 wurde ihm die Hugo-Herrmann-Medaille verliehen, das ist die höchste Auszeichnung des Deutschen Akkordenlehrer-Verbandes.

1985 wurde das LandesJugendAkkordeonOrchester Nordrhein-Westfalen von Jürgen Löchter gegründet. 1991 übernahm Guido Wagner gemeinsam mit dem Komponisten Hans Boll die Führung. Unter ihrer Leitung unternahm das Orchester einige Konzertreisen innerhalb Deutschlands. 1994 ging es das erst Mal ins Ausland: nach Castelfidardo - in die Hochburg der italienischen Akkordeonszene. 1996 übergab Guido Wagner den Taktstock an Herbert Nolte, der zunächst gemeinsam mit Hans Boll und anschließend alleine bis 2004 das Auswahlorchester führte.

Von 1962 bis 2010 führte Guido Wagner 47 Jahre lang das Akkordeon-Orchester Bayer Uerdingen 1950. 1962 übernahm er auch das 1. Akkordeon-Orchester Rheinhausen 1950 e.V., das er über 20 Jahre bis 1983 leitete. Mit beiden Orchestern erreichte er bei internationalen Wettbewerben in Luzern und Innsbruck hervorragende Preise.

2010 meinte er in einem Interview der Westdeutschen Zeitung: "Die Riesenbewegung mit 50 Akkordeons in einem Orchester, das hat sich erledigt. Aber das Instrument ist nicht aus der Mode, denn es gibt auch dafür neue Musik mit avantgardistischen Tendenzen. Zum eigenen Vergnügen spiele ich natürlich noch weiter, das ist doch mein Leben."

Guido Wagner 1987 in der Musikhochschule Dortmund.
Guido Wagner im Gespräch mit Heinz Gengler beim Fortbildungslehrgang für Akkordeonisten in Remscheid 2008.
Autor:

Anita Brandtstäter aus Köln

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