Seit über 130 Jahren in über 120 Ländern: Weltgebetstag der Frauen
"Kommt, alles ist bereit!" war 2019 das Motto aus Slowenien

Einige der Frauen des ökumenischen Vorbereitungsteams sitzen am gedeckten Kaffeetisch, dahinter der Chor Intermezzo unter Leitung von Ursula Papon, der mit slowenischen Liedern den Gottesdienst musikalisch begleitete, und links das Titelbild des Weltgebetstag 2019 zu Slowenien, per Beamer auf die Leinwand projeziert.
  • Einige der Frauen des ökumenischen Vorbereitungsteams sitzen am gedeckten Kaffeetisch, dahinter der Chor Intermezzo unter Leitung von Ursula Papon, der mit slowenischen Liedern den Gottesdienst musikalisch begleitete, und links das Titelbild des Weltgebetstag 2019 zu Slowenien, per Beamer auf die Leinwand projeziert.
  • Foto: Anita Brandtstäter
  • hochgeladen von Anita Brandtstäter

Wesseling: Immer am ersten Freitag im März engagieren sich Frauen für ökumenische Gottesdienste über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg. Den Weltgebetstag gibt es schon über 130 Jahre und in über 120 Ländern rund um den Globus. Er verbindet Gebet und Handeln für Frieden, Gerechtigkeit und Frauenrechte. Dieses Jahr hatte das Wesselinger Vorbereitungsteam den Termin wegen Karneval um eine Woche verschoben, so dass er auf den Weltfrauentag fiel. In der katholischen Kirche St. Andreas in Keldenich wurde der Gottesdienst aus Slowenien gefeiert, anschließend konnte man noch im Pfarrheim zusammensitzen und slowenische Köstlichkeiten essen, Tee und Honigwein trinken - nach dem Motto "Kommt, alles ist bereit!"

Im Titelbild zum Weltgebetstag 2019 verbindet die slowenische Künstlerin Rezka Arnus ihr Heimatland mit dem Gleichnis des Festmahls aus dem Lukasevangelium. Auf dem Tisch liegt ein Stück Kuchen, das Nationalgericht Potica. Die Trauben symbolisieren die slowenischen Weinbaugebiete, gleichzeitig sollen sie auf das Alkoholismus-Problem im Land aufmerksam machen. Außerdem liegt da ein Lebkuchenherz aus einheimischem Honig und die slowenische Nationalblume, eine rote Nelke. Das Bild rückt die Frauen in traditioneller Tracht im oberen Bildteil in den Hintergrund. Es zeigt vorne Menschen am Rande der Gesellschaft: ein blindes Mädchen, einen tauben Jungen und ein spastisch gelähmtes Mädchen. "Es ist noch Platz" ist das Thema des Bildes – besonders für all jene Menschen, die sonst ausgegrenzt werden, wie Arme, Geflüchtete, Kranke und Obdachlose. Gemeinsam setzen die Frauen so überall in der Welt ein Zeichen für Gastfreundschaft und Miteinander.

Die Besucher erfuhren dieses Mal viel über Slowenien, das Naturparadies zwischen Alpen und Adria. Es ist eines der jüngsten und kleinsten Länder der Europäischen Union, eine junge Demokratie mit kommunistischem Erbe. Obwohl das Land tiefe christliche Wurzeln hat, praktiziert nur gut ein Fünftel der Bevölkerung seinen Glauben. Über Jahrhunderte war es Knotenpunkt für den Handel. Menschen aus aller Welt brachten vielfältige kulturelle Einflüsse mit. Bereits zu den Zeiten, als es Teil von Jugoslawien war, galt Slowenien als das Aushängeschild für wirtschaftlichen Fortschritt. Heute liegt es auf der Balkanroute, auf der 2015 Tausende vor Krieg und Verfolgung geflüchtete Menschen nach Europa kamen.

Am gedeckten Tisch vor der Orgel schlüpften die Akteure in die Rollen von slowenischen Frauen, die von ihrem Glauben und aus ihrem Alltag erzählen: von Marjeta, die Ende des 2. Weltkriegs im marxistisch-sozialistischen Jugoslawien aufgewachsen ist; von Mojca, die im 1991 neu gegründeten Slowenien aufgewachsen ist und studieren konnte; von Manja, einer 80-jährigen Seniorin, die auf dem Land lebt und deren Kinder arbeitslos sind; von Ema, einer 40-jährigen Mutter, die von Kindheit an in ihren Familien mit Alkoholmissbrauch leben musste; von Natascha aus der ethnischen Minderheit der Roma, die oft ausgegrenzt werden.

Der Chor Intermezzo unter Leitung von Ursula Papon hat es auch dieses Jahr wieder übernommen, die schönen und eingängigen slowenischen Lieder vorzusingen, die alle zum Motto des Gottesdienstes passen: "Es ist noch Platz", "Wir öffnen unser Herz", "Du lädst uns ein, wir folgen dir", "Wir sind noch nicht im Festsaal angelangt". Dafür wurden sie beim gemütlichen Beisammensein mit roten Nelken bedacht.

Die Kollekte aus dem ökumenischen Gottesdienst kommt Frauen- und Mädchenprojekten zugute, dieses Jahr schwerpunktmäßig in Kolumbien. Im über 50-jährigen Bürgerkrieg dort ließen alle Konfliktparteien „unbequeme“ Personen verschwinden, um den Gegner einzuschüchtern. Bis heute kämpfen die Angehörigen um Aufklärung, damit dieses Unrecht ein Ende findet.

Autor:

Anita Brandtstäter aus Köln

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