Hubertusmesse aus Anlass 60 Jahre Jagdhornbläsercorps Hegering Bad Münstereifel
Erstmals nach einigen Jahrzehnten wieder Hubertusmesse im Houverather Eifeldom / 81Jährigen Helmut Henn oblag die musikalische Leitung

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Jubiläums-Hubertusmesse 60 Jahre Jagdhornbläsercorps Hegering Bad Münstereifel

Erstmals nach einigen Jahrzehnten wieder Hubertusmesse im Houverather Eifeldom / Dem 81Jährigen Helmut Henn oblag die musikalische Leitung

Von Manfred Görgen

Bad Münstereifel-Houverath. Sonnenstrahlen durchfluteten jüngst am bekannten „Hubertustag“, den Altarraum der Kirche „Eifeldom“ zu St. Thomas. Fast hätte ein Sonnenstrahl auch den von Helmut Henn szenisch gut aufgestellten Zwölfender mit einem goldenen hölzernen Kreuz zwischen dem Geweih und reichlich Tannengrün berührt.

Einem 1956 im Unterdickt (Wälder von Bad Münstereifel) von Klaus Haniel erlegten Hirsch. So wie damals und den zahlreichen Überlieferungen nach, sah es nun fast so aus. Wird die Geschichte vom weißen Hirsch seitdem als vielfache Legende bis heute nacherzählt:

Als Jäger Hubertus nach tagelangem und vergeblichen Nachstellen eines mächtigen Hirsches ein leuchtender und mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih die Wälder durchstreifender kapitaler Hirsch erschien. Das soll bei diesem Jäger einen derart großen Eindruck hinterlassen haben, dass es den Mann schließlich im Glauben bekehrte. Jäger Hubertus reiste nach Rom zum Papst,  wurde bekehrt, Bischof von Tongern und Lüttich, wo er im Jahr 727 starb.

In Erinnerung und Brauchtumspflege wurde von den Mitgliedern des Bläserkorps Hegering Bad Münstereifel die Hubertusmesse geblasen. Schon vor geraumer Zeit hatte das Bad Münstereifeler Hegering Bläserkorps sein 60Jähriges unter musikalischer Leitung von Helmut Henn im Saal der Schönauer Erfttstube gefeiert. Helmut Henn gehört mit 81 Jahren zum Ältesten aktiven Mitglied des jubilierenden Bläserkorps, wurde mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet und stand auch jüngst wieder mit im Mittelpunkt, als nach einigen Jahrzehnten erstmals wieder eine Hubertusmesse im „Eifeldom“ stattfand.

Daran hatte nicht nur der seit Jahren in Houverath gegenüber der Kirche beheimatete Hubertus Graf von Plettenberg seine große Freude, sondern auch zahlreiche Menschen von nah und fern. Ebenso das extra aus dem Ruhrgebiet angereiste Ehepaar Haniel, denen nicht nur das große Anwesen „Unterdickt“ gehört. Einem Ort, wo die Bläser regelrecht seit über vier Jahrzehnten ihre wöchentlichen Proben abhalten dürfen.

Zur Krönung des Jubiläumsjahres und damit 60Jährigen Bestehen, wurde von den männlichen und zwei neuen weiblichen Mitgliedern in dieser schönen Runde des Bläserkorps unter der musikalischen Leitung von Helmut Henn aus Houverath die Jägermesse zum passenden Hubertustag geblasen. Und sogar Pfarrer Ludwig Pützkaul kam als bekennender Musiker nicht umhin, vom Altar aus den Dank für diese imposante musikalischen Darbietungen nicht nur mit in die Hände klatschen auszudrücken.

Helmut Henn zählt als einziger noch aktiver Gründer zum traditionsreichen Bläserkorps. Schon vor geraumer Zeit waren der Einladung des Bläsercorps über 150 Gäste auch aus dem Raum Thüringen mit Professor Bauerfeind gefolgt. Freute man sich damals auch über die Teilnahme vom stellvertretenden Bürgermeister Ludger Müller der sagte, einer der ihren zu sein und bereits vor 23 Jahren den Jagdschein gemacht habe.

Zur weltlichen Jubiläumsfeier gehörten vor einiger Zeit unter anderem Müller-Schallenberg (Präsident des Landesjagdverband NRW), Dr. Thomas Weber (Vizepräsident Landesjagdverband Rheinland-Pfalz), befreundete Jagdhornbläsercorps der Kreisjägerschaft Euskirchen, Jagdfreunde aus dem Raum Thüringen, die Aschbachtaler Jagdhornbläser aus Kaiserslautern, Kirn bei Bad Kreuznach und viele regionale Jagdfreunde.

Das Jagdhornbläsercorps wurde im April 1959 von neun Männern gegründet. Bei den Anfängen war Helmut Henn aus Bad Münstereifel-Houverath schon dabei, der mit agilen 81 Jahren erst kürzlich die musikalische Leitung übernommen hat. Die Anfänge lagen damals unter anderem bei Addi Schnicke, der die Geschicke des Bläserkorps bis 1978 innehatte und leider durch einen tragischen Jagdunfall ums Leben kam. Nach Schnicke war über 40 Jahre Toni Virnich Korpsleiter und übernahm im vorigen Jahr Helmut Henn.

Das „Gut Unterdickt“ dient seit langem als Probe-Quartier. Heute zählt das Bläsercorps siebzehn aktive Mitglieder im Alter von 19 bis 81 Jahre. Probt an 52 Wochenabenden in ihrem seit Jahrzehnten liebgewonnenen „Tröötehäuschen“ in Gut Unterdickt bei Scheuren, wo das Bläsercorps Bad Münstereifel seit 43 Jahren mit Zustimmung der Familie Haniel dem jagdmusikalischen Brauchtum frönen darf. Dem 1. Vorsitzenden der Münstereifeler Jagdhornbläser Friedrich-Karl Schrader, gebührte nach Auffassung der Vereinsmitglieder besonderer Dank. Unter anderem, weil er an der erfolgreichen Entwicklung, die das Bläsercorps in den vergangenen Jahren genommen hat, großen Anteil hat.

Wurden kürzlich auch Ehrungen vorgenommen. Vom Landesjagverband gab es für einige die „Jagdhornbläser Verdienstnadel“ in Bronze mit Urkunde: Thomas Schütz, Ralph Geller, Markus Bierz, Andreas Ganz, Andreas Meerkamb, Christoph Rang und Frank Brauer. Verliehen wurden sie von Rudi Miehseler 1.Vorsitzender der Kreisjägerschaft und Franz Josef Mohr als Obmann des jagdlichen Brauchtums.

Beim kirchlichen Jubiläum zum 60Jährigen wurden bei der Hubertusmesse 5 Sätze von Hermann Neuhaus zu Gehör gebracht. Im 1. Satz mit „Introitus“, zweiten mit „Gloria“, dritter Satz mit dem „Offertorium" und zur Kommunion der Kölner Jägermarsch von H. Neuhaus und „Gruß aus den Bergen von Fritz Vetter. Und als sich die Bläser und Bläserinnen nach dem Segen von Pfarrer Ludwig Pützkaul zuvor am Seitenschiff stehend vor dem Altar versammelten, erklangen zur Freude der vielen Besucher auch noch die Jagdsignale „Jagd vorbei“ „Halali“ und „Auf Wiedersehen“. Fotos und Text: Manfred Görgen / mag /mg / MaGö

Autor:

Manfred Görgen aus Bad Münstereifel

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