Der Igel – Wie lange gibt es ihn noch?
Das geliebte Stacheltier braucht unsere Unterstützung!

Gesunde Igel
  • Gesunde Igel
  • Foto: Bildrechte: Verena Wendt, Igelstation Weilheim
  • hochgeladen von Stefania Herod

Wir freuen uns doch alle darüber wenn wir einen Igel oder sogar eine Igelfamilie in unserem Garten entdecken. Aber wissen wir auch wann Igel unsere Hilfe benötigen? Sie sind eigentlich gut geschützt denkt man, haben Stacheln, rollen sich ein und so kann ihnen kaum jemand was anhaben.... stimmt das auch wirklich?
Meistens begegnet man jungen Igeln im Garten, vielleicht laufen sie auch auf einer Straße herum, abends, wenn es dunkler wird. Schon erwacht in uns das Helfen wollen, aber nicht jedes Jungtier muss mitgenommen werden. Vielleicht ist ein erwachsener Igel in der Nähe? Die Igelmamma ist eigentlich genau die richtige Fachfrau für Stachelbällchens Kindererziehung. Wichtig ist zu schauen, ob das Tierchen gesund ist, ob die Nacht vielleicht zu kalt sein wird, um draussen zu überstehen. Ansonsten sind Igel ab einem Alter von ca. 3 – 4 Wochen schon Einzelgänger, die das Hotel Mamma verlassen.

Igel stehen unter Naturschutz und sind ausgesprochene Wildtiere. Man kann kranke, verletzte oder noch schwache Igel nach Vorstellung beim Tierarzt mit nach Hause nehmen und gesund pflegen oder auf eine Pflegestation bringen. Der Winter ist vorbei, die jungen Igel müssten jetzt mit ca. 700 g Lebendgewicht in der freien Wildbahn überlebensfähig sein. Wer naturnah wohnt, kann dem Igel auch ein Schlafhäuschen unter einem Busch anbieten. Täglich frisches Wasser und Futter im Garten aufgestellt hilft Igeln die man im Winter „gepäppelt“ hat, langsam wieder auf ihr natürliches Futter zuzugreifen.

Für alle Fälle gibt es in Waldbröl eine Ansprechpartnerin, Barbara Geiger kümmert sich um Igel in Not. Bei ihr gelten strenge Hygiene-Regeln, sie bekommen eine Spezialbehandlung gegen Ungeziefer. Dazu gibt es Igel-gerechte Menüs, z.B. leckeres Hühnerfleisch oder etwas Tatar, Katzenfutter oder ein Rührei, natürlich ohne Salz, aber auch einige Mehlwürmer ergänzen den Speiseplan. Dazu gibt es schönes frisches Wasser.
In der freien Natur fressen Igel gerne Käfer, Schnecken, Asseln, Obst, Larven und manchmal auch Aas.
Wer einen Igel findet und Fragen stellen möchte an eine Fachfrau kann sich hier Rat holen bei der Auffangstation unter 02291/807044, die eng mit dem NABU-Ortsverein Waldbröl zusammen arbeitet.

Aber nicht nur in Oberberg gibt es Organisationen, die Tierschutz leisten. Renate Könen aus Elsdorf berichtet, dass der Bestand an Igeln (sowie vielen anderen Tier- und Pflanzenarten) seit Jahren rasant zurück geht. Leider ist der Mensch in erster Linie Schuld daran. Wir haben es ja schon öft gehört, die Lebensräume der Tierwelt fallen immer mehr weg. Feuchtgebiete, Obst- und Blühwiesen, Baum- und auch Strauchgruppen, ja auch die Wasserstellen werden knapper. Der Klimawandel, die Großfelderwirtschaft, Pestizide und Herbizide-Einsatz, die Überdüngung in der Landwirtschaft verkleinern die Reviere, verringern die Artenvielfalt und die Lebens- und Nahrungsgrundlage für viele Tiere.
Die Folge ist, dass Igel auch in die Stadt ziehen, wie die Füchse. Aber es gibt da Zäune, Mauern, Steinwüste-Gärten, Swimmingpools, aus denen man nicht aussteigen kann oder lebensbedrohliche Kellertreppen. Dazu kommt noch: der alte Speiseplan stimmt nicht mehr. Die importierten pflanzlichen Schönheiten mit ihren vollen Blüten bieten kein Nahrungsangebot für unsere heimische Insektenwelt. Da bleiben nur Würmer und Schnecken übrig, die aber übertragen gerne Innenparasiten.

Igel sind dämmerungs- und nachtaktive Tiere. Sie schlafen tagsüber unter Büschen und Sträuchern. Und da kommen schon die nächsten Feinde bedrohlich näher: die modernen Gartengeräte. Da gibt es Tellersensen, Fadenmäher oder Freischneider, die die Gartenpflege übernehmen. Dabei wird oft leider nicht bedacht, dass Igel verletzt und sogar getötet werden. Hier der Aufruf der „Tierfreunde Rhein-Erft“ in Kooperation mit Michaela Kleinsorge (Betreiberin der Igelhilfe Rostock, und im Namen der vielen Betreiberinnen von Igelstationen und -pflegestellen:

„Verzichten Sie auf den Nachteinsatz von Mährobotern. Kontrollieren Sie Ihre Fläche vor einem Tageinsatz. Jungigel und andere Kleintierarten mit langsamer Fortbewegung könnten unterwegs sein. Werden sie erfasst, sinken ihre Überlebenschancen gegen Null… Kontrollieren Sie vor dem Einsatz von Fadenmäher, Tellersense, Freischneider und weiteren Gartengeräten, ob Igel unter Sträuchern und Büschen Tagschlaf halten.“
Infos unter: https://www.igelhilfe-rostock-diedrichshagen.de/

In Bayern sind Igel bereits als „Vorstufe der Roten Liste“ der vom Aussterben bedrohten Tierarten gelistet.
Zu Beginn der Mähsaison 2021 kann jede/r zur Erhaltung der Igel etwas tun.
Im Sinne in Not geratener Igel ist tatkräftige Unterstützung dringend nötig. Die Igelschützer streben eine bundesweite Vernetzung an, denn nur gemeinsam lässt sich bei den zuständigen Behörden auch Unterstützung erreichen. Der Verein Tierfreunde Rhein-Erft freut sich auf ein zahlreiches Feedback. „Wir alle sollten dem Igel eine Chance geben. Es wäre doch schade, würden die possierlichen, kleinen Stachelritter in absehbarer Zeit von unseren Landschaften verschwunden sein…„

Vernetzungsmöglichkeiten:
Die Homepage der Tierfreunde Rhein-Erft bietet Informationen an unter folgenden Links:
Kontakt: info@tierfreunde-rhein-erft.de
https://www.tierfreunde-rhein-erft.de/plakatkampagne.htm
https://www.tierfreunde-rhein-erft.de/neues_igel.htm
Link zum Pressebeitrag der bundesweiten Plakatkampagne:
https://meine.rheinische-anzeigenblaetter.de/elsdorf/c-lokales/igel-im-fokus-von-maehroboter-fadenmaeher-tellersense-und-co_a9605

Autor:

Stefania Herod aus Nümbrecht

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