Die Initiative Kultur Raum Rechtsrhein eröffnete die 18. Ausstellungstaffel
Stammheim besuchen und den Schlosspark genießen

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Stammheim. (dc) Der Stammheimer Schlosspark, wohl einer der schönsten in Köln, wird seit 2002 jeweils an Pfingsten zu einem Ort der Begegnung und Kommunikation: Die Initiative Kultur Raum Rechtsrhein KRR eröffnete unter freiem Himmel oder im Schatten 200jähriger Baumriesen die 18. Kunstausstellung mit neuen Arbeiten regionaler, überregionaler und internationalen Kunstschaffenden.

Mit der diesjährigen Ausstellungsstaffel können sich die Besucher an insgesamt 74 Stationen im Park von den Skulpturen, Plastiken und Installationen inspirieren lassen.
Aus den ausgewählten und realisierten 20 neuen Arbeiten lassen sich mehrere Themenkreise herauslesen: Das Zusammenspiel von Kunst und Natur – das im Naturraum auch naheliegt – wurde von zehn Kunstschaffenden auf sehr individuelle Art und Weise behandelt. Sieben Künstlerinnen und Künstler befassten sich mit geschichtlichen, philosophischen oder literarischen Fragestellungen, drei Kreative beziehen sich auf das aktuelle politische wie gesellschaftliche Geschehen.

Der Park

Den Schlosspark Stammheim plante und realisierte der bereits zu seinen Lebzeiten berühmte Gartendirektor Maximilian Friedrich Weyhe in den Jahren 1829 bis 1831 in dem seinerzeit besonders populären Stil eines „Englischen Gartens“. Sein Plan umfasste auch die ursprüngliche Lindenallee.

Das Areal des Parks umfasst rund 80.000 m², bewachsen mit einer großen Anzahl einheimischer Bäume von hohem Alter und bildschönem Wuchs sowie einer Vielzahl seltener Arten aus aller Welt. Weyhe scheint einige bereits vorhandene Bestände in seine Pläne integriert zu haben, denn das Alter einiger Bäume wird auf mehr als 200 Jahre geschätzt.

Schon in historischen Dokumenten werden die „Gartenanlagen bei dem Rittersitze Stammheim“ als wohlgepflegter großer Park mit seltenen alten Bäumen erwähnt, der sich dem Gebäudekomplex des Schlosses anschloss.

Die Gartenanlage

Der Schlosspark in Köln-Stammheim ist ein bedeutendes Gartendenkmal im Kölner Raum. Größere Gärten, die sich in privatem Besitz befinden oder größere Anlagen von Klöstern und Stiften sind mit der Zeit infolge dichterer Bebauung im Kölner Raum nahezu vollständig verschwunden. Nur wenige Anlagen bei Gutshöfen oder Herrensitzen sind erhalten. Hierzu zählt auch der Stammheimer Schlosspark. Er entstand um 1830 und fällt somit in die Zeit der klassischen Landschaftsparks.

Auffällig ist noch heute die Topographie, die auf sehr sensible und gekonnte Bodenmodellierung schließen lässt. Nach Süden hin steigt das Gelände leicht an mit einem erhöhten Sitzplatz auf einem kleinen Hügel. Die Besonderheit dieses Platzes liegt darin, dass alle anderen im Plan dargestellten Sitzplätze durch ihre Anlage die Blickrichtungen zum Schloss vorgaben, hier aber die Sicht zum Rhein beabsichtigt ist. Der Gedanke liegt nahe, dass die enge Verbindung des Fürsten von Fürstenberg-Stammheim zum Dom und zu dessen Weiterbau eine Blickbeziehung zum Dom wünschenswert machte.

Auch die Auswahl der Pflanzen und Bäume, die Maximilian Friedrich Weyhe für den Stammheimer Park traf, ist in mehrfacher Hinsicht interessant. Zunächst fällt auf, dass er viele exotische Gehölze beschaffen ließ, die z.T. um 1830 gewiss nicht leicht zu beschaffen waren. Sodann ist bemerkenswert, dass es damals eine Vielzahl von Züchtungen oder Hybriden gab, die heutigen Botanikern nicht mehr bekannt sind, das betrifft sowohl die Ziergehölze als auch die Obstbäume.

Die Pflanzen kamen im Frühjahr 1831 mit Schiffen und Pferdefuhrwerken aus Bonn, Düsseldorf, der städtischen Baumschule sowie dem Botanischen Garten Köln und aus der Baumschule von Johann Schillings in Grimlinghausen bei Neuss nach Stammheim. Einfache Sträucher und Bäume wurden auch aus den umliegenden Waldungen geholt.

Das Video zur 18. Kunstausstellung:

Video zur 18. Kunstausstellung im Stammheimer Schlosspark. Video © Georg Divossen und TalkingArt - alle Rechte vorbehalten.

Infos zum Park und den Führungen im Netz unter: Schlosspark Stammheim

Autor:

Dirk Conrads aus Köln

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